Meyers Opernball-Premiere der Dankbarkeit

23. Februar 2011, 08:00
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Erstmals eröffnen die Philharmoniker und tanzt Ballett-Direktor Manuel Legris persönlich

"Es ist eine Premiere für mich, ich habe damit überhaupt keine Erfahrung", bekannte Staatsoperndirektor Dominique Meyer. Und eine Premiere in der Präsentation des Opernballs war es auch in anderer Hinsicht: Im Gobelinsaal, wo noch im Vorjahr Ioan Holender mit dem Opernball haderte und gegen ORF-Moderatoren polterte, saß nun Meyer - und begrüßte freundlichst die Vertreter des ORF.

Dank an die Wiener Philharmoniker, die unter Franz Welser-Möst heuer erstmals den Ball eröffnen werden - "vielleicht eine schöne Tradition, die wir hier beginnen". Dank an Elina Garanèa, die eine Arie aus der Oper Samson et Dalila sowie Wien, Wien nur du allein singen wird. Dank an das Ballett und an Direktor Manuel Legris, der erstmals selbst eröffnend tanzen wird.

Ja, sogar Dank an den ORF, mit dem Meyer in aller Eile einen neuen Vertrag aushandeln musste: "Als ich an dieses Haus gekommen bin, habe ich gesehen, dass wir keinen Vertrag mehr haben. Es waren seriöse Verhandlungen, wie es sich gehört. Es ist zu einem erfreulichen Ergebnis gekommen - es ist wie eine Hochzeit."

"Bester Direktor der Welt"

Meyer ist auch einer, der den Ballorganisatorinnen Desiree Treichl-Stürgkh und Eva Dintsis für ihre Arbeit dankt. Treichl-Stürgkh wiederum preist Meyer als den "besten Direktor der Welt" und listet weitere Neuerungen auf: Erstmals werde es auch in der Oper einen Würstelstand geben, "mit Fassbier für die Freaks".

Erstmals werden auch Tanzlehrerinnen das Eröffnungskomitee geleiten. Erstmals wurde auch das Opernballplakat von Thomas Gänszler gestaltet, der sich bei einem Wettbewerb der "bäckerstrasse4 - plattform für junge kunst" durchgesetzt hatte. Er zerlegte "Wiener Staatsoper" in die Worte "Waben - Pollen - Irre". Waben und Pollen haben mit den zwei Bienenstöcken zu tun, die auf dem Dach der Oper den Honig für eine Damenspende produzierten.

Da gibt es nur noch die kleine Trübung, dass die bestellten Fächer irrtümlich nicht nach Austria - sondern nach Australia verschickt wurden. Und die große Trübung durch die Begleitung des Baumeisters (siehe unten). Dazu sagt Treichl-Stürgkh nur: "Ich finde das grauenhaft und schrecklich. Dieser Gast ist nur noch die reine Peinlichkeit. Leider habe ich die Loge schon verkauft - ich kann sie nicht mehr zurücknehmen. " Mit "Gast" meint Treichl-Stürgkh übrigens ausdrücklich nicht Ruby Rubacuori: "Ich habe nichts gegen das Mädchen. Sie ist ein Opfer, das das Beste aus seinem tragischen Schicksal gemacht hat." (Roman David-Freihsl, DER STANDARD, Printausgabe, 23.2.2011)

 

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    Treichl-Stürgkh und Meyer, exaltiert

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