EVN schwimmt auf Erfolgswelle

24. Februar 2011, 08:13
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Der Nettogewinn legt um mehr als 18 Prozent zu

Wien - Der niederösterreichische Energieversorger EVN ist gut in das neue Geschäftsjahr gestartet. Im ersten Quartal 2010/11 (Oktober bis Dezember) steigerte das Unternehmen seine Ergebnisse stärker als von Analysten erwartet. Der Nettogewinn kletterte um 18,6 Prozent auf 87,9 Mio. Euro, und operativ legte man beim EBIT um 9,4 Prozent auf 104,1 Mio. Euro zu. Prognostiziert waren im Schnitt 76,8 bzw. 100,5 Mio. Euro. Im Gesamtjahr 2010/11 dürfte das EBIT auf Vorjahresniveau, der Nettogewinn aber leicht darunter liegen, erklärte die börsenotierte EVN im Ausblick.

Geprägt war das Auftaktquartal von höheren Absatzmengen und zugleich etwas geringeren Aufwendungen für Fremdstrombezug und Energieträger. Das starke EBIT-Plus wurde laut EVN aufgrund rückläufiger Abschreibungen erreicht. Unterstützt von at equity einbezogenen Unternehmen verbesserte sich das Finanzergebnis um 12,6 Mio. auf 16,2 Mio. Euro. Dies führte schließlich zu einem Konzernergebnis von insgesamt 87,9 Mio. Euro oder 0,51 (0,45) Euro je Aktie. Am Mittwoch hatten die Titel mit 11,54 Euro geschlossen. Der Umsatz stieg um 4,3 Prozent auf 802,2 Mio. Euro.

Weniger Strom-Eigenproduktion, mehr Absatz

Die eigene Stromproduktion von EVN ging im Auftaktquartal 2010/11 um 1,3 Prozent auf 1.189 GWh zurück. Den Netzabsatz an Elektrizität steigerte das Unternehmen aber um 1,0 Prozent auf 5.448 GWh, und der Stromverkauf an Endkunden legte um 1,7 Prozent auf 5.313 GWh zu.

Wesentliche Zuwächse bei der Stromabgabe gab es allerdings nur in Österreich. Hier legte der Netzabsatz im Zeitraum Oktober bis Dezember um 4,6 Prozent auf 2.047 GWh zu, und der Stromverkauf an Endkunden wuchs um 2,9 Prozent auf 1.772 GWh. In Bulgarien dagegen erhöhte sich der Netzabsatz nur leicht um 0,6 Prozent auf 1.983 GWh, und der Verkauf an Endkunden sank sogar um 0,2 Prozent auf 1.946 GWh. Noch stärker das Minus in Mazedonien: Hier gingen sowohl Netzabsatz als auch Verkauf an Endkunden um 3,2 Prozent auf 1.417 GWh zurück.

Die um 1,3 Prozent auf 1.189 GWh gesunkene EVN-Stromerzeugung kam primär aus Wärmekraftwerken: Sie lieferten mit 888 GWh um 3,0 Prozent weniger Elektrizität wie ein Jahr davor. An Erneuerbarer Energie produzierte die EVN diesmal 301 GWh, ein Plus von 3,7 Prozent.

Rückläufige Marktpreise

Die rückläufigen Marktpreise führten im Bereich Erzeugung zu einer deutlichen Reduktion der Umsatzerlöse aus thermischer Erzeugung und den Donaukraftwerken. Die schlechtere Wasserführung und gesunkene Absatzpreise bei Wasserkraftstrom brachten einen weiteren Rückgang der Umsatzerlöse dieses Segments um 33,1 Prozent auf 28,6 Mio. Euro.

An Erdgas setzte die EVN im 1. Quartal insgesamt 6.247 GWh ab - mehr als bei Strom -, allerdings ein Rückgang um 1,3 Prozent. 831 GWh davon (-38,3 Prozent) wurden an eigene Kraftwerke abgegeben. Der Gasverkauf an Endkunden dagegen kletterte um 14,4 Prozent auf 2.579 GWh. Der Wärmeabsatz wuchs um 12,8 Prozent auf 632 GWh, davon entfielen 556 GWh auf Österreich (+17,1 Prozent) und 76 GWh auf Bulgarien (-11,2 Prozent).

Im Segment "Netzinfrastruktur Inland", dem der Netzabsatz zugeordnet ist, wuchs der Umsatz um 3,3 Prozent auf 140 Mio. Euro, und das Ergebnis vor Steuern legte um über 30 Prozent auf 48,4 Mio. Euro zu. In "Energiehandel und -vertrieb" mit dem Verkauf an Endkunden verringerte sich der Gesamtumsatz um 0,4 Prozent auf 368,9 Mio. Euro, und das Vorsteuerergebnis wuchs um 8,3 Prozent auf 46,8 Mio. Euro. Das Segment "Energieversorgung Südosteuropa" setzte mit 205,2 Mio. Euro um 9,1 Prozent weniger um, und das Vorsteuerergebnis rutschte stärker ins Minus von -4,5 auf -6,8 Mio. Euro.

Der Umsatz im Segment "Umwelt" verdoppelte sich beinahe auf 111 (52) Mio. Euro. Dabei legte auch das Ergebnis vor Ertragssteuern kräftig zu um 85 Prozent auf 12 (6) Mio. Euro. Dieser Bereich umfasst die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung sowie die thermische Abfallverwertung im Inland und das internationale Projektgeschäft in 15 Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas.

Zahl der Mitarbeiter geht zurück

Der durchschnittliche EVN-Mitarbeiterstand lag im 1. Quartal mit 8.396 um 3,3 Prozent tiefer; dabei ging er im Ausland um 4,7 Prozent auf 5.846 zurück, in Österreich sank er um 0,1 Prozent auf 2.550.

Das Eigenkapital per 31.12. ist mit 3,375 Mrd. Euro ausgewiesen, um 9,9 Prozent mehr als zu Ende des 1. Quartals 2009/10. Da die Bilanzsumme zugleich um 7,9 Prozent auf 7,149 Mrd. Euro wuchs, verbesserte sich die Eigenkapitalquote auf 47,2 (46,3) Prozent. Die Nettoverschuldung ging um 6,9 Prozent auf 1,367 Mrd. Euro zurück; das Net Gearing verbesserte sich so auf 40,5 (47,8) Prozent. Investiert wurden zum Jahresauftakt 75 Mio. Euro, um ein Viertel weniger.

Auch die EVN-Tochter Rohöl-Aufsuchungs AG (RAG) trug maßgeblich zur Ergebnisverbesserung des niederösterreichischen Versorgers im Auftaktquartal bei. Der Ergebnisbeitrag der RAG wuchs um 16,5 Mio. auf 18,3 Mio. Euro an, erklärte die EVN im Quartalsbericht. Vor allem dadurch stieg das Finanzergebnis im Segment "Strategische Beteiligungen und Sonstiges" von 4,6 auf 19,4 Mio. Euro. Auch EconGas lieferte mehr ab. An der RAG hält die EVN knapp über 50 Prozent.

Die EVN-Aktie startete am Donnerstag an der Wiener Börse mit einem leichten Minus von 0,17 Prozent auf 11,52 Euro in den Handel, allerdings lag der ATX zu dem Zeitpunkt bereits 0,77 Prozent tiefer. (APA)

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