Verkehr

Radwegbenutzungspflicht soll fallen

23. Februar 2011, 21:10
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    foto: heribert corn

    Rund ist die Pflicht, eckig wird die Möglichkeit: Radwege bekommen zwei unterschiedliche Verkehrszeichen.

Ab dem Sommer sollen Länder und Gemeinden selbst entscheiden können, wo Radler auf Radwegen fahren müssen – und wo sie die Fahrbahn benutzen dürfen

Die Länder wollen erst einmal prüfen, die Wiener Grünen jubeln.

***

Wien - Das Runde muss ins Eckige: Was im Fußball gilt, dürfte ab Sommerbeginn auch Credo der Radlobbyisten werden. Denn, so kündigte Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) am Mittwoch an, bis dahin soll die von Radfahrern so ungeliebte unbedingte Radwegbenutzungspflicht fallen. Genauer: Sie soll aufgeweicht werden. Ab Sommer 2011, sagte Bures am Mittwoch, sollen Länder und Kommunen selbst entscheiden, welcher Radweg freiwillig benutzt werden kann - und welcher zwingend benutzt werden muss.

Gleichzeitig kündigte die Ministerin weitere Neuerungen für Radler an: Neben der Radhelmpflicht für Kinder unter zehn Jahren ist das die Möglichkeit, "Fahrradstraßen" zu schaffen, sowie ein "Rücksichtnahmegebot" .

Blauer Schilderwald

Laut dem Standard vorliegenden Informationen aus dem von Bures einberufenen "Unterausschuss Fahrrad" wird die Unterscheidung zwischen Pflicht- und Kann-Radwegen durch ein neues Verkehrszeichen erfolgen: Da das bisher verwendete runde Schild normiert ist und somit weltweit die gleiche - verpflichtende - Bedeutung hat, war die Schaffung eines neuen Schildes unumgänglich. Es soll viereckig werden, ebenfalls blau und mit dem bekannten Rad-Logo. "Die Behörde vor Ort hat dann zu entscheiden, welche Radwegform errichtet wird" , erläutert Bures' Verkehrsjuristin Sabine Kühschelm.

"Prinzipiell positiv" nennt Martin Blum vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ) diese Regelung, fordert aber gleichzeitig "klare Kriterien, damit nur in Ausnahmefällen die Radwegpflicht bleibt" . Ins gleiche Horn stößt Alec Hager von der IG Fahrrad: "Klar hätten wir uns gewünscht, dass die Benutzungspflicht als Ausnahme definiert wird. So wird man wohl ums Diskutieren nicht immer herumkommen."

Ebenso positiv wird die den Gemeinden nun ermöglichte Schaffung von Radstraßen gesehen. Ähnlich wie in Wohn- oder Spielstraßen soll dort der Autoverkehr auf reinen Anliegerverkehr beschränkt und massiv entschleunigt werden - Radfahrer sollen die Straßen aber als Durchzugsrouten nutzen können. Sollte das Gesetz noch vor dem Sommer in Kraft treten, erwarten VCÖ und IG Fahrrad, dass in Wien noch heuer "drei bis vier solcher Straßen" (Hager) kommen.

Das will die grüne Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou noch nicht bestätigen, schließlich müssen die Bezirke zustimmen; als Fahrradstraße im Gespräch war in der Vergangenheit etwa die Goldschlagstraße in Rudolfsheim-Fünfhaus. Grundsätzlich mache ihr Bures mit der Novelle eine große Freude, sagte Vassilakou dem Standard: "Das ist ein wesentlicher Schritt zu unserem Ziel, den Radverkehrsanteil in Wien auf 15 Prozent zu erhöhen." Auch mit der Aufhebung der Radwegpflicht sieht Vassilakou eine "langjährige Forderung der Stadt erfüllt" .

Länder abwartend

Etwas zurückhaltender fallen die Reaktionen aus den Bundesländern aus, wo man offenbar von Bures' Vorschlag überrascht war. Die meisten Landesräte, ergab ein Standard-Rundruf, wollen nun erst einmal den Begutachtungsentwurf abwarten. In Salzburg will man laut Verkehrsreferat landesweit vorgehen, um zu verhindern, dass eine Gemeinde die Benutzungspflicht aufhebe und eine andere nicht. Auch Fahrradstraßen können sich die Salzburger vorstellen. In Vorarlberg sieht Verkehrslandesrat Karlheinz Rüdisser (VP) "alles, was die Besserstellung der Radfahrer zum Ziele hat, positiv" . Die burgenländische Landesrätin Michaela Resetar (VP) wiederum ortet keinen Anlass, etwas zu ändern - die Novelle ziele eher auf den urbanen Bereich ab, meint sie.

