Frauenquote

22. Februar 2011, 22:32
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14 der 21 Bewerbe der nordischen WM des internationalen Skiverbandes Fis sind Männern vorbehalten

Der Staat Norwegen, der seit 2006 auch seine börsennotierten Unternehmen dazu verpflichtet, zumindest 40 Prozent der Aufsichtsratssitze an Frauen zu vergeben, hat ab Mittwoch Weltmeisterschaften eines Privatvereines zu Gast, der weiblichen Sportlern nur ein Drittel der Spitzenpositionen, in diesem Fall der Medaillenränge, einräumt. 14 der 21 Bewerbe der nordischen WM des internationalen Skiverbandes (Fis) sind Männern vorbehalten.

Nur im Langlauf herrscht wie in anderen Fis-Sparten (Alpine) bewerbsbezüglich völlige Gleichberechtigung. Die Skispringer dürfen viermal arbeiten, die Skispringerinnen nur einmal. Den Kombinierern, ebenfalls viermal am Werk, stehen genau keine Kombiniererinnen gegenüber. Nicht nur, aber auch deswegen tritt Österreich in Oslo mit einer fast waschechten Mannschaft an - 21 Männer, drei Frauen.

Argumentieren lässt sich das natürlich trefflich. Zwar zeigte eine Gräfin Lamberg schon vor genau hundert Jahren in Kitzbühel den ersten gemessenen Sprung, so richtig in die Breite wollte das Skispringen der Frauen mangels Förderung durch eine Funktionärs-Clique aber lange nicht gehen.

Immerhin lässt die Fis seit 2009 ein WM-Springen zu. Und für nächste Saison ist gar ein Weltcup geplant. Große Schritte für einen Verein, dessen Präsident einst zu fürchten vorgab, den Skispringerinnen könnte es bei der Landung die Gebärmutter zerreißen. Ignoranz ist es zuzuschreiben, dass es für Kombiniererinnen bis heute keine Wettkämpfe gibt. Da nützt es wenig, dass der ÖSV Skispringerinnen in den Landeskadern zwecks besserer athletischer Ausbildung auch den Langlauf vorschreibt - aber nur bis zum 14 Lebensjahr. Führt ja doch zu nichts. (Sigi Lützow - DER STANDARD PRINTAUSGABE 23.2. 2011)

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