Polizei befürchtet rund 200 Tote

24. Februar 2011, 06:12
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98 Tote bisher geborgen - Premierminister: Opferzahl wird sich weiter erhöhen

Christchurch - Die Polizei in Neuseeland befürchtet, dass bei dem schweren Erdbeben am vergangenen Dienstag insgesamt rund 200 Menschen ums Leben gekommen sind. Man gehe davon aus, dass in der Stadt Christchurch noch bis zu 120 Tote unter den Trümmern eingestürzter Häuser liegen, teilte die Polizei in der zweitgrößten neuseeländischen Stadt am Donnerstag mit. 98 Leichen seien bereits geborgen worden. "Die Zahl steigt, während wir hier sprechen", sagte Polizeichef David Cliff vor Journalisten.

Viele Opfer werden unter den Trümmern des eingestürzten Canterbury Television-Gebäudes vermutet, darunter auch viele ausländische Sprachschüler. Die Schätzungen, wie viele Menschen dort verschüttet sind, bewegten sich zwischen "weit über 60 bis 120", sagte Cliff. "Es gibt keine Hinweise, dass da jemand überlebt hat." Auch in der zum Teil eingestürzten Kathedrale von Christchurch würden noch 16 bis 22 Todesopfer vermutet.

238 Vermisste

Die Sprachschule in dem Canterbury Television-Gebäude hatte eine Liste mit knapp 100 Namen von Mitarbeitern und Schülern veröffentlicht, die vermisst würden und sich zum Zeitpunkt des Bebens am Dienstagmittag in dem Gebäude aufgehalten haben könnten. Hinzu kommen 15 Mitarbeiter einer ebenfalls dort untergebrachten TV-Station.

Insgesamt geht die Polizei derzeit von 238 Vermissten aus. Einige von ihnen dürften die Stadt nach den Beben am Dienstag aber einfach verlassen haben. Genauere Informationen dazu wollte die Polizei noch im Laufe des Tages veröffentlichen.

Unterdessen bekamen die neuseeländischen und australischen Rettungskräfte weitere Unterstützung aus dem Ausland. Am Donnerstag trafen Teams mit Spezialgerät aus den USA, Großbritannien, Japan, Singapur und Taiwan in Christchurch ein. Damit konnte die Suche im besonders schwer zerstörten Stadtzentrum intensiviert und auch auf weitere Bereiche ausgeweitet werden. Zwei Tage nach dem Beben der Stärke 6,3 schwinden jedoch die Hoffnungen der Retter, noch Überlebende zu finden. Zuletzt wurde am Mittwochnachmittag ein Mensch lebend geborgen. (APA)

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    Rettungskräfte schneiden die Trümmer des CTV-Gebäudes, um weiter nach Vermissten zu suchen.

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