Hongkong überholt London und Tokio

23. Februar 2011, 17:16
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Drei der zehn teuersten Büro­standorte befinden sich in Asien - Rio verdrängt New York - Wien vom 28. auf den 34. Rang gefallen

Mit Hongkong an der Spitze, Tokio auf dem dritten und Mumbai auf dem sechsten Platz befinden sich drei asiatische Metropolen unter den Top-Ten der teuersten Bürostandorte der Welt. Die Spitzenmiete im Hongkonger Central Business District (CBD) beträgt derzeit 160,91 Euro brutto pro Quadratmeter und Monat. Das nächstteuerste Pflaster, das Londoner West End, kommt auf 155,99 Euro, gefolgt von 111,21 Euro in Tokios Finanz-Distrikt. Dies geht aus der aktuellen Studie "Office Space Across the World" des internationalen Immobilienberatungshaus Cushman & Wakefield (C&W) hervor.

Starke Preisanstiege

Generell stand das Jahr 2010 nach starken Mietpreisrückgängen 2009 wieder im Zeichen umfangreicher Verteuerungen im Top-Segment. So wurde in Hongkong ein Anstieg von 51 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet, und auch an vielen anderen Standorten zeigt der Trend eindeutig nach oben: Singapur stieg in der Rangliste vom 24. auf den 11. Rang, Peking vom 26. auf den 15., Taipeh vom 36. auf den 19. und Ho Chi Minh Stadt vom 46. auf den 24. Rang.

Erstmals seit Durchführung der Studie (Erstauflage 1996) befindet sich außerdem eine lateinamerikanische Stadt unter den Top-Ten: Rio de Janeiro, 2009 noch auf Platz 13, belegt aktuelle Rang vier in der Rangliste der teuersten Bürostandorte der Welt. Mit einem Anstieg der Spitzenmiete um 47 Prozent auf 80,42 Euro pro m² und Monat hat die Stadt am Zuckerhut die US-Metropole New York City mit 76,67 Euro überholt und ist nun der teuerste Bürostandort auf dem amerikanischen Kontinent.

"In Europa wurde 2010 über alle Standorte hinweg ein Mietpreisanstieg von einem Prozent registriert", erläutert Inga Schwarz, Research-Verantwortliche von C&W in Deutschland, "allerdings ist die Mietpreisentwicklung in den einzelnen Ländern und Städten sehr unterschiedlich ausgefallen. So halten sich die Zahlen der Standorte mit stabilen, sinkenden aber auch steigenden Mieten die Waage. Positive Ausreißer sind insbesondere die Londoner Teilmärkte City und West End, wo ein Anstieg um 25 bzw. 27 Prozent verzeichnet wurde. Auf den nächsten Plätzen folgen Mailand mit 10 und Paris mit 9 Prozent."

Stabile Mieten im deutschsprachigen Raum

Auch im deutschsprachigen Raum präsentieren sich die Spitzenmieten in den Bürohochburgen stabil: Frankfurt, im letzten Jahr Rang 21, ist mit brutto 41,50 Euro zwei Plätze zurück auf den 23. Rang gefallen. Zürich belegt mit 65,46 Euro den neunten Rang (2010: 10. Platz), und Wien ist mit brutto 33,29 Euro sechs Plätze zurück auf den 34. Rang gefallen.

"Der österreichische Nutzermarkt war 2010 von geringem Angebot geprägt, doch in diesem Jahr werden einige gute Büroflächen neu auf den Markt kommen", urteilen die Experten von C&W. In Wien beträgt die Spitzenmiete netto 26,47 Euro und in Innsbruck 12,65 Euro pro m² und Monat.

In den deutschen Top-5-Standorten betrugen die Netto-Spitzenmieten zwischen 35 Euro (Frankfurt) und 21 Euro (Berlin).  In Zürich werden für erstklassige Büroflächen netto 62,72 Euro, in Genf netto 58,80 Euro bezahlt.

Der wirtschaftliche Aufschwung ist 2010 auf den größten Büroflächenmärkten Deutschlands angekommen", führt Schwarz weiter aus. "Die Märkte haben sich im Jahresverlauf stabilisiert, und gegenüber dem Vorjahr ist das Vermietungsvolumen an allen Standorten deutlich gestiegen. Insgesamt wurden in den deutschen Top-Standorten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg und München rund 2,45 Mio. m² Büroflächen angemietet. Damit wurde ein Plus von rund 27 Prozent gegenüber 2009 registriert. Zum Jahresende befanden sich sämtliche Märkte auf Kurs in Richtung Stabilität und Wachstum, allerdings ist das Schlussquartal auf den Märkten sehr unterschiedlich ausgefallen." (red)

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    Teuerster Bürostandort der Welt: die südchinesische Finanzmetropole Hongkong.

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