Erste Group: Analysten sehen Gewinnplus

23. Februar 2011, 15:16
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Wien - Die Analysten der Raiffeisen Centrobank (RCB), der UniCredit und der Citigroup erwarten für die am kommenden Freitag zur Veröffentlichung anstehenden vorläufigen Gesamtjahreszahlen 2010 der Erste Group eine erhebliche Steigerung des Vorsteuergewinns. Die Vorsorgen und Wertberichtigungen für faule Kredite werden allerdings weiterhin über der 2-Milliarden-Schwelle erwartet.

Die durchschnittlichen Analystenschätzung für den Nettozinsüberschuss 2010 lautet auf 5,45 Mrd. Euro, was einem Anstieg von 4,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entsprichen würde.

Die Risikovorsorge blieben im Berichtszeitraum weiter hoch. Die Bank dürfte laut Analystenkonsensus 2,08 Mrd. Euro einstellen, das wäre im Schnitt 1,14 Prozent höher als 2009.

Zur Erinnerung: In den ersten neun Monaten 2010 waren die Vorsorgen für faule Kredite um 9,6 Prozent auf 1,59 Mrd. Euro angewachsen. Der Anstieg war bis dahin schon langsamer geworden, im dritten Quartal waren die Risikokosten bereits rückläufig. Dass es insgesamt nicht nach unten ging, dürfte primär an der Marktproblematik in Rumänien und Ungarn liegen. Weit besser lief es in Österreich, Tschechien und der Slowakei.

Der Verwaltungsaufwand dürfte im Gesamtjahr 2010 mit plus 0,42 Prozent bei 3,81 Mrd. Euro nur moderat höher liegen, sagen die Analysten. Der Vorsteuergewinn sollte nach den Erwartungen der Experten von 1,26 Mrd. Euro im vorangegangenen Jahr auf 1,59 Mrd. Euro 2010 gesteigert worden sein, was einer Zunahme von 25,6 Prozent entspricht.

Die UniCredit-Experten begründen den Anstieg des Vorsteuergewinns mit höheren Nettozinsmargen und verbesserter Effizienz. Das Kredit- und Vermögenswachstum sollte hingegen verhalten bleiben. Die positive Entwicklung des Nettozinseinkommens beruht den Analysten zufolge auf einem moderaten Kreditwachstum und höheren Margen. Bei den Gebühren und Provisionen wird dank stärkerer Wertpapiergeschäfte ebenfalls ein Plus erwartet.

Für die Aktie der Erste Group betonen die Analysten, dass zukünftiges Kreditwachstum und eine fallende Risikovorsorge der Schlüsselfaktor für eine positive Entwicklung sein werden. Dem schließen sich auch die Experten der RCB an. Derzeit werden Erste Group-Titel von der UniCredit mit "buy" und einem Kursziel von 40,00 Euro bewertet. In der RCB lautet die Einschätzung auf "hold" mit einem Kursziel von 41,30 Euro. Am Mittwoch notierte die Erste Group in Wien bei 37,97 Euro, ein Rückgang um 0,5 Prozent.

Für das laufende Geschäftsjahr 2011 kann den Analysten der RCB zufolge mit höheren Kreditvolumina gerechnet werden, da Unternehmenskredite stärker nachgefragt würden. Auch die Margen im Zinsgeschäft sollten sich stabil entwickeln.

Die Analysten der Citigroup beziehen sich in ihrem Ausblick vorwiegend auf das vierte Quartal. Sie rechnen auf Quartalsbasis mit einer leichten Reduktion des Nettogewinns von 265 Mio. Euro im dritten Quartal auf 254 Mio. Euro im Schlussquartal, was einer Abnahme von 4 Prozent entspricht. Die Experten betonen jedoch, dass dieser bereits einen 12-Millionen-Euro-Steuereffekt durch die ungarische Bankensteuer enthält. (APA)

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