Falsche Fuffziger im Labor

Klaus Taschwer , 22. Februar 2011, 18:35
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    Experten empfehlen, alle Abschlussarbeiten verpflichtend auf Open-Access-Server der Universitäten zu stellen.

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    Peter Weingart warnt vor zu viel Konkurrenzdruck.

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    Gerhard Fröhlich weiß, wie man Plagiate aufdeckt.

Die Guttenberg-Dissertation ist kein Einzelfall: Akademisches Fehlverhalten passiert immer wieder - Zwei Plagiatsexperten erklären, warum es zu Betrug in der Wissenschaft kommt und was sich dagegen tun lässt

"Plagiat ist Plagiat", sagt Peter Weingart. "Da macht es wenig Unterschied, ob ,nur' fünf Seiten nicht ordnungsgemäß zitiert wurden oder die Hälfte der Arbeit." Der renommierte deutsche Soziologe und Wissenschaftsforscher, seit Jahresbeginn Vorsitzender der österreichischen Kommission für wissenschaftliche Integrität, hält Karl-Theodor zu Guttenbergs dauerhaften Verzicht auf den Doktortitel für den einzigen Ausweg, der dem Minister geblieben sei.

Die Plagiate in seiner Dissertation "Verfassung und Verfassungsvertrag: Konstitutionelle Entwicklungsstufen in den USA und der EU", die vergangene Woche von einem Jus-Professor in der Süddeutschen Zeitung aufgedeckt wurde, hatten neben heftigen politischen Debatten auch zu neuen Formen von akademischem Aktionismus geführt. So suchten Hobby-Plagiatsdetektive auf einer eigenen Wiki-Seite kollektiv nach nicht ausgewiesenen Zitaten, was bald die wahren Dimensionen des Kopierens und Einfügens offenbarte.

Laut letztem Stand sind 21,5 Prozent von Guttenbergs Abschlussarbeit unkorrekt abgeschrieben, konkret 3521 von 16.325 Zeilen. Für den Linzer Wissenschaftsforscher und Plagiatsspezialisten Gerhard Fröhlich kommt belastend hinzu, dass auch beim Fußnotenapparat abgekupfert wurde: "Da wird eine nicht geleistete Lektürearbeit vorgetäuscht." Und selbst in der Einleitung und der Bewertung sei plagiiert worden.

Problem Berufstätigkeit

Fröhlich findet den prominenten Einzelfall zwar "politisch recht amüsant". Wichtiger sind ihm aber die strukturellen Probleme der Unis, die sich darin offenbaren und die in der bisherigen Diskussion zu kurz gekommen seien. So verweise die Causa Guttenberg auf das Problem von Dissertanten, die berufstätig sind und in erster Linie des Titels wegen eine Promotion anstreben. "Da kommt auch wegen der Mehrfachbelastung meist nichts Gescheites raus." Tatsächlich ist in Österreich der Anteil der Doktoranden, die in Form einer geregelten Betreuung etwa im Rahmen eines FWF-Projekts forschen, trotz jüngster Gegenmaßnahmen wie der Doktoratskollegs immer noch vergleichsweise gering.

Zur praktischen Vermeidung solcher Plagiate hätte Fröhlich ein einfaches Gegenrezept parat: "Alle Abschlussarbeiten sollten verpflichtend auf Open-Access-Servern der Unis für alle öffentlich zugänglich gemacht werden." Doch das wollen die wenigsten, denn dann würde rauskommen, wie erbärmlich das Niveau der meisten dieser Arbeiten sei. Bei einer Veröffentlichung in Buchform sollten die Verlage zur Plagiatskontrolle verpflichtet sein und Strafe zahlen müssen, wenn andere publizierte Plagiate entdecken.

Schließlich zeige sich auch am Fall Guttenberg, dass die Achtung von geistigem Eigentum in der Wirtschaft, Politik, Religion oder den Medien weitaus geringer sind als in der Wissenschaft, so Fröhlich: "In Politik, Wirtschaft, selbst bei populären Sachbüchern sind Ghostwriter gang und gäbe." Dass es in der Wissenschaft nach wie vor ein besonderes Ethos gebe, davon ist auch Peter Weingart überzeugt. Er sieht aber auch gewisse Parallelen zum Sport: "Da gelten ebenfalls strikte Regeln, und es ist ganz klar, was verboten ist." Trotzdem werde gedopt.