Weiterhin skeptisch wird Bures' Idee gesehen, Kindern unter zehn Jahren eine Helmpflicht zu verordnen. Die, befinden Radaktivisten, sei kontraproduktiv, wenn man Menschen aufs Rad bringen wolle. Schon jetzt läge die Kinder-Helmquote bei 87 Prozent - da sei Bewusstseinsarbeit sinnvoller als ein Gesetz. Erst recht, da die Nichtbefolgung keine Folgen haben wird. Für ARBÖ und ÖAMTC ist es daher nicht zu Ende gedacht. "Ein Gesetz ohne Sanktionen: Was ist das für ein Gesetz?" , fragt ARBÖ-Sprecherin Lydia Ninz. (rott, hei, ruep, jub, wei/DER STANDARD-Printausgabe, 24.2.2011)

derStandard.at/Panorama auf Facebook

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Posting 1 bis 25 von 1034
parapente
51
Die Grünen

BEJUBELN mehr tote Radfahrer??

Na schön.

C. J.
00
20.4.2012, 15:46

Es gibt Statistiken, die zeigen, dass ein Radweg ungemein gefährlicher ist, besonders, wenn er links verläuft.

watzlilaus "walmoerder" wondratschek
 
81
28.2.2011, 00:08
Radfahrer vs. Auto

Eine Kollision geht meistens auf Kosten des Radfahrers.
Ich wuerde sagen: Selber schuld. Genauso wenn jemand Extrembergsteigen, einhandsegeln oder sonstige gefaehrliche Sportarten treibt.
Allerdings hat dies auch unangenehme Nebeneffekte: Leider wird bei einem Unfall meistens der Lack des Autos zerkratzt (und auch die Politjustiz fordert bei einem Unfall Tribut)

tock tock tock
00

Ich hab schon wesentlich bessere Trollversuche gelesen.

Üüüüüübeeen!

Diogenese
15
28.2.2011, 00:50
Fußgänger vs. Auto

Eine Kollision geht meistens auf Kosten des Fußgängers.
Ich wuerde sagen: Selber schuld. Genauso wenn jemand Extrembergsteigen, einhandsegeln oder sonstige gefaehrliche Sportarten treibt.
Allerdings hat dies auch unangenehme Nebeneffekte: Leider wird bei einem Unfall meistens der Lack des Autos zerkratzt (und auch die Politjustiz fordert bei einem Unfall Tribut)

(Was war zuerst da das Rad oder das Automobil?)

R. Lexer
00

Den Puffing Devil gab's jedenfalls vor der Draisine ;)

scubaman
01
28.2.2011, 00:38
Gähn

jaja

bloody-nine
 
04
28.2.2011, 09:01
der typ is doch eh bekannt

vielleicht nicht grad ein troll, aber stolz drauf dass er bewusst provokant rechtsreaktionären schmarrn postet.

hält sich für witzig.

Kaktus
00
26.2.2011, 19:07
Noch ein Grund, das Auto stehen zu lassen:

http://orf.at/stories/2... 2/2044202/

"Mehr als eine halbe Milliarde Menschen sind auf die Korallenriffe als Nahrungs- und Verdienstquelle angewiesen, mit denen geschätzte 30 Milliarden Dollar (21,8 Mrd. Euro) Profit pro Jahr erwirtschaftet werden.
Die klimaschädlichen CO2-Emissionen - die Ozeane absorbieren deutlich mehr als Wälder - tragen zur Übersäuerung der Meere bei, was wiederum das Wachstum der Korallen behindert. Dazu kommt, dass die höheren Temperaturen an der Wasseroberfläche das Ausbleichen der Korallen vorantreiben."

