Wechsel im Aufsichtsrat von Palfinger

23. Februar 2011, 14:26
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Langjähriger Firmenchef Hubert Palfinger und Alexander Exner ziehen sich zurück - Palfinger-Sohn Hannes und Stiegl-Chef Kiener folgen

Salzburg - Im Aufsichtsrat des börsenotierten Salzburger Kranherstellers Palfinger kommt es zum Generationenwechsel: Hubert Palfinger (68), der das Unternehmen vom Familienbetrieb zum Global Player aufgebaut hatte, wird sich bei der Hauptversammlung am 30. März ebenso zurückziehen wie Alexander Exner (63). Als neue Mitglieder werden der Hauptversammlung Palfingers Sohn Hannes (37) und der Chef der Brauerei Stiegl, Heinrich Dieter Kiener (54), vorgeschlagen, wie das Unternehmen am Mittwoch in einer Aussendung bekanntgab.

Der börsenotierte Salzburger Kranhersteller will außerdem weiterhin Weltmarktführer bleiben und treibt aus diesem Grunde seine Expansion besonders in Asien und Amerika voran. Vor allem China hat dabei höchste Priorität. Dort soll noch dieses oder im kommenden Jahr ein neues Werk in Betrieb gehen. Aber auch in den wachstumsstarken Märkten Russland und Indien will Palfinger expandieren. Nachdem 2010 wieder schwarze Zahlen geschrieben werden konnten, soll der Umsatz im laufenden Geschäftsjahr um mindestens 20 Prozent zulegen - das wären dann rund 780 Mio. Euro.

"In China werden wir schnell was machen müssen - und wir werden es", kündigte Palfinger-CEO Herbert Ortner am Mittwoch bei der Bilanzpressekonferenz in Wien an. China könnte mittelfristig der größte Einzelmarkt für Palfinger werden, deshalb wolle man sich rechtzeitig etablieren und werde noch heuer oder im nächsten Jahr neben dem bereits in der Nähe von Hongkong bestehenden kleinen Werk eine neue Produktion errichtet, entweder auf der Grünen Wiese, in einer Partnerschaft, Kooperation oder einem Joint Venture.

Aber auch in Russland und der GUS will Palfinger weiter expandieren: "Wir schauen uns zwei bis drei Partner an", sagte Ortner. Ebenfalls im Fokus steht Indien, wo der Markt für Kräne derzeit zwar noch unbedeutend, aber die Potenziale beinahe unbeschränkt seien. Nachhaltiges Wachstum erwartet sich Ortner auch in Südamerika, speziell in Brasilien und Chile und in Nordamerika, wo im Vorjahr eine Akquisition getätigt wurde. Längerfristig soll jeweils ein Drittel des Umsatzes auf Amerika, Europa und Asien entfallen. Die Krise in Nordamerika sei noch nicht vorbei, das Wachstumspotenzial aber enorm.

Weiter investieren will der Kranhersteller auch in den im Vorjahr durch Zukäufe geschaffenen neuen Marine- und Offshore-Windkraft-Segment. Hier sei vor allem der Standort Vietnam für die weitere Internationalisierung in Asien "sehr interessant", so Ortner.

Ein weiteres wesentliches Unternehmensziel hat sich Palfinger mit der Steigerung der Produktivität gestellt. Eine Kernforderung stellt dabei die Flexibilisierung der Arbeitszeiten dar, wie sie im slowenischen Werk in Marburg bereits umgesetzt wurde. In Österreich befindet sich das Unternehmen deswegen aber noch im Clinch mit der Gewerkschaft. Der Kranhersteller strebt flexible Arbeitszeiten zwischen 34 und 46 Stunden pro Woche und einen individuellen Durchrechnungszeitraum von einem Jahr an, und eine Erfolgsbeteiligung. Die Gewerkschaft fordere dagegen eine 35-Stunden-Woche, so COO Martin Zehnder. Palfinger will mit dem Modell saisonale Schwankungen besser ausgleichen können. Die Mitarbeiter wolle man damit keinesfalls benachteiligen, man sei sehr an einer konstanten Stammbelegschaft interessiert, betont Zehnder.

"Wir brauchen wettbewerbsfähige Standorte", so Ortner, und legt nach: "Wenn ein Standort nicht zustimmt, werden wir anderer Standorte forcieren, zum Beispiel Italien oder Slowenien".

2010 schaffte Palfinger nach dem Krisenjahr 2009 wieder den Turnaround und machte unter dem Strich einen Gewinn von 24,2 Mio. Euro (2009: Verlust von 7,8 Mio. Euro) und übertraf damit die Erwartungen von Analysten leicht. Diese rechneten mit 23,9 Mio. Euro. Die Umsätze konnten um 29 Prozent auf 651,8 (505,4) Mio. Euro gesteigert werden. Das operative Ergebnis (EBIT) betrug 34,7 (-5,0) Mio. Euro, die EBIT-Marge von 5,3 Prozent soll wieder in den zweistelligen Bereich gehoben werden. Die Dividende soll 22 Cent je Aktie betragen, kündigte das Management heute. Auch "die eine oder andere" Akquisition sollte möglich sein. (APA)

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