Porphyrine als mögliche Waffe gegen Krebs

23. Februar 2011, 12:31
6 Postings

Forscher in Linz und Graz setzen auf stoffwechseleigene Farbstoffe im Kampf gegen Tumorzellen

Linz - Forscher der Linzer Johannes Kepler Universität (JKU) und der Medizinischen Universität Graz arbeiten gemeinsam an einer Waffe gegen Krebs. Sie setzen dabei auf stoffwechseleigene Farbstoffe - sogenannte Porphyrine. Die Moleküle werden in die Tumorzelle eingebaut und zerstören sie von innen. Erste Versuche verliefen erfolgreich, berichtet die jüngste Ausgabe der von der JKU herausgegeben Zeitschrift "Univationen".

Wolfgang Schöfberger vom Institut für Anorganische Chemie der JKU und Roswitha Pfragner von der Medizinischen Uni Graz verändern Porphyrine so, dass sie von Tumorzellen besser als von gesunden Zellen aufgenommen werden. Im Inneren interagieren sie mit der DNA und führen so zum spontanen Zelltod. Dabei werden verschiedene Varianten getestet: Manche Moleküle werden mit einem Metallion - zum Beispiel Gold - beladen, in die Krebszellen eingebracht und diese dann mit Licht bestrahlt. Andere Moleküle bekommen kein Metallion und benötigen auch kein Licht, um die Zerstörung der Tumorzelle in die Wege zu leiten.

Die bisher durchgeführten Versuche an Schilddrüsen- und Dünndarmtumorzellen seien erfolgreich verlaufen. In-vivo-Versuche sind noch ausständig. Wenn sie auch gute Ergebnisse bringen, sollen Pharmafirmen einbezogen werden, hieß es. Ein EU-Patent sei in Anmeldung. (APA)

Share if you care.