Aber Hauptsache, wir können gemütlich im Stau stehen...

bloody-nine
 
01
27.2.2011, 00:43
is richtig,

is aber den ansässigen kleinbürgerkäfig-insassen SCHEISSEGAL

was willst von leuten die andere wegen ein paar sekunden fahrzeit in lebensgefahr bringen würden?

lagrangian
21
28.2.2011, 07:24

du bringst dich schon selbst in lebensgefahr.

wolkenberg
00
28.2.2011, 07:49

aber das könnten sie doch besser, oder?

lagrangian
11
28.2.2011, 08:11

nein, niemand kann einen radler besser in gefahr bringen, als dieser sich selbst.

wolkenberg
00
28.2.2011, 14:27
pardon, ich drückte mich missverständlich aus:

sie können doch besser trollen, meinte ich.

lagrangian
21
28.2.2011, 15:06

nein, nein, ich habe den satz nur im zweifel so ausgelegt, als hätte mein gegenüber sinnvolles zu sagen. ich weiß, dass ich das hier im forum nicht tun sollte... mein fehler.

watzlilaus "walmoerder" wondratschek
 
20
28.2.2011, 00:12
Prima! Weiter so!

Radfahrer sind potentielle Gruene. Daher ist IMHO nicht schade um sie.

Aber im Ernst: Wer regt sich auf, wenn ein Bergsteiger abstuerzt, ein Rennfahrer verunglueckt, ein Soldat in Afghanistan getoetet wird?

Warum sollte es uns besonders treffen, wenn es jemanden mit einem gefaehrlichen Hobby trifft?

Boandlkramer
30
25.2.2011, 17:23

Bei Bernhard K, Georg T und wie sie alle heißen, braucht sich niemand wundern, dass Radfahrer keinen guten Ruf genießen...

zol ex
03
27.2.2011, 18:42

Und seit Niki L. wissen wir, dass Autofahrer homophobe Geizkragen sind.

Sanft & Sicher
00
25.2.2011, 15:31
"Ein Gesetz ohne Sanktionen: Was ist das für ein Gesetz?"

Mobiltelefonieren beim Autofahren. Bei Gelb über den Zebrastreifen brettern. Auf Radwegen halten und parken und Ladetätigkeiten durchführen. Es gibt viele offenbar sanktionslose Gesetze

schmu schubiak
00
28.2.2011, 13:10

werden ie doch Polizist, so Sie nicht einer sind, dann können Sie diese Säumigen endlich bestrafen.

Boandlkramer
00
25.2.2011, 17:07

Es gibt nur zu wenige Organe / Polizisten...

lanebbia
40
25.2.2011, 12:50

viele postings hier beziehen sich auch auf die unfallträchtige Stelle Radfahrüberfahrt bei rechtsabbiegenden Autofahrern und begründen damit die Forderung nach Fahren auf der Fahrbahn.
Der Wunsch vieler Radler dürfte sein,vor der Überfahrt nicht abbremsen zu müssen(Was die Reisegeschwindigkeit massiv senkt),sondern auf der Fahrbahn im Verkehrsfluss mit Reisegeschwindigkeit weiterfahren zu können.
Dafür nehmen sie aber erhöhten Lärm,Abgase und gefährliche Situationen auf der Fahrbahn(Drängeln nachkommender Autofahrer,Schneiden etc.) in Kauf und zusätzlich das Behindern des Fließverkehrs, da sie ja langsamer als die Autos fahren.
Man müsste also nicht über das Fahren auf der Fahrbahn,sondern eher über die Fahrradüberfahrten diskutieren.

Craig Christ
00
27.2.2011, 20:36

Und Du meinst ernsthaft, der Laerm und die Abgase waeren 1,5m weiter rechts oder links der Fahrbahn gleich viel niedriger?

Die gefaehrlichste Situation (Rechtsabbieger sieht mich nicht) ist dadurch auch weg, da er mich schon von Weitem als Verkehrsteilnehmer oder Hindernis, je nach Ansicht, bemerkt.

lanebbia
10
27.2.2011, 20:53

Ich habe in meiner Nähe z.B. zzwei Alternativen: Einen Radwefg durch den Park und ein Radstreifen direkt auf der Fahrbahn, keine Frage, welchen ich wähle, auf der Straße match ich mich mit den Autofahrern, durch den Park roll ich in Ruhe durch, auch wenn es ein kleiner Umweg ist.

Craig Christ
00
28.2.2011, 09:12

Sicher ist es durch einen Park schoener, aber bei wieviel Zielen kannst Du zw Parks und Strasse aussuchen? Und wieviel % der Strecken des Radnetzes gehen durch Parks?

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