Gen-Futtermittel für EU

Keine Angst vor Mutanten

András Szigetvari, 22. Februar 2011, 19:21

Unter den zehn Dingen, die Österreicher am meisten verabscheuen, steht Atomkraft und Gentechnik ganz oben

Unter den zehn Dingen, die Österreicher am meisten verabscheuen, stehen Atomkraft und Gentechnik ganz oben. Darum dürfte die Entscheidung des Landwirtschaftsministeriums, einer Aufweichung des Importverbots bei gentechnisch veränderten Futtermitteln in der EU zuzustimmen, die Wogen hochgehen lassen. Dabei fällt die Kritik zum Teil überzogen aus. Wer laut genug "Vorsicht Gentechnik" schreit, punktet in der Debatte.

Es ist ein heikler Beschluss, der am Dienstag in Brüssel gefällt wurde. In die Union dürfen künftig in geringen Mengen (0,1 Prozent) noch nicht zugelassene gentechnisch veränderte Pflanzen als Futtermittel importiert werden. Allerdings ist der Schwellenwert so niedrig angesetzt, dass es wohl tatsächlich um die Lösung eines praktischen Problems gehen dürfte. Ganze Schiffsladungen retourzuschicken, weil minimalste Verunreinigungen gefunden wurden, ist nicht sehr ökonomisch.

Weit wichtiger für Österreich ist die Diskussion um den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen. Hier droht dem zuständigen Minister Nikolaus Berlakovich ein Eigentor. Zwar gab Brüssel dem Druck aus Wien nach und will die Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen den Staaten überlassen. Doch der Schritt sorgt bei vielen EU-Staaten für Skepsis, weil dann jeder machen würde, was er wollte. Also kommt vielleicht doch alles anders: Bis jetzt hat Berlakovichs Vorschlag nämlich keine Mehrheit gefunden. (András Szigetvari, DER STANDARD, Printausgabe, 23.2.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 96
1 2 3
annea
00
24.2.2011, 22:46

Ich kann da nur diesen Film empfehlen, er zeigt viel über die Praktiken von Monsanto und Co: http://video.google.com/videoplay... 979693623#
Ich brauch keine genveränderten Pflanzen. Die Natur hat sie schon so gemacht, wie sie am Besten zu uns passen, da muss man nicht dran herumpfuschen. Und genau aus diesem Grund liebe ich zB unseren Bauernmarkt mit seinen Arche-Noah-Vielfaltern. Alte Sorten, die einfach noch lecker sind, wenn auch oft nicht so schön :)

helge schneider
00
24.2.2011, 21:57
pr artikel !

wenn ein "journalsit" in der einleitung
"Wer laut genug Vorsicht Gentechnik schreit, punktet in der Debatte. "
schreibt ist ja eh klar was abgeht.

und ganz klar sind ökonomische überlegungen der freien ernährungswahl überzuordnen, denn es geht ja nicht um die menschen, es geht ja um die wirtschaft.

lustige ansicht, menschlich ist sie nicht. also wirds wohl ein pr text sein.

und den verharmlosern weiter unten sag ich nur, ich will mir meine ernährung aussuchen können, gentechik ist eine weltweite bedrohung der artenvielfalt. fakt.

01052004
02
23.2.2011, 19:18
"Ganze Schiffsladungen retourzuschicken, weil minimalste Verunreinigungen gefunden wurden, ist nicht sehr ökonomisch"

für wen???
wenn das erst verkauft werden muß, wohl nur für den lieferanten...

für wen wäre es eine win-situation??? für diejenigen lieferanten die gentechnik-freie futtermittel in die eu / innerhalb der eu schicken würden...

es gibt außer monsanto hoffentlich noch andere gen-technik-freie produzenten...

Herr Plumm
01
23.2.2011, 18:33

"Ganze Schiffsladungen retourzuschicken, weil minimalste Verunreinigungen gefunden wurden, ist nicht sehr ökonomisch."

das ist zwar sinnlos und umweltschädlich...aber noch lange kein grund, diese (auch noch so minimale) verunreinigung zu dulden. hier gehts darum, monsanto und co. das messer zu zeigen! wir lassen uns doch von solchen schissern nicht verarschen...wo kommen wa denn da hin...

ja aber
01
23.2.2011, 17:41
"noch nicht zugelassene gentechnisch veränderte Pflanzen als Futtermittel importiert werden."

genau wegen solchen gesetzen ist die skepsis gegen gentechnik gross.

man kann kein 100% gentechnikfreies lebenmittelprodukt mehr kaufen. sonst heisst es immer der kaeufer kann entscheiden. nachdem die trennung gentechnik/gentechnikfrei nicht funktioniert muessen wir die krot schlucken. wieso eigentlich?

wieso kann man nicht die (umwelt-)verschmutzer (gentechnik-modifizierte verbreitung durch die luft) bei den kosten zur verantwortung ziehen?

