Pay-TV

Karl-Heinz Rummenigge schlägt Alarm

23. Februar 2011, 12:57

Der Vorsitzende der Europäischen Klub-Vereinigung sieht die Zukunft des Profi-Fußballs durch eine an­stehende Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes bezüglich Pay-TV stark gefährdet

Mailand - Karl-Heinz Rummenigge schlägt Alarm: Der Vorsitzende der Europäischen Klub-Vereinigung (ECA) sorgt sich wegen eines anstehenden Urteils des Europäischen Gerichtshofes um die Zukunft des Profi-Fußballs. Dabei geht es im Pay-TV-Markt nach einer Klage aus England um gravierende Einschränkungen im Bereich der Sportlizenzrechte.

"Das ist mehr als eine Gefahr. Wenn dieses Szenario von der Politik in Brüssel umgesetzt wird, dann kommen auf den Profifußball in Europa gefährliche Zeiten zu, dann gute Nacht! Das wäre für alle Vereine in Europa eine Katastrophe, vor allem für die fünf großen Ligen", sagte der Vorstandschef von Bayern München.

Ausländische Decoderkarten

Der EuGH in Luxemburg beschäftigt sich damit, ob Live-Übertragungen von Fußballspielen oder anderen Sportereignissen unter Verwendung ausländischer Decoderkarten erlaubt sind. Es wären in diesem Fall nur noch schwerlich Lizenzeinnahmen im EU-Ausland zu erlösen. "Für dieses Preis-Dumping wäre die Politik verantwortlich. Die muss verstehen, wie der Wirtschaftszweig Fußball funktioniert. Und ein wichtiger Bestandteil sind eben die Fernseheinnahmen", sagte Rummenigge.

So würde man "vor allem die kleinen und mittleren Klubs in die Insolvenz treiben. Sie könnten ohne die solidarische Vermarktung und die entsprechenden TV-Einnahmen nicht überleben. Aber selbst bei den großen Klubs würde so ein Urteil Spuren hinterlassen - auch wenn die wohl überleben würden", führte Rummenigge weiter aus.

Auch das unseriöse Finanzgebahren vieler Klubs ist dem Bayern-Boss weiter ein Dorn im Auge. Er verspricht sich daher viel vom "Financial Fair Play", das die Europäische Fußball-Union (UEFA) zusammen mit der ECA auf den Weg gebracht hat. Alle Vereine hätten seit dem Bosman-Urteil "Vollgas gegeben. Diese Klubs haben nun auch dafür zu sorgen, dass die Fußball-Welt wieder ein Stück rationaler wird."

"In dieser Form ist der Fußball nicht überlebensfähig"

Im Moment sei dies nicht der Fall, sagt Rummenigge: "Ich möchte daran erinnern, dass über 50 Prozent der Klubs in Europa rote Zahlen schreiben. In dieser Form ist der Fußball nicht überlebensfähig, dieses System kann so nicht mehr funktionieren."

Deshalb sei es wichtig gewesen, dass die UEFA ein Konsens-Modell erarbeitet habe, "um diese Entwicklung zu stoppen". Rummenigge ist sicher, dass der Verband und ihr Chef Michel Platini auch die ganz großen Klubs aus der Champions oder Europa League ausschließen würde, sollten die ihr Verhalten nicht ändern.

"Ich weiß aus sicherer Quelle, dass Michel Platini am letzten Tag der Transferperiode fast explodiert ist, als er die Nachrichten aus England vernommen hat. Es ist schon extrem irritierend, wenn ein Verein (FC Chelsea, d. Red.) am Morgen 83 Millionen Verlust ausweist - und am Nachmittag dann 85 Millionen in Transfers investiert", sagte Rummenigge und fügte an: "Die UEFA wird dieses Modell sehr seriös umsetzen."

Kritik an Sky

Kritik übte Rummenigge, der sich zuletzt erst wieder eine mittelfristige Verdopplung der TV-Einnahmen in Deutschland (derzeit sind es rund 400 Millionen pro Jahr) gewünscht hat, an Sky. Den Pay-TV-Sender müsse man "mehr in die Verantwortung nehmen".

