Schüler als "billige Arbeitskräfte": Gewerkschaft kritisiert Winterpraktika

23. Februar 2011, 16:04
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Schulversuch mit Sondergenehmigung für Praktika zwischen 7. Jänner und 7. März - vida-Chef sieht reguläre Arbeitsplätze gefährdet

Wien - Der Schulversuch einer Kärntner Tourismusschule in St. Veit, für den Praktika nicht nur im Sommer, sondern auch in der Wintersaison zwischen 7. Jänner und 7. März vom Unterrichtsministerium genehmigt wurden, hat nun die Gewerkschaft auf den Plan gerufen. "Wir haben den Braten dahinter gerochen - dahinter steht eine Kostensenkung", sagte der Chef der Gewerkschaft vida, Rudolf Kaske, am Mittwoch in einer Pressekonferenz. Die Schüler bekämen Lehrlingsentschädigung und seien um ein Viertel bis ein Drittel billiger als die Hilfskraft. Diese Pilotversuche dürften nicht ins Regelsystem übergehen.

Bei einer Ausweitung dieser Praxis - rund 19.000 Jugendliche gehen derzeit in Österreich in Tourismusschulen - sieht die Gewerkschaft Normalarbeitsplätze gefährdet. In Kärnten hätten bereits zwei weitere Ausbildungsstätten für den Schulversuch interessiert. Und auch in Salzburg und in Tirol wurde laut Kaske bereits Interesse an Winterpraktika bekundet. Derzeit gilt die Regelung erst für 25 Jugendliche in Ausbildung.

"Die Mehrheit der Betriebe wird sagen, starten wird das Praktikum doch schon in den Weihnachtsferien um Weihnachten herum, und damit ist dann der Gutteil der Wintersaison abgedeckt", so das Szenario der Gewerkschaft.

"Dafür im Sommer kein Praktikum"

Die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) stellt sich hinter die Winterpraktika: "Es stimmt nicht, dass die Schüler als billige Arbeitskräfte Jobs gefährden, weil der jeweilige Winterpraktikant dann im Sommer kein Praktikum macht", so ÖHV-Sprecher Martin Stanits. Die Branche brauche einen Nachwuchs langfristig - das sei viel wichtiger als sich kurzfristig etwas Geld zu sparen. (APA)

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