Mark Syl
30
23.2.2011, 16:03
hm

der Umgang der Bevölkerung mit dem Wort "Gen", der durch Panik, Angst und Hass festgelegt ist, ist einfach nur bedauernswert einfältig. Informationen, Philosophische Betrachtungen und auch Problemlösungsstrategien für die Weltbevölkerung werden ganz selbstverständlich beiseite geschoben. Weshalb die gentechnische Forschung ein Segen einerseits und völlig logisch andrerseits für die Menschen ist und eigentlich nur eine Weiterentwicklung gängiger Praxen darstellt, wird missachtet. Dass daraus sogar enorme Vorteile im Handling und in der Risikoabwägung entstehen, darf man den vor Angst und grüner Propaganda zerfressenen Nichtdenkern und Radikalinskies scheinbar nicht zutrauen.

Salz Burger
21
23.2.2011, 20:35
Angstmache

Hinter dieser Propaganda steckt natürlich auch jede Menge Wählerfang und Spendenkeilerei. Mit Angst lassen sich halt noch immer Menschen beeindrucken.

Früher hat die Kirche damit Geld gemacht, heute machen es radikale Randgruppen die genauso weltweit agieren, gegen die Kirchen früherer Zeiten aber recht stümperhaft daherkommen und von der Mehrheit nicht ernst genommen werden. Aber es reicht vermutlich, um einigen Funktionären in diesen Vereinen das Überleben zu sichern. Das ist ja auch schon was.

helge schneider
00
24.2.2011, 22:00
ihr seids so die typen

die damals die atombombe "voll cool" fanden, oder ?
eine industrie die bewiesenermassen nur das monopol anstrebt und keinerlei anstrengungen für welternährungsprobleme irgendeioner art , ausser mit hohem chemieeinsatz,gefunden hat kann man weder als menschen- noch lals tierfreund unterstützen.

was seid ihr ?

Salz Burger
00
25.2.2011, 08:33

Sie sollten sich davon verabschieden, andere Menschen in "typen" einzuteilen. Das funktioniert nämlich nicht, ist aber natürlich einfacher, seine Weltsicht so einzuteilen.

Nein, vermutlich sind das nicht die selben Typen. Bomben zerstören. Die Züchtung von leistungsfähigeren Sorten und die Entwicklung von Pflanzenschutz dienen der Erzeugung von Lebensmitteln für eine wachsende Weltbevölkerung.

Aber was kümmert das schon jemanden, der gerne auf die Angstmache hereinfällt und sich dann irgend etwas zusammenbastelt, damit sein Weltbild wieder passt.

WLG
01
23.2.2011, 19:41

Gentechnik ist und bleibt ein massiver Eingriff in ein hochkomplexes System, das noch niemand auch nur annähernd verstanden hat. "Risikoabwägungen" sind mehr oder weniger blinde Aussagen.

Atomtests hat man (ua. USA) auch einfach amal gemacht und geschaut, was passiert ist. Im Nachhinein hätte man es lieber nicht getan...

Mark Syl
00
24.2.2011, 08:42
hm

dieser vergleich ist relativ unsinnig, auch wenn sich die wissenschaft ständig weiterentwickelt, ist es nicht zulässig, ein beispiel rauszufangen, wo sich gewisse gruppierungen tatsächlich geirrt und falsche entscheidungen aus vereinfachter sichtweise getroffen haben. in den meisten fällen sind in den letzten 100 jahren forschung richtige oder zumindest redliche entscheidungen getroffen worden. lesen sie bitte fachliteratur darüber. außerdem ist die gentechnik an sich nicht das böse, sondern die politische regelung ist entscheidend. hier wird aber eine generalisierte ideologisch gefärbte angst erzeugt, die einfach derartig nur trostlos naiv erscheint.

WLG
01
24.2.2011, 12:39

Ich habe nie gesagt, dass Gentechnik böse ist. Ich sage: Man weiß zu wenig über die Auswirkungen. Zwischen den einzelnen Genen gibt es viele Wechselwirkungen. Diese wurden wenig bis gar nicht erforscht. Weil man eben so wenig weiß, sollte man sie (noch) nicht außerhalb von Labors einsetzen.

Abgesehen davon gibt es auch bekannte negative Auswirkungen von genmanipuliertem Getreide (wobei das nicht oder nur zum Teil der Gentechnik anzulasten sind): Stichwort Abhängigkeit der Bauern in armen Ländern. Das Getreide wird nicht forciert, weil es so toll ist, sondern weil die Bauern immer Saatgut nachkaufen müssen. Die natürlich dort wachsenden Sorten wären ökologisch besser verträglich (hier ist wieder die Gentechnik schuld).

