Digitale Revolution geht an Schulen vorüber

24. Februar 2011, 09:13
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Medien im Unterricht mangels Ausstattung ungenutzt

Ausgerechnet die Generation der "Digital Natives" ist zu einem bedenklich großen Teil darauf angewiesen, sich den Umgang mit digitalen Medien und Technologien selbst beizubringen. Zwar fällt den heutigen Schülern die Anwendung von Computer, Smartphone und Co zweifelsfrei ohnehin leichter als so manchem älteren Semester. Dennoch ist es Aufgabe der Bildungseinrichtungen, sie auf ihre Zukunft und die Arbeitswelt angemessen vorzubereiten. Diese haben aber noch gehörigen Aufholbedarf, wie die Initiative D21 aufzeigt. An den meisten Schulen mangelt es an der Ausstattung.

Kaum Hardware, keine Konzepte

"Drei Computer für 60 Lehrer in einer Schule mit über 400 Kindern sind zu wenig", verdeutlicht eine Lehrkraft. "Ohne die notwendige Infrastruktur ist etwa die funktionierende Ganztagsschule bloße Utopie." Das knappe Angebot an Hard- sowie Software an den meisten Bildungsstätten erschwert aber nicht nur den Arbeitsalltag der Lehrkörper. So stehen laut D21 in nur 7,5 Prozent der Fälle tatsächlich PCs, Notebooks oder Netbooks im Klassenzimmer zur Verfügung. Obwohl die Unterrichtenden digitale Medien in den Lehrbetrieb integrieren wollen, bleiben ihre Möglichkeiten selbst in technischen Disziplinen ungenutzt.

Unterrichtsvorbereitung

Bei der Unterrichtsvorbereitung greift bereits mehr als die Hälfte der Lehrpersonen auf Online-Inhalte zurück. Im Unterricht selbst kommen sie hingegen selten zur Anwendung, obwohl die Lehrer mit positiven Effekten zugunsten der Schüler rechnen würden. "Besonders das Verhältnis von Technik zur Schülerzahl weist eine große Diskrepanz auf", wissen die Experten bei D21. Dabei haben sogar die Eltern den "drastischen Verbesserungsbedarf" erkannt und wären bereit, sich finanziell an der Ausstattung zu beteiligen. Es mangelt jedoch an ganzheitlichen Konzepten, um digitale Medien erfolgreich in den Unterricht zu integrieren. (pte)

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