"Pollux" will Reichweite von Elektroautos steigern

23. Februar 2011, 16:01
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Optimierung von Stromverbrauch und Lade- und Batterie-Managementsystemen angepeilt

Graz - Die Steigerung der Reichweite von Elektroautos ist das Ziel des mit insgesamt 33 Millionen Euro dotierten europäischen Forschungsprojektes "Pollux". Im Zentrum steht die Frage, wie man den Stromverbrauch durch bedarfsorientierte Steuerung optimieren kann, ohne dabei an Sicherheit zu verlieren. Mit an Bord des Projekts, das vor einem Jahr begonnen hat und noch bis 2013 läuft, sind 35 Partner aus zehn Ländern, darunter neun Einrichtungen aus Österreich. Neben führenden europäischen Konzernen und Institutionen wie u.a. das Forschungszentrum von Fiat, die PSA-Peugeot-Citroen-Gruppe, die ehemalige Philips-Tocher NXP Semiconductors, austriamicrosystems, AVL oder Infineon ist auch die FH Joanneum in Kapfenberg am Projekt beteiligt.

Stromverbraucher unter der Lupe

Bisher schaffen E-Autos nur wenig mehr als 100 Kilometer, bevor sie zum Nachladen der Batterien an die Steckdose müssen. Effizientere, preiswertere Batterien und eine intelligente Verwaltung des gesamten Stromverbrauchs des Fahrzeuges sind daher angesagt, um eine bessere Reichweite zu erreichen. So erforschen die Projektteilnehmer unter anderem die Energieeffizienz aller Stromverbraucher im Fahrzeug - von der Beleuchtung über die Heizung und Klimaanlage bis zu den Steuerungssystemen. Es wird getestet, inwiefern neue, stromsparende Bauteile den Verbrauch drosseln. Eine intelligente Verteilung von Sicherheitsfunktionen soll Prozessoren und andere Bauteile in den einzelnen Steuergeräten einsparen, was neben dem Stromverbrauch auch Gewicht und Größe der Steuergeräte reduzieren könnte.

Alle Beteiligten sind mit der Optimierung von Lade- und Batterie-Managementsystemen für eCars beschäftigt. Angepeilt werden zum einen kostengünstige Ladestrategien, die auch eine schonende Auslastung des Stromnetzes berücksichtigen. Zum anderen soll eine verbesserte elektronische Regelung von Lithium-Ionen-Zellen die Lebensdauer und Leistungsfähigkeit der Energieversorgung der Elektromobile erhöhen.

"Im Rahmen von Pollux werden wir die Auswirkungen der elektromagnetischen Feldern auf die elektronischen Komponenten im eCar in unserer Schirmkammer analysieren", beschrieb Martin Kohl vom Studiengang "Elektronik & Technologiemanagement" die Aufgabe der Kapfenberger Experten. Ziel ist es, die Kommunikation unter den elektronischen Komponenten zu optimieren. Hier legt man besonderes Augenmerk auf die elektronische Steuerung von Bremsen und Lenkung. An dem Projekt arbeiten auch Studierende des Master-Studiums "Advanced Electronic Engineering" mit. (red/APA)


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