Oswald Oberhuber in der Galerie Altnöder in Salzburg
Salzburg - In eine
stilistische Schublade hat Oswald Oberhuber nie hineingepasst, das
spießt sich mit seiner Theorie der "permanenten Veränderung" in der
Kunst. Die Vita des 1931 im südtirolerischen Meran geborenen Künstlers,
Theoretikers, Ausstellungsmachers sowie einstigen Rektors der Wiener
Angewandten lässt keinen Zweifel an seiner zentralen Position in der
heimischen Kunstgeschichte nach 1945.
In jungen Jahren
Mitbegründer der informellen Malerei und Plastik, wechselt er um 1954
von der Abstraktion zur gegenständlichen Malerei, zur selben Zeit
entwickelt Oberhuber sein Credo von der Ablehnung jeglicher
Stilfixierung. Ende der 1960er beschäftigt er sich vornehmlich mit
Konzeptkunst. Als Lehrer konnte er seinen lustvollen Umgang mit
unterschiedlichen Stilen auch bei der Sommerakademie in Salzburg
vermitteln und erregte mit Ausstellungen in Kunstverein und Rupertinum
Aufmerksamkeit.
Am 1. Februar
feierte der "wahre Modernist" (Peter Weibel) seinen 80. Geburtstag, aus
diesem Anlass sind ihm einige Ausstellung gewidmet (ab 27. 2. etwa die
Galerie Jünger in Baden): Ich bin noch immer da nennt der Jubilar
seine Schau in der Galerie Altnöder augenzwinkernd. Gegen den Begriff
"Alterswerk" wehrt er sich: Vielmehr könnten alle seine Werke auch von
jungen Kollegen sein.
Bei den Bildern
und Collagen lassen sich kaum Gemeinsamkeiten feststellen. Mit Ausnahme
vielleicht bei den bei Oberhuber gern auftauchenden Ziffern und Zahlen.
Gemeinsam mit mathematischen Zeichen, Linien und Symbolen erinnern sie
an grafische Schaubilder einer Maschinensprache. Wohin heißt
eines der Bilder, Oberhuber hat schon immer mehr Fragen gestellt als
Antworten oder Interpretationshilfen gegeben. Kein Wunder, dass etliche
Arbeiten "ohne Titel" sind.
Neben aktuellen
werden auch historische Werke gezeigt: etwa die erst vor einiger Zeit
"wiederentdeckten" Fotocollagen - wie jene über die Aktion Auferstehung von 1966. (Gerhard Dorfi / DER STANDARD, Printausgabe, 24.2.2011)