Die Dunkelziffer jener Forscher, die sich nicht an den ungeschriebenen Moralkodex der Wissenschaft halten, kenne man nicht. "Insbesondere ist unklar, wie oft Forscher bei Projektanträgen klauen, die sie begutachten", ergänzt Fröhlich. "Da kann es auch um richtig viel Geld gehen." Für Peter Weingart ist es der stark gewachsene Konkurrenzdruck besonders im Bereich der Biomedizin, der zu mehr Fehlverhalten führt.

Der Wissenschaftssoziologe erinnert an den wohl spektakulärsten Betrugsfall der vergangenen Jahre, jenen des südkoreanischen Klonforschers Hwang Woo-suk. Doch auch in Deutschland und Österreich waren Biomediziner in die größten Skandale involviert: In Deutschland die Krebsforscher Friedhelm Herrmann und Marion Brach oder zuletzt die Immunologin Silvia Bulfone-Paus. Zwölf Publikationen mit ihr als Ko-Autorin werden wohl zurückgezogen werden müssen. Ihr hochdotierter Projektantrag bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft ging indes noch im Mai 2010 durch, als man von den Vorwürfen schon wusste.

In Österreich waren es zuletzt zum einen eine umstrittene Studie an der Med-Uni Wien zur Zellschädigung durch Handystrahlung sowie der international diskutierte Fall des Urologen Hannes Strasser an der Med-Uni Innsbruck. Der gab letztlich auch den Anstoß, die Österreichische Agentur für Wissenschaftliche Integrität ÖAWI (s. Wissen) einzurichten, der etwaige Verdachtsfälle gemeldet werden können. Die Anonymität der "Whistleblower" werde natürlich gewahrt, sagt Kommissionsvorsitzender Weingart, "allerdings muss man sich vor der ÖAWI schon dazu bekennen."

Aufdeckung und Skandal

"Grundsätzlich ist das Geschäft der Betrugsaufdeckung in der Wissenschaft sehr delikat", sagt der Wissenschaftsforscher. Und weil dem so ist, sieht Weingart die Rolle der Medien und Plagiatsjäger im Zusammenhang mit Betrugsfällen in der Wissenschaft ambivalent. "Einerseits spielen sie oft genug eine wichtige Rolle bei der Aufdeckung, andererseits tragen sie auch mitunter zu unberechtigten Skandalisierungen bei." Für Fröhlich hingegen ist öffentliche Kritik unverzichtbar: "Entweder sind wissenschaftliche Methoden öffentlich, oder sie sind nicht wissenschaftlich." Offensichtlich ist aber für beide, dass die Dinge nicht immer so klar liegen wie im Fall der Dissertation von Guttenberg. Weingart erinnert an den von den Medien hochgespielten Fall des Medizin-Nobelpreisträgers David Baltimore, der 1991 mit Fälschungsvorwürfen gegen eine Kollegin konfrontiert wurde, mit der er gemeinsam publiziert hatte. "Das zermürbende Verfahren gegen die beiden ging über sechs Jahre, Baltimore musste als Präsident der Rockefeller University zurücktreten", so Weingart. Unter dem Strich kam nichts dabei heraus. (Klaus Taschwer/DER STANDARD, Printausgabe, 23.02.2011)

=> Wissen:Die Agentur für Integrität

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Posting 1 bis 25 von 84
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seniorenstudent
80
23.2.2011, 19:04
Dissertationsflut eindämmen

... strengere Auswahl, wer eine Dissertation machen darf. Nur die Besten sollen zur Dissertation zugelassen werden (das löst zwar nicht das Problem, dass auch bei den Diplomarbeiten und Mag.-arbeiten plagiiert wird), aber es schränkt die Titelwut wenigstens etwas ein.
... strengere Kriterien, was als Dissertation akzeptiert wird. Umstellung auf Sammeldissertationen: Mindestens 3 Artikel von mindestens 5 in einer Dissertation enthaltenen müssen in internationalen (begutachteten) Zeitschriften veröffentlicht sein.

