Wien

Grüne lehnen rote Sparpläne im Wohnbau ab

23. Februar 2011, 18:39
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    foto: apa/schreinerkastler/wien 3420 ag

    Während die Errichtung der Vorzeigevorstadt Aspern (links) um mindestens ein halbes Jahr verschoben ist, ...

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    foto: der standard/archiv

    ... muss Wien heuer vor allem Geld in Gemeindebausanierungen stecken.

Wohnbaustadtrat Michael Ludwig spart bei geförderten Wohnbauten: Statt den notwendigen 8000 Wohnungen pro Jahr könnten bald nur noch 2000 gebaut werden

Wien - Michael Ludwig hat bei der letzten Wien-Wahl nicht nur seinen Vizebürgermeistertitel verloren, sondern auch eine Menge Geld. Der Wohnbaustadtrat muss heuer mit 70 Millionen weniger auskommen als im Jahr 2010, sein Budget schrumpfte von 600 auf 530 Millionen, weshalb der Schwerpunkt heuer auf der Sanierung bestehender anstatt auf der Errichtung neuer Wohnhäuser liegt. Man werde aber trotzdem an die 5000 von der Stadt geförderte Wohnungen bauen, sagt der rote Stadtrat. In den letzten Jahren kamen rund 6600 hinzu.

Um den Zuzug von 15.000 Menschen zu kompensieren, sind aber in etwa 8000 neue Wohnungen pro Jahr notwendig. Von diesem Wert könnte sich Wien allerdings in den nächsten Jahren zunehmend entfernen. Denn um bereits zugesagte Förderungen und Sanierungen nicht zu gefährden, muss Ludwig eine Reihe von Projekten, die heuer auf Schiene gebracht werden und in den nächsten Jahren gebaut werden sollten, verschieben.

Verschobene Zusagen

Unter anderem die Wohnbauten in der Vorzeigevorstadt Aspern, die in den nächsten Jahren am nordöstlichen Stadtrand entstehen soll. Aber auch viele kleinere innerstädtische Projekte, deren Bauträger 2011 mit einer Förderzusage gerechnet haben, sind gefährdet. Laut Standard-Informationen gehen sich in diesem Jahr lediglich Förderzusagen für 2000 Wohnungen aus - für den Rest kann die Stadt erst nächstes Jahr Geld lockermachen. Ein Bauträger, der nicht genannt werden will, spricht von einer "Totalbremsung des Wohnbaus". Michael Ludwig will die stark geschrumpfte Zahl an Föderzusagen nicht bestätigen, dementiert sie aber auch nicht. "Das kann man momentan noch nicht sagen, ich bin aber zuversichtlich, dass wir den Bedarf abdecken können - das ist uns in der Vergangenheit auch gelungen." Er bemühe sich jedenfalls, zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten zu finden. "Da laufen die Gespräche gerade."

Der VP ist das zu wenig: "Es wäre ein Wahnsinn, in einer solchen Situation weniger Wohnungen zu bauen", sagt der schwarze Wohnbau-Sprecher Norbert Walter, der am Freitag im Gemeinderat eine Anfrage zum Wohnbudget einbringen wird. Denn schließlich werde zusätzlicher Wohnraum dringend benötigt. Schlimmstenfalls, ergänzt Parteikollege Alfred Hoch, fahre die U-Bahn 2013 nach Aspern, ohne dass dort jemand wohnen werde.

"Wenn heuer weniger gefördert wird, werden wir das vor allem in den nächsten Jahren sehr stark spüren", sagt auch Michael Pech von der gemeinnützigen Wohnungsaktiengesellschaft Österreichisches Siedlungswerk (ÖSW). "Die Folgen wären für die Versorgung mit leistbaren Wohnungen dramatisch." Beim ÖSW könnten derzeit laut Pech zwei bis drei Projekte von dieser Verzögerung betroffen sein.

Neue Modelle gefordert

Vom STANDARD mit der Reduktion auf 2000 geförderte Wohnungen konfrontiert, will der grüne Wohnbausprecher Christoph Chorherr das nicht hinnehmen: "Ludwig muss sich neue Modelle überlegen, um die Wohnbauleistung aufrechtzuerhalten, sonst explodieren die Mieten in den nächsten Jahren." In diesem Bereich zu sparen sei auch aus konjunkturpolitischen Gründen falsch, sagt Chorherr und verweist auf Gespräche mit dem Koalitionspartner: "Ich hoffe, dass wir da zu einer Lösung kommen werden."

Auch die FP ist gegen die roten Sparpläne und drängt auf neuen Wohnraum. "Allein bei Wiener Wohnen sind derzeit 25.000 Wohnungssuchende vorgemerkt" , sagt Wohnbausprecherin Henriette Frank. Sie fordert, dass die Stadt wieder in Eigenregie baut: "Es müssen neue Gemeindebauten errichtet werden, die Bauträger sind viel zu teuer." Ludwig verweist auf den Umstand, dass beim Budget für 2011 der Schwerpunkt eben auf Bildung, Sozialem und Pflege liege. Dass dies mit der grünen Regierungsbeteiligung zu tun haben könnte, bestreitet Grün-Mandatar Chorherr: "Das Budget war bereits vor Rot-Grün von der SPÖ nahezu vollständig ausgearbeitet."

