Aufbackgebäck im Test

24. Februar 2011, 10:17
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Bequemlichkeit hat ihren Preis: Das getestete Gebäck war geschmacklich nicht überzeugend - Ein Erzeugnis war verschimmelt

Wien - Frisches Gebäck, wann immer man will: Aufbackgebäck ist praktisch, vor allem am Wochenende. Wie gut die Weckerln in der Kunststoffverpackung tatsächlich schmecken und wie hochwertig das Gebäck ist, hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) getestet. Von 19 getesteten Backwaren schmeckte den TesterInnen nur ein Produkt sehr gut. Ein Erzeugnis war mit Schimmel befallen. Was den ökologischen Fußabdruck betrifft, fällt die Bilanz schlecht aus: Die Brötchen werden überwiegend nicht in Österreich hergestellt.

Wenige Produkte aus Österreich

Zutaten, Teig- und Gärführung sind mit geringen Abweichungen dieselben wie bei herkömmlichen Produkten. Der Unterschied zu herkömmlichen Semmerln & Co: Nach 50 bis 70 Prozent der üblichen Vollbackzeit ist Schluss, daher auch der Begriff "teilgebacken". Um die Haltbarkeit der Erzeugnisse zu verlängern, werden sie tiefgekühlt oder unter Schutzatmosphäre verpackt. Hier kommt das halb fertige Gebäck in transparente, gasdichte Kunststoffbeutel. Anschließend wird die Luft aus der Packung großteils gegen Verpackungsgas (Schutzgas) ausgetauscht.

Die Zutaten für teilgebackene Semmeln & Co kommen aus ganz Europa. Auch die industriellen Backöfen stehen überwiegend im Ausland. Der Großteil der Produkte wird aus Deutschland geliefert. Nur in den Produkten von Anker, Fischer Brot und Natur aktiv (Hofer) steckt Getreide, das in Österreich wächst und auch hier verarbeitet wird.

19 Produkte im Test

Insgesamt 19 Backwaren, darunter fünf Bioprodukte, wurden verkostet und im Labor untersucht. Das getestete Aufbackgebäck ist im Großen und Ganzen einwandfrei. Nur bei Grafschafter Baguette Brötchen von Lidl wurde in großem Ausmaß Schimmelbefall festgestellt. Geschmacklich fiel das Testergebnis schlecht aus: Lediglich die getesteten Mehrkornbrötchen von Coppenrath & Wiese schmeckten dem Großteil der Verkoster ausgenommen gut. Auf wenig Gegenliebe stießen dagegen die aus Sauerteig gefertigten Brötchen von Biofournil. Das ist umso bedauerlicher, da diese Bio-Brötchen mit Herkunft Frankreich noch dazu weit gereist sind.

Schimmelanfällig

Aufbackgebäck verschimmelt - so wie auch Toastbrot - sehr leicht frühzeitig. "Meist sind beschädigte Verpackungen der Grund", erläutert Beck. "Bereits winzigste Risse können dazu führen, dass die Ware vorzeitig verdirbt. Am Besten schon beim Kauf auf Verletzungen der Verpackung bzw. Schimmelbelag achten", rät sie KonsumentInnen.

Als Zumutung entpuppte sich im Test häufig auch die Zubereitungsanleitung. "Die Schriften sind oft viel zu winzig oder vom transparenten Hintergrund kaum unterscheidbar", VKI-Ernährungswissenschafterin Birgit Beck. Gut gelöst wurde dies laut Meinung der Testpersonen etwa bei den drei Erstgereihten im Test: Coppenrath & Wiese, Natur pur (Spar) und Anker. (red)

Nähere Informationen zum Test

Testmagazin Konsument

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    Die Zutaten für teilgebackene Semmeln & Co kommen aus ganz Europa. Heimische Produkte sind selten.

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