UniCredit will libysche Stimmrechte einfrieren

23. Februar 2011, 17:26
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Gerüchte über Abgang von Präsident Dieter Rampl sorgen für Unruhe

Mailand - Mit einer Reihe von Dementis hat UniCredit-Chef Federico Ghizzoni am Mittwoch die zahlreichen Gerüchte um sein Institut nicht ganz zum Schweigen gebracht. Ghizzoni wollte nichts von einem vorzeitigen Rücktritt des Bankpräsident Dieter Rampl wissen. Dieser hatte am Dienstag wissen lassen, dass er auf der Seite des libyschen Volkes stehe und große Sorgen betreffs der libyschen Investoren (7,5 Prozent von UniCredit) hege. "Wir haben mit dem Gouverneur der libyschen Zentralbank, unserem traditionellen Kontaktmann, Farhat Omar Bengdasa, noch keinen Kontakt aufnehmen können." Am Mittwoch meinte er, man überlege die Einfrierung der Stimmrechte Libyens auf fünf Prozent.

Seine Äußerungen haben in italienischen Bankenkreisen die Meinung verstärkt, dass sein Rücktritt kurz bevorstehe. Dass Rampl nicht sein Mandat bis Ende der Amtszeit, Frühjahr 2012 durchführen wolle, ist allseits bekannt. Die jüngsten Veränderungen im Top Management der Bank Austria-Mutter sind nicht nach seinem Wunsch verlaufen. Andererseits haben die allmächtigen Stiftungen, mit insgesamt 12 Prozent Kapitalanteilen, inzwischen Distanz zu ihrem einstigen Schützling genommen.

Aber nicht nur die Zukunft der libyschen Großaktionäre und das Abziehen der Mannschaft aus Libyen macht Sorgen. Angeblich hat das Italien-Geschäft 2010 rote Zahlen geschrieben, Mitte März werden Zahlen vorgelegt. (tkb, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.2.2011)

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