Das Wohnbauressort ist das einzige, das von einer massiven Budgetkürzung betroffen ist. Ludwig geht davon aus, dass ihm 2012 wieder mehr Geld zur Verfügung stehen wird. Unter Bauträgern geht dennoch das Gerücht um, hier werde ein Streit zwischen Renate Brauner und Michael Ludwig auf ihrem Rücken ausgetragen. Sowohl die Finanzstadträtin, die die Mittel auf die Ressorts verteilt, als auch der Exvizebürgermeister gelten als Nachfolgekandidaten von Bürgermeister Michael Häupl. (Martina Stemmer/DER STANDARD-Printausgabe, 24.2.2011)

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Posting 1 bis 25 von 61
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echtzeit2
00
28.2.2011, 13:53
Bauträger und Baufirmen ziehen an einem Strang; in die geschützte Werkstatt des geförderten Wohnbaus

.

violavioletta
 
02
25.2.2011, 16:53
außerdem..

sollte man mal bedenken dass auch die geförderten mietwohnungen, gef. genossenschaftswohnungen, snaierten altbauwohnungen (sogar gef.eigentum?!) und alles was auf wohnservice-wien.at angeboten wird, auch nicht gratis ist für sozial schwächere..jeder tut so als wären die soo billig, also sorry, dem ist NICHT so! bin seit 1.5 jahren beim wohnservice-wien online (geht ja nicht anders) auf der suche nach einer leistbaren whng und ohne kredit kann ich mir als normalsterblicher mit einem durchschnittsgehalt von 1800brutto (VZ job) dort auch keine whng nehmen....man wird ja in wien quasi gewzungen,sich zuerst mal zu verschulden um wohnen zu können...bizarr

Karli Käplin
00
25.2.2011, 10:32
Unter Ludwig od. Faymann passiert?

http://www.wolfgangkrisch.at/Penzing/0... 190402.htm

Liebe Medien,
hakt doch mal hier nach, da kommen noch genügend andere "schöne" Dinge ans Tageslicht!
Das interessiert die Leser ebenso, denn zahlen müssen wir es ja auch!!!

Der Blinde mit dem Seehund
01
24.2.2011, 18:54
Solange ein NR Abgeordneter P. Pilz

mit über € 8.000.- Gehalt in einer Gemeindebauwohnung lebt, hat das mit sozialem Wohnbau sowieso nichts mehr zu tun

R. Lexer
00

Naja, das gilt aber an sich für alle Gemeindebaubewohner. Der "Bedarf" wird nur ein mal geprüft, und das bei einer sehr hohen Obergrenze von 2000 Euro netto (für Singles).

R. Lexer
00

2.859,28 Euro sogar.

natoll
00
25.2.2011, 08:34

naja, würd er im penthouse leben wär's den leute auch wieder nicht recht.

Mirstetta Toni
01
25.2.2011, 14:48

das eine und das andere passt nicht. eine normale eigentumswohnung würde auch genügen.

anti follower nick 03
11
24.2.2011, 13:47
leer stehende Wohnungen gibt es viel zu viele in Wien!

"Der VP ist das zu wenig: "Es wäre ein Wahnsinn, in einer solchen Situation weniger Wohnungen zu bauen", sagt der schwarze Wohnbau-Sprecher Norbert Walter, der am Freitag im Gemeinderat eine Anfrage zum Wohnbudget einbringen wird. Denn schließlich werde zusätzlicher Wohnraum dringend benötigt"

alles Spekulationswahnsinn...

natoll
01
25.2.2011, 08:35

naja, im breich des sozialen wohnbau's (und darum gehts hier) gibts eher wartelisten. da steht nichts leer.

man darf das nicht alles heillos durcheinandermischen.

Norbert Dichand
00
24.2.2011, 13:23
Bissl OT...

...hat hier jemand einen Link betreffs der Einkommensgrenzen für Gemeinde- oder geförderte Mietwohnungen?

Eckhausbesitzer
00
24.2.2011, 14:56

http://www.wien.gv.at/wohnen/wi... enzen.html

Bei geförderten Wohnungen liegt die Grenze tiefer.

Norbert Dichand
00
24.2.2011, 16:56
Danke!

Die Grenzen sind deutlich höher als ich in Erinnerung hatte. Vielleicht zahlt sichs doch aus.

Karl Bergerle
02
24.2.2011, 15:46
S.g. Eckhausbesitzer!

auch ich bin Hausbesitzer, nur nicht von einem Eckhaus, aber da frag ich nur, muß man Mieter mit fast 2900€ mtl. wirklich unterstützen, sind das wirklich sozial Schwache?

Eckhausbesitzer
00

Nein. Diese Grenzen sind sowieso eigenartig. Die wurden vor einiger Zeit angehoben, weil die Stadt Wien auch (zwecks Durchmischung) "Besserverdienende" in die Gemeindebauten holen wollten. Ich denke jedoch, dass ab einem gewissen Einkommen der durchschnittliche Gemeindebau unattraktiv wird...

