Volksbank International AG: Abgang aus dem Vorstand

23. Februar 2011, 17:17
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Der für Firmenkunden zuständige Vorstand der zum Verkauf stehenden Volksbank Interna­tional, Ralf Weingartner, geht

Der für Firmenkunden zuständige Vorstand der zum Verkauf stehenden Volksbank International, Ralf Weingartner, geht. Offiziell aus privaten Gründen, inoffiziell spricht man von Differenzen im Management der Gruppe.

Wien – Sie soll zwar verkauft werden – aber Ruhe herrscht in der Volksbank International AG (VBI), der Ostbanken-Tochter des österreichischen Volksbankensektors, nicht. Vorigen Donnerstag hat Ralf Weingartner, eines von vier Vorstandsmitgliedern der VBI, seinen Chefposten quittiert. Dabei geht es nur um die Auflösung seines Vorstandsvertrags – seinen Angestelltenvertrag mit der VBI hat der 58-jährige Banker nicht gelöst.

Die VBI gehört mehrheitlich der Österreichischen Volksbanken AG (ÖVAG), den Rest teilen sich deutsche DZ-Gruppe und französische Volksbanken. Weingartner saß seit 2004 auf einem Mandat der deutschen Miteigentümer und hat ein Rückkehrrecht zur DZ-Gruppe.

Dem überraschenden Rücktritt des Bankers sollen Unstimmigkeiten mit ÖVAG-Managern vorangegangen sein, die mit VBI-Problemen in Rumänien zusammenhängen. ÖVAG-Sprecher Walter Gröblinger spricht dagegen von „gesundheitlichen Problemen" Weingartners.

Die DZ-Gruppe überlegt nun, ob sie Weingartners Posten überhaupt noch nachbesetzen soll – schließlich will man den Verkauf der VBI noch im ersten Halbjahr über die Bühne bringen. Dem Vernehmen nach waren bisher Russen und Chinesen im Datenraum. Insgesamt dürfte sich das Interesse für die Bank, die in neun Ländern aktiv ist, zuletzt über 14 Mrd. Bilanzsumme verfügte und mit 1,25 Mrd. Euro zu Buche steht, eher in Grenzen. Sollten „externe" Käufer nicht bereit sein, den Buchwert auf den_Tisch zu legen, wären die französischen Eigentümer angeblich bereit, die VBI ganz zu übernehmen – über Buchwert wollen sie aber auch nicht zahlen.

Das Jahr 2010 lief für die VBI nicht ideal. Sie dürfte mit einem Verlust ausgestiegen sein. Der_Sprecher der Bank hat das zwar zuletzt dementiert; die Zahlen dürften aber nicht veröffentlicht werden. Sicher ist, dass es in der VBI-Tochter in Rumänien massive Probleme gab: Sie schreibt Verluste, obzwar diverse Assets ausgelagert wurden.

Dazu kamen Probleme mit der rumänischen Nationalbank, interne Streitigkeiten, Rauswürfe rumänischer Mitarbeiter, Gerüchte über Kredite an Volksbanker und kritische interne Prüfberichte – ein ungesundes Klima, in dem sich angeblich auch VBI-Manager Weingartner nicht mehr wohl gefühlt hat.

Der letzte Abgang aus dem VBI-Vorstand liegt acht Monate zurück, im Juni 2010 hatte Risiko-Vorstand Udo Szekulics seinen Hut genommen. Angeblich war er mit dem Ablauf von Personalentscheidungen in Rumänien, die der ÖVAG-Vorstand getroffen hat (die Volksbanken AG ist quasi Großmutter der Volksbank Rumänien), nicht einverstanden. (Renate Graber, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.2.2011)

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    VBI-Vorstand Ralf Weingartner geht.

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    Die Umbauten bei den Volksbanken gehen weiter. Der Verkauf der Volksbank International wird durch einen Rücktritt getrübt.

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