Gendo
11
24.2.2011, 08:48

Was ist der Beste? Da werden wieder nach irgendwelche Punkte Kriterien ausgewählt. Jemand der Brav und Strebsam ist und nur Sehrgust im Diplomstudium kann mit selbständigen wissenschaftlichen Arbeit völlig Überfordert sein, während jemand dem Stures lernen nicht so seine Sache ist bei kreativer selbständiger Arbeit aufblüht.

Anzahl von Artikeln ist mal kein Kriterium. In einigen Bereichen veröffentlicht man mit 2 Monat arbeit schon etwas bei anderen braucht man 3 Jahre.
Und sie wollen wohl nicht das jemand der 3 Arbeiten in einem 0,01 Punkte Journal einen Dr. bekommt und einer mit nur einer Arbeit in Cell keinen.

wo sind die kekse?
00
25.2.2011, 20:34
na klar.

mindestens 3 von 5 artikeln in einer internationalen (begutachteten) zeitschrift?

die internationale fachpresse erwartet schon sicherlich sehnsüchtig die letzten artikel zu spezialfragen zum kostenersatzrecht im österreichischen arbeits- und sozialgerichtsverfahren...

ich bezweifle, dass eine internationale veröffentlichung immer so sinnvoll ist.

RS69
 
00
24.2.2011, 22:04

5 Artikel sind zumutbar.

Sie schreiben auch nicht aus dem Nichts heraus einen Cell oder Nature Artikel - da stehen's bestenfalls mit Ihrem Prof drauf, und haben einen kleinen Beitrag geleistet.

Ich würde eher auch Artikel als Hauptautor verlangen. Ipact Factor ist relativ zu sehen - Medizinische SJournals haben einen höheren Impact factor als Journals über statistische Methoden in der Quantenchemie - einfach weil es um Grössenordnungen mehr Mediziner gibt als Quantenchemiker.

Sinnvoll wäre, den Impactfactor relativ zu den 3-5 Top-Journals in Feld zu betrachten. Und 2-3 kleinere Publikationen als Hauptautor zu verlangen (die sind dann wirklich hauptsächlich vom Dissertanten), und dann noch Gemeinsame zur Abrundung.

Gendo
01
25.2.2011, 09:17

5 Artikel in 4 Jahren und das als Erstautor in einem Gebiet in dem sie neu sind?
Das mag für einige wenige Bereiche (Medizin Klassic) machbar sein aber für viele NW gibt es dann einfach keine Dr. mehr.
Ich kenne keinen aus meinen Fachgebiet die es geschaft haben auf mehr als 3 Arbeiten aus der Zeit ihrer Diss zu stehen. Sehr wohl aber Leute die ihre einzige Arbeit (bis zu 5Jahre) mit einem Cell Erstautoren Paper krönen konnten. Und die haben alle immer richtung Paper gearbeitet. Keiner von denen wäre jetzt Dr oder gar Prof wenn diese komischen Richtlinen geben würde.

Nicht jedes Fach hat die gleiche Mechanik und in der Wissenschaft ist viel Glück dabei.

RS69
 
00
25.2.2011, 12:27

Irgendwie haben's auch recht. ;-)

Da müsste wohl - damit es funktioniert - Impactfactor und Anzahl eingehen.

Ein Thema mit "eine tolle Publikation" ist, dass Sie damit zu keiner Publikationsliste kommen - und Alles von einer Publikation abhängt.

Hängt wohl auch vom Hausbrauch und vom Gebiet ab, ob man mehrere kleine oder eine grosse macht.

Ich habe sehr viele gemeinsame Projekte mit anderen Unis gehabt - und demenstsprechend immer wieder Kooperartions-Papers, in denen dann ein Kapitel und ein Teil der Ergebnisse von mir war.

Glücklicherweise hatte ich auch während der DIplomarbeit einen Prof, der mich zu Publikationen motiviert (getreten *g*) hat.

Gendo
00
25.2.2011, 13:03

Hängt eben auch viel vom Glück ab.
Wenn man ein tolles Thema hat und gute Ergebnisse kann es einem dennoch passieren das eine andere Arbeistgruppe ihnen zuvor kommt (vor allem wenn die dortigen Leute 10X CTA´s als Hilfe haben und 20X so viel Geld). Dann hat man zwar sein eignung als Wissenschafler bewiesen aber seine Leistung lassen sich nicht mehr Publizieren. Ganz zu schweigen davon das das Thema so risikoreich ist das sie nach 5 Jahren harter ARbeit wissen, dass der Ansatz eben nicht funktoniert (läßt sich ab und zu aber auch publizieren aber sicher nicht hoch). Wobei einige Betreuer da oft ein billiges Ersatzthema noch aus dem Hut zaubern und ein 6. Jahr mit kleinem Paper auf einen wartet.

