Shangri-La

Nur wenige Mitarbeiter hatten Verträge

23. Februar 2011, 18:46
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    Koch Joachim Gradwohl: "Das Wichtigste ist nun, die Mitarbeiter gut unterzubringen."

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    Vergangenen Freitag wäre Übergabetermin für das Hotel gewesen, doch die Vertreter von Shangri-La kamen nicht nach Wien. Am Montag schickten sie ein Kündigungsschreiben.

Laut Insidern haben die Hongkonger Hotelbetreiber Shangri-La ein kurzes Zeitfenster zum Ausstieg aus dem Projekt am Wiener Schubertring genutzt

Wien - Der Hotelbetreiber Shangri-La ging am Mittwoch in die Offensive und rechtfertigte den überstürzten Rückzug aus Wien mit oft verschobenen Fertigstellungsterminen. Greg Dogan von Shangri-La International: "Am 16. Februar wurde Shangri-La von BAI abermals darüber informiert, dass eine Fertigstellung bis zum damalig vereinbarten Termin, dem 18. Februar, nicht möglich sei und die Übergabe nicht erfolgen könne."

Zeitfenster

In der BAI sieht man das freilich anders: Die Verzögerungen ergaben sich, weil Shangri-La nicht liefern konnte und selbst im Verzug mit seinen Leistungen war. Glaubt man Insidern, nutzten die Hongkonger Hotelbetreiber ein kurzes Zeitfenster, um den Vertrag zu kündigen, andernfalls wäre ein 20-jähriger Pachtvertrag mit zehnjähriger Verlängerung angelaufen, aus dem die Kette kaum herausgekommen wäre.

Zumindest Spitzenkoch Joachim Gradwohl muss sich wohl keine Sorgen machen: "Das kam so überraschend, ich muss mich erst neu orientieren. Das Wichtigste ist nun, die Mitarbeiter gut unterzubringen." Gradwohl kam Montagnachmittag für eine Besprechung ins Shangri-La-Büro, erst da habe er vom Platzen des Deals erfahren: "Unmittelbar danach wurde auch die Computerleitung an meinem Schreibtisch gekappt."

"Das Haus steht ja fertig da"

Für Top-Leute, so Gradwohl, werde es sicher Lösungen geben. Schwieriger sieht es für jene in der zweiten Reihe aus. Für Michael Bauböck etwa, der als Chef de partie vorgesehen war und für das Shangri-La-Angebot seinen Job bei Sternekoch Mario Lohninger in Frankfurt aufgegeben hat: "Ich hänge komplett in der Luft, es gibt keinen Vertrag, habe mich auf das Angebot Gradwohls verlassen." Zwar sei der Start des Projekts kontinuierlich verschoben worden - "jede Woche hieß es, dass es in der nächsten endlich losgehen werde" - trotzdem habe er nie an dem Projekt gezweifelt: "Das Haus steht ja fertig da, Shangri-La ist ein sehr prestigeträchtiger Name".

Dementsprechend gut sind die jetzt freigesetzten Mitarbeiter ausgebildet. "Es gab laufend Schulungen, damit die Leute sich auf den Standard der Kette einstellen - auch ich habe in der Zeit sehr viel gelernt", sagt Gradwohl. Laut Christian Schweinzer vom Personalvermittler Black Rock melden sich jetzt viele Shangri-La-Leute. Vertraglich haben nur vergleichsweise wenige etwas in der Hand, was, so Schweinzer, "ein Hinweis darauf sein könnte, dass Shangri-La schon länger wusste, dass sie sich zurückziehen wollen". Viele Mitarbeiter hätten sich auf mündliche Zusagen verlassen und "hängen nun in der Luft".

Konkret haben Mario Plachutta, der demnächst ein Wirtshaus in der Walfischgasse eröffnet und Raphael Dworak, Chefkoch im "Le Loft" des Sofitel erklärt, dass sie einiges Personal von Gradwohl übernehmen können - für alle gilt das aber nicht.

Sacher & Co

Die B&C Immobilienstiftung (ihr gehört auch die BAI) will sich, wie seit längerem bekannt, von ihrem 52-Prozent-Paket an den Imperial-Hotels (Bristol, Imperial) trennen. Im ersten Halbjahr soll entschieden werden, wer die Hotels kauft. Sacher-Chefin Elisabeth Gürtler ist eine der Interessenten. Alles muss mit Starwoods (halten 47 Prozent) abgestimmt werden. (cr, corti, gra, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.2.2011)

Kommentar posten
18 Postings
cupertino
00
27.2.2011, 12:40
schon ok

wenn die bai da einfaehrt. haett' alles geklappt, haetten die sich dumm und daemlich verdient.

Jo eh...
00
25.2.2011, 18:32

Was mich erstaunt ist dass es in diesem Bereich tatsächlich Mitarbeiter gibt die ohne schriftlichen Vertrag bei ihrem bisherigen Arbeitgeber kündigen. Wer bitte macht so etwas?! Sehr unprofessionell.

simson simon
00
24.2.2011, 18:02
zu viele selbst genante 5 sterene Hotels Sofi, Steig

Wer situation kennt wird verstehen warum Shangri la abgesprungen ist.In Wien gibst einfach keine bedarf nach neu 4-5 Sterne Hotels,trotzdem noch welche sind in Bau oder Geplant.
Opfer sind nur Mitarbeiter .

vegetarischer.fleischfresser
 
00
26.2.2011, 07:49
... opfer sind nur die ...

opfer wohl schon, aber 'nur' .. ?
in den sand gesetzt wurde doch der eine oder andere € auch, oder wie wurde die bisherige ausbau-phase finanziert ?

nicht bezahlte rechnungen ?
versprechungen ?
spekulationen ?
irgendwer aus irgendwo ?

