Tirol

Kitzbüheler kämpfen um ihren Stadtpark

22. Februar 2011, 19:16

Bürgermeister rudert zurück: "Offene Fragen" zu Umbau der Bezirkshauptmannschaft

"Wir wollen nicht nur ein Ort für Reiche sein", sagt Horst Ebersberg: "Wir wollen Kitzbühel auch für die Einheimischen lebenswerter machen." Ebersberg hat Unterschriftenlisten in den Geschäften der Innenstadt auflegen lassen. Mittlerweile sind es 2500 bis 3000, erzählt der Kitzbüheler. Protestiert wird von der Initiative "Unser Kitzbühel" gegen den Umbau der Bezirkshauptmannschaft (BH).

Still und heimlich hätten Bürgermeister Klaus Winkler (VP) und Bezirkshauptmann Michael Egger den Neubau unter Dach und Fach gebracht, vermutet Ebersberg. Auf der Homepage des Landes ist bereits eine Visualisierung des Projektes zu sehen. Der Gemeinderat hat über die Renovierung aber noch nicht abgestimmt.

Das werde auch nicht so schnell passieren, sagt Bürgermeister Winkler (VP) - Zu viele Fragen seien offen: "Es geht nicht um drei Bäume, es geht um die Stadtentwicklung." Die Kitzbüheler Initiative will keinen Neubau, sie will den Stadtpark erhalten. Denn der Spielplatz mit seinen alten Bäumen zwischen Volksschule und Kindergarten würde durch den Neubau eines unterirdischen Ganges zwischen den Amtsgebäuden und einer Tiefgarage zerstört.

Durch einen Tipp aus Innsbruck hat Ebersberg von den Plänen für den Neubau der BH erfahren. Daraufhin organisierte er den Bürgerprotest.

Der aktuelle Entwurf der Architekten Markus Illmer und Günther Tautschnig für die Renovierung der BH ist allerdings nicht der erste, sondern der siebte. Denn bereits 1998 hatte das Landeskontrollamt und 2000 der Bundesrechnungshof festgestellt, dass die Amtsgeschäfte in der BH-Kitzbühel nur mehr schwer zu führen seien. Die Räume in dem historischen Amt seien zu eng und die einzelnen Abteilungen für die Bürger viel zu umständlich zu erreichen. Zudem sei die BH nicht barrierefrei.

Doch die Stadt konnte sich jahrelang nicht einigen: Sollte die BH aus der Innenstadt hinaus und neu errichtet werden oder sollte das Gebäude erhalten bleiben? Bis vor kurzem schien nicht einmal der Bürgermeister gewusst zu haben, wie weit die Planungen wirklich seien, erzählt Ebersberg. Doch dann bekamen die Kitzbühler Wind vom Umbau und wollten Details erfahren: "Und ganz plötzlich lagen die fertigen Pläne schon auf dem Tisch."

Dinkhauser solidarisch

Anfang Februar fuhren Fritz Dinkhauser und sein Klubchef Bernhard Ernst von der Liste Fritz nach Kitzbühel. "Ich stehe hinter dem Bürgeraufstand", sagt Dinkhauser. Rund 100 Ansässige informierten sich über die Möglichkeiten von Bürgerprotesten. Dinkhauser bestärkte die Initiative. Und informierte auch über die Möglichkeit der Volksbefragung.

Auf Druck der Bürgerinitiative fand schließlich eine Präsentation der Umbaupläne für die BH statt. "Der Stadtpark soll angeblich durch die Bauarbeiten eine "Aufwertung" erfahren", sagt Ebersberg. Glauben will er das nicht. Er will die Unterschriftenlisten genau studieren. Gäste und Einheimische müssten gezählt werden. Denn für eine Volksbefragung sind in Kitzbühel rund 1150 Unterschriften nötig.(Verena Langegger, DER STANDARD, Printausgabe, 23.2.2011)

derStandard.at/Panorama auf Facebook

Kommentar posten
23 Postings
LohasWatch
01
23.2.2011, 22:50
Autobühel oder Benzbühel

Kitzbühels Kniefall für die Automobilindustrie wird immer offensichtlicher. So stehen in der Kitzbüheler Innenstadt laufend Geländewagen zu TVB-Werbezwecken postiert. Für genau diese überdimensionalen & energie-ineffizienten Mercedes-Offroader brauchen wir jetzt noch mehr Parkplätze. Der Grünwascher-Jargon von sogenannten "nachhaltigen Lösungen" hält mittlerweise auch im Kitzbüheler Gemeinderat peinlichen Einzug, sogar wenn es um die Zerstörung der letzten Grünfläche direkt neben dem mittelalterlichen Stadtkern und Schulzentrum geht. Es gibt nur wenige Wochen im Jahr mit echten Parkplatznöten. Ansonsten liegt es an der Bequemlichkeit der verwöhnten Modepuppen und übergewichtigen Neureichen, die Kitzbühel mit Autostau so garnicht "beleben"!

nebenerwerbsposter
03
23.2.2011, 12:34
wie heisst es im stück cordoba?

