AUA stellt bis Sonntag Flüge nach Libyen ein

23. Februar 2011, 21:28
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AUA: Entwicklung in Nahen Osten bringt Probleme

Wien - Der Hoffnungsmarkt der AUA, der Nahe und Mittlere Osten, könnte infolge der politischen Unruhen die AUA vor neue Probleme stellen, sagte AUA-Vorstand Andreas Bierwirth am Mittwoch Abend. Er sieht die AUA-Sanierung durch die Unruhen aber nicht gefährdet. Das hätte vor vier Wochen niemand gedacht. Schließlich habe keine andere Airline so viele Verkehrsrechte in den Nahen Osten wie die AUA, betonte Bierwirth.

Verbunden mit stark steigenden Ölpreisen werde die Entwicklung heuer freilich eine "Herausforderung" , meinte er bei einer Veranstaltung der Vereinigung von Geschäftsreisemanagern (ABTA). Bis jetzt seien die Konzern-Planungen aufrecht.

Die AUA hat am Mittwochabend jedenfalls bis Sonntag die Flüge nach Tripolis (bisher sechsmal wöchentlich) eingestellt. Ob und wann die Tripolis wieder aufgenommen wird, entscheidet sich in einer Krisensitzung Montagfrüh. Die AUA fliegt derzeit u.a. nach Ägypten, Syrien, Jordanien. Tripolis sei aber bisher kommerziell nicht besonders relevant für die Airline gewesen. In den letzten Tagen gab es von dort nur mehr Evakuierungsflüge zurück nach Europa.

Einmal mehr stellte Bierwirth fest: "Wir sind alles andere als saniert" und verwies darauf, dass die Zahl der Mitarbeiter von 8700 (2008) auf mittlerweile 5950 sank. Zugleich stieg die Arbeitszeit der Flugbegleiter um jährlich 50 Stunden auf 720 pro Jahr - obwohl die Anzahl der Flugbegleiter pro Flieger zurück ging.

Bierwirth ortet zudem eine Renaissance der kleinen Flughäfen, was Wien zugute käme. Die Passagiere wollen nicht bei kurzen Umsteigzeiten ewig lange Wege zurückliegen.

Heute, Donnerstag, wird intern jedenfalls die neue Vorstandsverteilung festgelegt. Der neue AUA-Chef Thierry Antinori und Aufsichtsratschef Wolfgang Mayrhuber sind seit Mittwoch in Wien. Am Freitag wird die neue Aufgabenverteilung im Aufsichtsrat abgesegnet. Interessant wird sein, ob Bierwirth den Flugbetrieb bekommt. Antinory bringe von der Lufthansa kommend, so Bierwirth, viele Kontakte in die AUA ein. Die AUA werde den Weg der Swiss folgen können. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Printausgabe, 24.2.2011)

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    Die Check-in-Schalter für Flüge nach Tripolis bleiben bis Sonntag geschlossen.

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