Riesige Kluft zwischen Arm und Reich

23. Februar 2011, 12:22
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Die Kaufkraft der Europäer hat sich im vergangenen Jahr nach massiven Einbrüchen 2009 leicht erholt

Wien - Die Kaufkraft der Europäer hat sich im vergangenen Jahr nach massiven Einbrüchen 2009 leicht erholt. Insgesamt stieg das Kaufkraftvolumen um 2,3 Prozent, das Vorkrisenniveau ist damit aber noch nicht erreicht, geht aus einer RegioData-Studie hervor. 2010 mussten noch immer sieben Länder Verluste hinnehmen, 2009 waren es 20 Staaten gewesen. In den baltischen Staaten sowie in Irland und in Kroatien schrumpfte die Kaufkraft sogar zum zweiten Mal in Folge. Österreichs Kaufkraft hat auch voriges Jahr um 2,5 Prozent zugelegt.

Derzeit verfügt ein Europäer im Schnitt über rund 11.750 Euro im Jahr, was in Summe einer absoluten Kaufkraft von 7,9 Bill. Euro entspricht.

Jedoch ist Kluft zwischen Arm und Reich riesig. Während ein Liechtensteiner über mehr als 38.000 Euro verfügt, kann ein Moldawier nur 673 Euro ausgeben. Die reichsten Europäer wohnen in den Alpen (Schweiz, Österreich, Norditalien), im Norden (Norwegen, Süden Großbritanniens) sowie in Frankreich an der Cote d'Azur.

Ärmste Länder

Die ärmsten Länder - Moldawien, Albanien, Ukraine, Weißrussland, Mazedonien, Bosnien und Herzegowina - verfügen über eine Pro-Kopf-Kaufkraft von weniger als 2.000 Euro im Jahr. Zwei Jahrzehnte nach der Wende haben aber manche CEE-Staaten schon fast West-Niveau erreicht. So kann ein Slowene rund 9.050 Euro im Jahr und damit nahezu gleich viel wie ein Portugiese (9.300 Euro) und mehr als ein Malteser (8.500 Euro) ausgeben.

Von 2009 auf 2010 mussten immerhin noch sieben Länder Rückgänge hinnehmen: Litauen (-4,0 Prozent nominell in Landeswährung), Lettland (-3,0 Prozent), Irland (-2,5 Prozent), Kroatien (-1,1 Prozent), Bulgarien (-0,9 Prozent), Zypern (-0,5 Prozent) und Estland (-0,1 Prozent). Am stärksten zugelegt haben Polen (+5,2 Prozent), die Slowakei (+3,5 Prozent), Österreich (+2,5 Prozent), Tschechien (+2,3 Prozent) und Ungarn (+1,7 Prozent). Noch weit vom Vorkrisenniveau ist Island (+4 Prozent) entfernt, das im Jahr 2009 einen Einbruch von 12 Prozent zu verbuchen hatte. Auch in Griechenland, Spanien oder Großbritannien ist die Konjunkturdelle noch nicht ausgeglichen. (APA)

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