.. na aber bitte, aber die sind doch nicht irgendwer!
wem fühlen die sich verpflichtet - den shareholdern ?
und sonst wem ...

Hanns Ch.1
16
24.2.2011, 10:38
bitter

ist nunmehr auch die Erfahrung, dass hier ein Betreiber abgesprungen ist, der nicht mehr an die Zukunft von Wien als Standort in Europa glaubt,..das müsste zu denken geben,...niemand lässt sich ansonsten ein lukratives Investment entgehen, aber Österreich gerät zunehmend ins Hintertreffen,...kein Wunder,....

Jo eh...
01
25.2.2011, 18:31

Wobei Wien, das ist das tragische dabei, ja kaum etwas falsch gemacht hat. Die relevanten Themen (Einwanderungspolitik, Wirtschaftspolitik, Nachbarschaftspolitik, usw.) sind halt alles Bundesthemen, und da hat Österreich seine vielen Chancen die es seit 1989 hatte halt sehr schlecht genutzt. Österreich fördert halt lieber Bergbauern, VÖESTler und Frühpensionisten als innovative Betriebe, und das entsetzliche Fremdenrecht tut sein übriges. Gegenüber Tschechien, Ungarn, usw. übt die österreichische Politik nur enorme Arroganz. In so einem Umfeld ist es schwer, international attraktiv zu sein. Obwohl Wien sehr schön, sehr sicher und sehr lebhaft ist und unzählige Touristenattraktionen hat. Aber wer die Rahmenbedingungen nicht schafft.......

Kontrahent1
00
24.2.2011, 12:05
Als ich letztens einmal wieder in Wien war

und über den Ring spazierte war ich sehr erstaunt, was es da alles an neuen Luxushotels gibt. Dazu was noch von Benko & co geplant ist.- Also von Zweifeln am Standort ist da wenig zu merken.

Hanns Ch.1
01
24.2.2011, 13:02
fakten

dann sehen sie sich die buchunglage der großen 5 stern häuser an,... mache große betreiber verhandeln schon seit jahren ohne ergebnis,..
der rest ist reines spekulantentum der heimischen immo branche,.. mehr nicht,..nur lokales gewitter

Kontrahent1
00
25.2.2011, 12:15
Aber ich spekuliere doch nicht

auf ein Pleitegeschäft.- Oder doch?

karakal
00
24.2.2011, 14:52
Ist ja auch kein Wunder...

Wer bezahlt solche Mondpreise für ein Wiener Luxushotel?

Kontrahent1
00
25.2.2011, 12:14
Erstens sind die ausgehängten Preise

nicht das, was in Firmenvereinbarungen mit Konzernen und Reiseveranstaltern verhandelt wird und zweitens sind die Preise immer noch harmlos, gegen manche Hotels in anderen Hauptstädten.

cannery row
13
24.2.2011, 11:39
sicher..

vermutlich hat sie das bettelverbot abgeschreckt, oder der korporationsball.

immofuchs
20
24.2.2011, 09:10
Geschäfte mit Asien bringens!

zumindest für die Chinesen.

Sagan
 
00
24.2.2011, 08:57
Stümper am Werk ?

Möglicher Weise bekamen die Shangri-La kalte Füße, da es in Wien derzeit massenhaft Hotelprojekte im Luxussegment gibt. Offensichtlich ist jedoch das Vertragswerk stümperhaft ausformuliert, da der plötzliche Ausstieg der Hotelgruppe ansonsten nicht so ohne Weiteres möglich wäre.

salaam aleikum
00
24.2.2011, 00:01
Offenbar war da schon in den beiden...

Vorjahren was am köcheln.

Der bau stand eine zeitlang, für so ein großes projekt war übrrraschrnd wenig los, es wurde keine werbetrommel gerührt (shangri-la website vorjahr: jaja, wien gibts auch, quasi mal sehen...) Fürs beste produkt kamen njcht immer die besten zum zug (vergabe der technidchen einbauten?) Und und und.

Irgendwie wundert mich das jetzt nicht wirklich.

Was mich eher wundert ist, das man aus so einem projekt soo leicjt rauskommt. Was läuft da, bzw was läuft da schief? Beide partner (sl und bai) sollten ja erfahren genug sein, um nicht sls angeschmierter übrig zu bleiben...

Entweder war da was gewichtiges im hintergrund oder es kommt noch.

Meine meinung.

Ulrich Nagel
08
23.2.2011, 20:40

Der Scheich Al-Jabber koennte doch einspringen und das Ding zum erfolg fuehren ;-)

vegetarischer.fleischfresser
 
00
26.2.2011, 07:56
oder er hat vielleicht einen cousin mit einem 'titel' (scheich, CEO, präsident, ..)

alles gerne gesehen bei uns.

projekte, pläne, exposee's, ...
naja, nicht jedes kann auch was werden.

Mehr Mehr und Mehr
00
24.2.2011, 09:39

schön, dass nach Frank Stronach Österreich einen zweiten Reichen Onkel hat, der alles richten kann...

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