Unis erwarten Einschnitte bei staatlichen Mitteln

23. Februar 2011, 08:55
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Studie der European University Association: Drei Viertel des Uni-Budgets kommen derzeit vom Staat

Wien - Die europäischen Universitäten rechnen mit Einschnitten bei ihrer staatlichen Finanzierung. Das zeigt eine Studie der European University Association (EUA). Demnach erwarten 53 Prozent der befragten Hochschulmanager ein Absinken der staatlichen Mittel für die Lehre, 30 Prozent glauben an gleichbleibende öffentliche Unterstützung, nur 17 Prozent gehen von einem Anstieg aus. Etwas besser sieht es bei den Forschungsmitteln aus: 30 Prozent gehen von einem Sinken aus, 28 Prozent von einem Anstieg und 41 Prozent von einer Stagnation.

Im Schnitt besteht das Budget der europäischen Unis zu fast drei Viertel (73 Prozent) aus öffentlichen Mitteln. Neun Prozent sind Studienbeiträge, rund sieben Prozent stammen aus Verträgen mit Unternehmen (etwa für Auftragsforschung), fünf Prozent aus privatem Sponsoring (etwa durch Schenkungen oder die Stiftung etwa von Lehrstühlen), vier Prozent aus "servicebezogenem" Einkommen (etwa die Organisation von Kongressen, Vermietung von Räumen oder durch Studentenheime) und drei Prozent aus internationalen Mitteln wie etwa den EU-Rahmenprogrammen.

Österreich: Rund 80 Prozent öffentliche Mittel

In Österreich sieht die Verteilung etwas anders aus. Nach Angaben der Universitätenkonferenz (uniko) stammten 2008 76 Prozent des gesamten Uni-Budgets aus öffentlichen Mitteln, rund fünf Prozent aus Studiengebühren und 19 Prozent aus Drittmitteln, welche aber nicht aufgegliedert werden. Seither wurden allerdings die Studiengebühren de facto abgeschafft, die Unis erhalten die ihnen daraus entgangenen Mittel aus dem Bundesbudget ersetzt - was den Anteil der öffentlichen Mittel auf zirka 80 Prozent treiben dürfte.

Die EUA sieht die Universitäten wachsendem finanziellen Druck ausgesetzt. Sinkende öffentliche Budgets würden auch dazu führen, dass die Staaten ihre öffentlichen Mittel auch nach kompetitiven Kriterien vergeben oder Ko-Finanzierungen durch die Unis einfordern. Den Unis wird daher geraten, ihre Einkommensquellen zu diversifizieren.

Unis hoffen auf "Philanthropen"

Zusätzliche Einkünfte erwarten sich die Unis laut der Studie vor allem aus dem "philanthropischen" Bereich, also durch privates Sponsoring - aus diesem Grund erhöhen sie auch ihre Fundraising-Kapazitäten. Die EUA weist allerdings darauf hin, dass die Erschließung neuer Einnahmequellen auch neuer Qualifikationen bedarf, die die derzeitigen Hochschul-Mitarbeiter nicht unbedingt aufweisen. Die Unis müssten daher entweder Experten von außen zukaufen oder in die Entwicklung des eigenen Personals investieren. (APA)

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