Rene Stangeler
00
26.2.2011, 19:49
Die Mieten in geförderten Wohnung

sollten Einkommensangepasst sein. Überprüfung vielleicht alle 5 Jahre und dann entsprechende Anpassung. Es gibt genug Wohnungen welche nur behalten werden weil sie vor etlichen Jahren bezogen wurden und einfach behalten werden weil es auf die paar Hundert Euro nicht ankommt, die Mieter längst ein Haus auf dem Land bezogen haben und die Wohnung nur ein paar mal im Jahr nutzen oder sie von Kinder der Mieter benützt werden.

Kann ja nicht sein das jemand mit geringem Einkommen einzieht, 20 Jahre später Karriere gemacht hat, und längst nicht mehr die Anforderungen für eine gefördertet Wohnung erfüllt aber diese trotzdem mit günstiger/geförderter Miete behalten kann.

Karl Bergerle
00
27.2.2011, 13:32
die Obergrenzen sind viel zu hoch

wenn eine Einzelperson fast € 2900,- mtl. netto bezieht, dann sind das ca. 5000,-€ brutto und diese Person kann sich entweder eine Eigentumswohnung kaufen oder am freien Markt eine wohnung mieten.
Eine Gemeindewohnung, die von Steuergeldern errichtet wird, soll ausschließlich von wirklich Bedürftigen bewohnt werden und nicht von oben Genannten.

Karli Käplin
24
24.2.2011, 12:39
Ludwig Freunderlwirtschaft

Wenn wir WW-Mieter nicht ständig gegen WW klagen müssten um unser Recht zu bekommen, Mängel wie: Keine Ordnunggemäße Legung der Betr.kost.Abrech., Überteuerte Stundensätze von Freunderlfirmen, Pseudo-Innovation bei Dauchausbauten (schwere Baumängel die vertuscht werden wie z.B. Dämmung), überhöhte Warmwasser & Heizkosten für die Freunderlfirma-EnergieComfort uvm., dann bräuchte Ludwig (Vorgänger Faymann) Geld, aber da würden eben die Freunderln alle jammern, dass sie sich nicht mehr an den Mietern bereichern können!

Ludwig als Bürgermeister würde da noch gut passen, für den Untergang Wiens!
Roter (Schwarzer) Sumpf wann wirst du trocken gelegt?? Es laufen schon genügend KHG`s, Mensdorff-Ppouilly, Leitl`s & Schüssel`n rum!

MARTIN FREUKES
 
53
24.2.2011, 11:08
Die Grünen sagen ............

der Rote Stadtrat soll sich was einfallen lassen. Man fragt sich wofür die Grünen in der Koalition im Rathaus sitzen. Sind es doch die Grünen welche keine Regierungserfahrung haben. Die Grünen wären gut Beraten eine Zeit lang still zu halten und auf zu passen. Die Verantwortung ist zu gross um so auf die schnelle Dummheiten anzustellen welche die Bürger ausbaden müssen. Demut ist gefragt und nicht übertriebener Ehrgeiz um bei jeder Gelegenheit in den Medien zu sein. Um ein verantworungvoller Koalitionpartner zu werden, bedarf es eben Demut und Weitsicht, denn abgesehn von den fehlenden Wohnungen hängen auch viel Arbeitsplätze vom Wohnbau ab. Also Ideen sind gefragt und weniger Polemiken, das ist verantwortungsvolle Politik.

MovGP0
00
24.2.2011, 16:15

1) die Roten haben Regierungserfahrung und können sich daher nicht ausreden und 2) wird dieser Stadtrat dafür bezahlt, solche Probleme zu lösen

Rune Rebellion
02
24.2.2011, 10:38
Na Super...

Dabei ist es jetzt schon schwer an eine gescheite geförderte Wohnung zu gelangen, weil die Nachfrage so groß ist. :(

opryde
18
24.2.2011, 10:04

kosten für die installation von videoüberwachung in einem floridsdorfer gemeindebau laut aushang: 72.000 euro. anzahl der gebäude der siedlung: 6.

beschädigungen der letzten jahre: 2x eine eingeschlagene scheibe.

information über die laufenden kosten: keine.
information über speicherdauer und zugriffsrechte: keine.
information über anzahl und standorte der kameras: keine.

vielen dank, spö!

Wicked Vienna
00
24.2.2011, 15:10

Na, da sind jetzt aber die Einbrüche und der Vandalismus untergegangen.

opryde
01
24.2.2011, 21:55

ich lebe seit über 25 jahren in dieser siedlung und hier wird pro jahr ausschliesslich balkonseitig im erdgeschoss in maximal 3 wohnungen eingebrochen (spricht sich schnell herum).

da könnens im eingangs- und garagenbereich in hd videoüberwachen, daran würde sich nichts ändern.

MovGP0
00
24.2.2011, 16:17

dabei sind die quantitativ und kostenmäßig meisten Eigentumsdelikte weder Vandalismus noch Einbruch, sondern Diebstähle von Fahrrädern...

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