UniCredit sorgt sich um Vizepräsident

23. Februar 2011, 15:34
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Seit Tagen kein Kontakt zu libyschem Notenbankchef Bengdara

Rom/Mailand - Die Bank Austria-Mutter UniCredit, an der libysche Staatsfonds und die Zentralbank von Tripolis mit 7,6 Prozent beteiligt sind, beobachtet mit größter Aufmerksamkeit die Entwicklungen in Libyen. Seit Tagen fehlen Nachrichten vom UniCredit-Vizepräsidenten und Gouverneur der libyschen Zentralbank, Farhat Omar Bengdara. "Wir haben keinen Kontakt mehr zu Bengdara", berichtete UniCredit-Konzernchef Federico Ghizzoni am Mittwoch.

Wegen der Auswirkungen der Libyen-Krise auf die Bank sei er nicht besorgt. "Die Krise hat keine Auswirkungen auf unsere Arbeit. Die wichtigsten Aktionäre der Bank sind bereit, uns weiterhin zu unterstützen", versicherte Ghizzoni.

Zweitgrößter Aktionär

Die Libyer stellen bei UniCredit den zweitstärksten Aktionär. Rund um die im vergangenen Jahr erfolgte Aufstockung durch libysche Staatsfonds war in dem Mailänder Bankkonzern ein heftiger Streit entbrannt, der schließlich den langjährigen Bankchef Alessandro Profumo den Job gekostet hat.

Die Aktie von UniCredit war seit Tagen auf Talfahrt, am heutigen Mittwoch notierte das Papier in Mailand geringfügig fester.

Inzwischen kommt die Bank mit ihren schon über mehrere Monate laufenden Verkaufsbemühungen für ihre Fondstochter Pioneer nun anscheinend in die Zielgerade. "Die verbindlichen Angebote für Pioneer müssen bis März eingereicht werde", sagte Ghizzoni. (APA)

 

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