Mark Syl
00
24.2.2011, 18:18
hm

aber gerade da kann sie zielgerichteter agieren als z.b. diesbezügliche versuche mittels nicht so in die tiefe gehenden verfahren. abgesehen davon sind wechselwirkungen usw. ja gerade eines der großen forschungsthemen in der genetik.

WLG
00
25.2.2011, 03:10

Den ersten Satz habe ich jetzt nicht verstanden, weil ich nicht erkennen kann, worauf Sie sich beziehen.

@ Wechselwirkungen: Sie sind ein großes Forschungsthema - genau! Bitte zuerst erforschen, und zwar gründlich. Erst, wenn das abgeschlossen ist, sollte die Gentechnik 'in freier Wildbahn' eingesetzt werden.

le chat botté
00
23.2.2011, 14:58

Angesichts des kompletten Lebensmittelwahnsinns (nicht nur Gentechnik ja/nein) wird's eigentlich Zeit, dass sich die Verbraucher/innen auf die Füße stellen, solange sie noch über solche verfügen und diese zweckgemäß verwenden können...

Salz Burger
21
23.2.2011, 15:41

Das tun die Verbraucher doch eh.
Ich sehe täglich viele Leute, auf den eigenen Füßen, in Supermärkte gehen, viele Dinge auswählen, bezahlen und wieder heraus kommen.

Josef Moholi
15
23.2.2011, 14:50
Eigentlich wäre alles ganz einfach!

Die überwältigende Mehrheit aller Konsumenten in Europa will weder gentechnisch veränderte Lebensmittel noch solche Futtermittel. Das sollen die Produzenten, wie Monsanto einfach zur Kenntnis nehmen - und basta.

Egal, ob dieses Genzeug jetzt gesund, oder ungesund ist...Es geht um die Respektierung des FREIEN Willens der Konsumenten. Und die Politik soll dass gefälligst umsetzen - auch auf EU-Ebene. Schluss mit faulen Kompromissen!!

Smoothies? Obst gehört gebrannt
21
23.2.2011, 15:08

Ganz stimmt das nicht so.

Die Mehrheit der Konsumenten in Europa will *billige* Nahrungsmittel.

froilein froilein
04
23.2.2011, 17:33

das wäre ein gutes argument GEGEN gentechnisches saatgut. durch die patente einiger weniger firmen werden lebensmittel massiv teurer.

stichwörter: monsanto- indische bauern- selbstmord.

randolf
07
23.2.2011, 14:14
Ja ja

"Dabei fällt die Kritik zum Teil überzogen aus."

Ja finde ich auch, nur weil Nahrungsmittel, die gentechnisch verändert wurden, und Nahrungsmittel, die gentechnisch ernährt wurden gewisse Proteine erzeugen(die sie normal nicht erzeugen würden) und diese dann bei Versuchsmäusen "spontane Genmutationen" hervorgerufen haben, geh bitte, deswegen das ganze gute Essen aus den USA wieder zurüchschicken, also das geht gar nicht, weil Monsanto will (ja, die halten sämtliche Patente an Gennahrung, Genschweinen, Genkühen,...)ja schließlich Geld verdienen. Und wenn man das erstens nicht in der EU verkaufen darf, und zweitens auch nicht anbauen darf, dann sind die ganzen Patente wirkungslos und Monsanto verdient nichts...
IG-Farben feeds the world!

dos0
20
23.2.2011, 15:17
bitte um eine quelle

für die "spontanen genmutationen".

monsanto besitzt meines wissens nach keine patente auf genkühe/schweine sondern "nur" auf saatgut (eh schlimm genug..)

und die grünen stricherl bestätigen eindeutig den artikel..

kingcycle
03
23.2.2011, 16:21
Monsanto unkontrollierte Ausbreitung

http://www.sueddeutsche.de/wissen/us... s-1.985155

randolf
00
23.2.2011, 16:15
Ja ja

So in worten...

Monsanto will auch die Patente auf die Tiere die mit genmanipulierten Saatgut gefüttert werden, weil dieses das Fleisch verändert, da haben sie es zum ersten mal in Genf selber zugegeben das sich da was verändert übrigens...

Weiters wollen sie kein (von mir missverständlich ausgedrückt) Patent auf ein Schwein, oder eine Kuh, sondern Patente auf bestimmte Gene, in Schweinen oder anderen Tieren, die u.a. für den Fettaufbau, Stoffwechsel und was weiß ich noch alles verantwortlich sind...

Informieren dich, mach die Augen auf, sehe was ich sehe und dann lern daraus...

WLG
00
25.2.2011, 03:12

Die Idee, ein Gen zu patentieren, ist meiner Meinung nach an sich schon vollkommen krank.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 96
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.