Jugendliche küren ihren Berlinale-Sieger

23. Februar 2011, 13:53
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Berlin - Die Jugendjury der 61. Internationalen Filmfestspiele Berlin hat entschieden: Der Gläserne Bär für den besten Jugendfilm geht an einen Film aus dem ewigen Eis. Es ist kalt und die sieben Jugendlichen haben eine anstrengende Festivalwoche hinter sich.

Das Programm reichte von Filmen aus Australien, China, Venezuela, Alaska bis zu solchen aus Deutschland. Nur 60 Kilometer entfernt von Berlin spielt der Film, der kulturell am nächsten erschien, 10.000 Kilometer weit weg das andere Extrem. Bei dieser Bandbreite fiel die Entscheidung nicht leicht. Wie man diesen jungen Menschen, die bis zur Berlinale nur zum Spaß im Kino waren, plötzlich einen professionellen und doch unbedarften Zugang zum Medium Film ermöglicht? "Es werden Filmtagebücher geführt, und meist ist schnell klar, ob eine Produktion in der engeren Auswahl bleibt", erzählt Betreuerin Julia Erzberger. In den Jurysitzungen entwickelt sich schnell eine eigene Dynamik. Denn ihre Gedanken in Worte fassen können alle sieben Jurymitglieder gut.

"Simpel und stark" sei der Siegerfilm On the Ice, der von zwei Jugendlichen in einem Dorf in Alaska handelt, von einem Unfall oder Mord, von Lüge, Wahrheit und Verantwortung. Die erstickende Enge, die der Regisseur Andrew Okpeaha MacLean in der Weite der Landschaft kreiert, und die Anspannung, die dadurch entsteht, hebt die Jury hervor.

Erschöpft ist die Jury nach der Preisverleihung. Zwischen Screenings, Empfängen und Presseterminen blieb kaum Zeit, sich darüber zu wundern, dass man auf dem größten Publikums-Filmfestival der Welt eine so wichtige Rolle innehatte. (Johanna Tirnthal, DER STANDARD, Printausgabe, 23.2.2011)

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