Blick in die Zellen im Kampf gegen Krebs

23. Februar 2011, 17:23
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Bildgebung ebnet Weg zu individualisierter Krebstherapie

Wien - Die krebsbedingte Mortalitätsrate ist in Österreich insgesamt rückläufig. Mitverantwortlich für diesen Trend sind laut Peter Brader, Spezialist für molekulare und onkologische Bildgebung an der Medizinischen Universität Wien, auch fortschreitende Entwicklungen auf dem Gebiet der Radiologie. "Von der Diagnose und der Wahl der Therapie, über die Therapieplanung bis hin zur Nachsorge spielt die Bildgebung in der Onkologie eine zentrale Rolle", hieß es am Mittwoch in einer Aussendung.

Screening- und Vorsorgeprogramme

Die grundsätzlich beste Methode, um eine Krebserkrankung im frühesten Stadium zu erkennen, ist die regelmäßige Teilnahme an einem Screening- bzw. Vorsorgeprogramm. In Österreich werden Vorsorgeuntersuchungen weitgehend unkoordiniert und auf eigenen Wunsch bzw. auf Anraten eines Arztes durchgeführt. Trotz dieser "opportunistischen" (Früherkennung bei Gelegenheit dazu, Anm.) liegt die Alpenrepublik international gesehen sehr gut, so Brader: "In Österreich wird Screening für mehrere Krebsarten angeboten, wie z.B. Gebärmutterhals-, Prostata-, oder Darmkrebs und - in Bezug auf die Bildgebung selbstverständlich - die Mammografie zur Brustkrebs-Früherkennung. International liegt Österreich hier im Spitzenfeld, vor allem was die Abnahme der Sterblichkeit betrifft".

Individuelle Krebstherapie

Einen Schlüsselfaktor für die Behandlung von Krebserkrankungen stellt die individuelle Krebstherapie dar, deren Ziel es laut Brader ist, "die richtige Behandlung zum richtigen Patienten zur richtigen Zeit mit deutlich besseren Ergebnissen und auch möglichen Kostensenkungen" zu liefern. Zum Beispiel können medikamentöse Therapien an jeden Patienten angepasst und durch radiologische Untersuchungen permanent Verlaufskontrollen durchgeführt werden, um das Wirken der Therapie zu bestätigen oder im Bedarfsfall anzupassen, hieß es in einer Aussendung aus Anlass des bevorstehenden Kongresses der europäischen Radiologen in Wien (3. bis 7. März).

Jährlich erkranken in Österreich rund 36.000 Menschen an Krebs, die Zahl der Neuerkrankungen in Österreich ist im längeren Trend gesehen rückgängig. Zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Männern zählt der Prostatakrebs (24 Prozent), gefolgt von Lungen- (15 Prozent) und Darmkrebs (13 Prozent), bei den Frauen kommen Brustkrebs (28 Prozent), Darm- (zwölf Prozent) und Lungenkrebs (neun Prozent) am häufigsten vor.

In der Kombination mit den Möglichkeiten der molekularen Bildgebung, der Darstellung von Geweben auf molekularer (Zell-) Ebene, erwarten sich Experten bedeutende Fortschritte im Kampf gegen Krebs, da so u.a. die Stoffwechsel-Prozesse, das Wachstum und die Tumor-Entstehung erforscht und besser verstanden werden können. Anfang März tagen 19.000 Fachleute beim 23. Europäischen Radiologenkongress (European Congress of Radiology/ECR; 3. bis 7. März) im Austria Center Vienna. (APA)

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