"Immer nur darauf zu verweisen, dass wir eine besondere Free-TV-Landschaft haben, ist mir zu wenig. Das war vor 20 Jahren schon bekannt. Die Pay-TV-Sender und auch die DFL müssen dem Kunden Konzepte anbieten, die so überzeugend sind, dass endlich eine positive Entwicklung stattfindet. Überzeugen und nicht mit Entzug von Free-TV drohen, ist hier der Schlüssel", sagte der frühere Nationalspieler.

Noch mehr Exklusivität für die Pay-TV-Sender lehnte Rummenigge ab: "Wenn man diesen Weg gehen würde, wäre der wieder sehr negativ behaftet. Diese Diskussionen, etwa die Sportschau zu verschieben, um im Pay-TV mehr Exklusivität zu haben, gab es ja schon einige Male - mit dem Ergebnis, dass Pay-TV noch negativer diskutiert wurde." (SID)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 209
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usual suspect
00
26.2.2011, 16:33

wer ausführliche berichterstattung will wird mit einem griechischen pay tv ned viel anfangen, und wem das lokale pay tv zu teuer ist und sich mit den spielen begnügt, tritt dann vielleicht auch in den markt ein.

außerdem werden die ausländischen pay tv anbieter höher bieten wenn sie international vermarkten können. reines sky-murdoch verteidigungsgeplappere...

wenn er sich um kleinere vereine sorgen macht soll er mal andere reformen forcieren. wenn ich mich recht erinnere wollen ja die bayern zb. die gleichmäßig verteilten tv einnahmen zu marktanteilen verteilt haben?

rapidfans.at
00
26.2.2011, 11:09
wer soll das bezahlen, wer hat das bestellt?

wer hat soviel pinke pinke wer hat so viel geld...

hanni fridrich
02
25.2.2011, 04:25

Auf dem foto kommt der kalle so richtig sympathisch rueber.

ohne mich
01

ekelhafter neocon, der kalle. wohl immer schon gewesen, wird mit den jahren schlimmer..

DerLokkenkopf
10
26.2.2011, 15:12

ich mag ihn sowieso...aufm bild kommt der wie der pate der paten, wie der baba aller babas rüber :D

bayer48
02
25.2.2011, 11:51
genau,

darum hat es der "Standart" unter 1000 Fotos von KR ausgesucht ! Na so ein Zufall.

Frank Nitti
02
25.2.2011, 15:53
natürlich hättens auch das nehmen können:

http://farm5.static.flickr.com/4070/4640... b11fb8.jpg

o glorioso pé de friedenreich
02
24.2.2011, 23:55
natürlich

alle die möglicher weise anderer meinung sind haben ja immer überhaupt gar keine ahnung. und mit jeder kleinen pemperlentscheidung, die den großen mackern gegen den strich geht, ist natürlich immer gleich die ganze welt in gefahr. wahnsinn wie mir dieses machogehabe auf den nerv geht. und der war mal mein lieblingsfußballer....

Ernst August von Hannover
03
24.2.2011, 19:28
Karl-Heinz Rumgedisse

Müll ist das, was der da daherrülpst. Weniger Geld für die Vereine -> weniger Geld für die Spieler. So einfach ist das.
Die fünf größten Ligen würden darunter leiden? Mir kommen die Tränen! Eventuell wären dann solche Vereine wie der FC Kopenhagen keine Eintagsfliegen mehr im CL-Achtelfinale.
Ich könnte mir im Vereinsfußball eigentlich nichts Wünschenswerteres vorstellen, als daß die größeren und ganz großen Vereine weniger Geld bekommen.

HerrUnmut
00
24.2.2011, 14:21
???

Ja also zum einen müssen pay tv Sender wie Sky attraktiver werden, aber natürlich nicht durch Exklusivität? Ja was meint er denn damit, der ist sich auch nicht schlüssig, ich meine es gibt schon gute angebote aber natürlich könnten die noch exklusiver ausgebaut werden wenns nach mir ginge.

speedbrain
01
24.2.2011, 13:13
ja, ja ... immer diese Karl - Heinzis

Hans Krankls Frisör
02
24.2.2011, 11:41
Kann ja kein Problem sein.