"kitzbühel - das ist nicht tirol. stellen sie sich fiona grasser als stadt vor!"

und das es dort noch einheimische gibt, ist ja wirklich eine überraschung...

der_kleine_pariser
 
00
23.2.2011, 16:59

Kitzbühel ist als Stadt grundsätzlich recht schön.

hassprediger
00
24.2.2011, 20:09

bis auf die altstadt ist in kitzbühel - soweit es dichter bebaut ist - eigentlich nix wirklich schön.

Raul First
00
23.2.2011, 12:58

fiona grasser ist keine kitzbühlerin. sie hat dort nur ein großes haus.

Sturm im Glas
10
23.2.2011, 09:59
Jaja....

Wieviele Bäume wohl gefällt wurden, um den Stefansdom zu bauen?
Glück gehabt, dass es damals noch keine Bürgerinitiativen gab.

einige meiner besten Freunde sind Nichtraucher
 
00
23.2.2011, 12:30
am stephansplatz hat es schon damals keine bäume gegeben

ehnie
01
23.2.2011, 10:52

Gab es! Die wiener Bürgerschaft wollte unbedingt einen repräsentativen Dom, um ihr Selbstbewußtsein gegenüber dem Landesherren zu demonstrieren. Erst Mitte des 14.Jh. wird der Steffl zu einer herrschaftlichen Kirche erweitert.

Arbeit für die Zensur
00
23.2.2011, 10:18

und vor ALLEM nicht so viele dumme Menschen wie S.e

Nichtschweiger
 
150
22.2.2011, 21:42
Ein Ort der mitten in schönster Naturlandschaft liegt....

...braucht keinen "Stadtpark"!!! Was ist den das für ein Schwachsinn!

Wenn man es nicht schafft den Unsinn mit den Bürgerprotesten, der im Regelfall geprägt ist vom Egoismus Einzelner auf Kosten der Allgemeinheit, in den Griff zu bekommen sehe ich schwarz für die Zukunft!

der_kleine_pariser
 
01
23.2.2011, 17:03

nachlesen : da gibt's auch einen Spielplatz. als anrainer werden Schulen angeführt.

und dann besser schweigen als so einen Blödsinn verzapfen.

bouche dorée
00
23.2.2011, 12:58
volkes stimme

eh kloa. und die leute, die die kinder von der schule/kindergarten abholen waren inzwischen am horn oder was?
dieser park ist eine der wenigen öffentlichen flächen in dem ort, der noch nicht restlos kommerzialisiert ist und wo die einheimischen (und auch die touris) ohne konsumzwang sitzen können.

der_kleine_pariser
 
00
24.2.2011, 17:37

Ist das der Park, den man auf dem Weg von der ÖBB-Haltestelle Hahnekamm zum Stadtzentrum durchquert?

einige meiner besten Freunde sind Nichtraucher
 
03
23.2.2011, 12:29
du bisd oba schon a bissl a depp!

Katze in der Fensterbank
00
23.2.2011, 10:57
Schauen's

ich komm aus dem Bezirk. Und auch wenn wir durchaus eine schöne Landschaft haben sind Parks ein Knotenpunkt der Bevölkerungen - in denen man sich trifft, rastet um ein Buch zu lesen usw. Leider werden Parks hier im Bezirk mehr als nur vernachlässigt.

lasius niger
00
23.2.2011, 02:32

also sollte man als Bürger schweigen und nicht nicht schweigen?

Michael B
01
23.2.2011, 12:47
Der Bürger sollte dort schweigen, wo die ÖVP entschieden hat.

Meint er.

Nichtschweiger
 
00
23.2.2011, 07:47
Man sollte sich dort einbringen wo es die Sache wert ist!

Das hier zählt nicht dazu!

der_kleine_pariser
 
00
23.2.2011, 17:01

Si tacuisses...

ken_park
01
23.2.2011, 01:09
ein altes muaterl will vielleicht am parkbankerl sitzen..

und ned auf die berge aufisteigen :)

Pro Hockey Channel im Standard Sport
00
23.2.2011, 00:40

die kitzbühler schaffen es nicht mal sich auf eine nutzung des alten finanzamts zu einigen bzw ist das alte tscholl haus auch eine bauruine mitten in der stadt. vielleicht sollt man diese probleme mal lösen, bevor man ein neues angeht.

Para Dox
00
22.2.2011, 23:50

"Unsinn mit den Bürgerprotesten"

So denkt also das rechte, neoliberale Xindl.

wadif
02
22.2.2011, 22:57

Jo, Herr Stadtrat

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.