Jedes Handelsunternehmen, jeder kleine Handwerker, im Prinzip jeder einzelne Arbeitnehmer muss mit dem Binnenmarkt zurechtkommen. Da werden es die Großkonzerne des internationalen Fußballs wohl auch irgendwie schaffen müssen.

slartibartfaß der Umwandler
11
24.2.2011, 11:34

wenn das alles umgesetzt wird, dann werden sie lachen, die bayern.....

und obwohl ich die bayern nicht mag, recht haben sie. sie sind anscheinend einer der ganz wenigen mannschaften, die ohne zig millionen an schulden ganz passabel unterwegs sind. wo wären den bitte real, barca, chelsea und co ohne ihre millioneneinkäufe ?? vermutlich hinter den bayern....

Ernst August von Hannover
00
24.2.2011, 19:21

Allerdings, vor allem diese Barceloneretten! Investieren eine Fantastillion nach der anderen in Messi und Xavi, während die Bayern Spieler wie Ribery, Robben und Gomez zum absoluten Nulltarif holen!

Olivier Merle
03
24.2.2011, 10:43
Fussballer-Gehälter

Hier könnte man sich einmal die US-Profi-Ligen als Vorbild nehmen, dort gibt es Gehatsobergrenzen (sog. Salary-Caps), dann könnte man dieses aberwitzigen Treiben einschränken.

Weniger Geld für die Vereine bedeutet nicht unbedingt deren Konkurs, müssen sie halt besser wirtschaften und können nicht Unsummen für Spielergehälter und Transfers ausgeben.

Der Fussball wird dadurch nicht zugrunde gehen.

Christoph Steiner2
00
24.2.2011, 14:11

Prinzipiell richtig. Leider wird auch mit dem Salary Cap ordentlich Schindluder getrieben. Man macht 7-Jahres-Verträge, um die jährliche "Belastung" zu minimieren, nur um den Vertrag dann nach 2 Jahren zu lösen und das restliche Geld als "Vertragsstrafe" zu überweisen. Abgesehen davon ist der Nordamerikanische Profisport mit europäischen Fussball Ligen nur schwer zu vergleichen.

biathlet
 
00
24.2.2011, 13:31

di9ese sogenannten salary caps klingen ja ganzb nett, bedeuten aber letzendlich nur das mehr schwarz bezahlt wird, und das ist wohl nicht der sinn

Olivier Merle
00
24.2.2011, 16:48

Im schwarz zahlen sind Kicker (man denke an den Herrn Kartnig - da ist es amtlich) sowieso schon lang ganz gut geübt.

Santamaria
00
24.2.2011, 11:40

NBA: LeBron James 42 Mio $
MLB: Alex Rodriguez 39,5 Mio $
NFL: Peyton Manning 27 Mio $
NHL: Alexander Owetschkin 10 Mio $
MLS: David Beckham 6,5 Mio $

Olivier Merle
00
24.2.2011, 16:47

Die Gehaltsobergrenze gilt pro Team und nicht pro Spieler, sprich es gibt nicht die Möglichkeit à la Chelsea oder Real Madrid 22 TOP-Top-Spieler zu verpflichten, weil sie dadurch eben den Salary-Cap überschreiten.

fucking anglizismen
00
24.2.2011, 13:04

das sind aber die gehälter + werbeeinnahmen (zumindest bei lebron)

felix19
00
24.2.2011, 10:27
Fussball ist ein Massensport.

Muss auch für die Massen kostenlos zugänglich bleiben.
Wir Konsumenten hätten die Macht, dass es auch so bleibt.

materazzi
00
24.2.2011, 10:24

Schon mal mit der Sky Hotline gesprochen. Dort sind die noch prepotenter als der Rummenigge. Und 44,90 monatlich zahlen, damit man nur Fussball schauen kann, ist schon ein Hammer. Ich habe jetzt bei Sky gekündigt.

woifmoa
00
24.2.2011, 09:29

der rumenigge ist ein bisserl vom anderen stern.

V4L
00
24.2.2011, 09:18
da stimme ich den letzten...

2 "Postern" zu billigeres Sky und weniger geld für fußballer!

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