RS69
 
00
25.2.2011, 13:37
II

Ich halt's nicht für sinnvoll, 5 Jahre lang alles auf eine Karte zu setzen - und dann ist möglicherweise jemand Anderer schneller, oder es funktioniert was nicht. So let man sich den Weg für Misserfolge - auch wenn's sehr gut gehen kann, mir gefällt der Alles oder Nichts Ansatz nicht.

Mehrere kleine Publikationen gibt mehr Möglichkeit zu steuern - man sieht früher, ob's gut läuft, und hat seine Schäfchen in kleineren Portionen im Trockenen.

Man wird auch früher zitiert, bekommt auch früher Rückmeldungen, die Community kennt einen, hat eine längere Publikationsliste (hat mir beim postgradualen Auslandsaufenthalt geholfen).

Für die tollen Journals ist auch noch Zeit, wenn man mal die ersten 10 Papers zusammen hat, find ich.

RS69
 
00
25.2.2011, 13:37
I

Das war auch der Grund, warum ich mehrere keinere Publikationen geschrieben habe.

Das hab ich schon bei der Diplomarbeit (an einem anderen Institut / andere Uni) gelernt - das waren 14 Monate harte mehr als Vollzeit-Arbeit, und zwei Publikationen - meiner Ansicht nach viel zuviel für eine Diplomarbeit.

Während der Diss hab ich dann immer wieder die Ergebnisse in kleiner Publikationen veröffentlicht - da ist auch die Chance, dass einem jemand anderer zuvor kommt, nicht so gross.

Am Ende hab ich 10 Publikationen als Teilergebnisse zusammen gebunden, und mit Einleitung, Theorie, Conclusio und Abstract versehen - und meinem Prof damit den Wind aus den Segeln genommen, irgendwas zu bremsen.

Nevim
02
24.2.2011, 23:00

Solche Kriterien würden nicht die Qualität der Doktorarbeit steigern sondern höchstens zu allen Arten von anderen Problemen führen: Profs könnten eine Publikation hinauszögern, wenn sie jemanden als billige Arbeitskraft behalten wollen. Leute, die sehr gute Forschung gemacht haben, stehen plötzlich auf der Straße, weil ihr Stipendium ausgelaufen ist, und ihr Paper aber irgendwo im Review-Prozess feststeckt. Derselbe Mist wird mehrfach publiziert. Erstautor wird nicht, wer die ganze Arbeit gemacht hat, sondern wer es am dringendsten braucht. Spannende Projekte, die aber zu riskant sind, werden nicht mehr vergeben. Alles nur, um die Verantwortung für die Bewertung zu externalisieren.

RS69
 
20
24.2.2011, 23:11

Ich denke GRUNDSÄTZLICH, dass man nicht wissenschaftlich arbeiten kann, ohne zu publizieren.

P.S.: Ob der Prof die Publikationen oder die DIss bremst, mach auc nicht so viel Unterschied.

Der Ereuchtete
10
23.2.2011, 18:26
Eigenes Denken nachzuweisen wäre eine großartige Sache.

Ganz ehrlich, wer wirklich hohe Kreativität zu Papier bringt, wird nicht verstanden, ausgelacht oder verspottet.

Das ging Einstein, Koch, Darwin und vielen anderen so.

Das einfachste in der Welt der Wissenschaft ist, die Behauptung "das geht nicht" - muß ja nicht bewiesen werden.

Heute ist die Kunst so abschreiben zu lassen, daß niemand den Nachweis führen kann. Aber damit sind viele schon überfordert.

Sitzfleisch ist eben nicht kreativ.

Macho04
53
23.2.2011, 11:57
Weniger Arbeiten an den Unis

Diese ganze Diskussion zeigt, dass einfach zuviele Arbeiten an den Unis geschrieben werden müssen. Aus meiner eigenen Erfahrung muss ich sagen, dass die Abschlussarbeiten bei beiden meiner Studien der mit Abstand leichteste Part waren, bei denen ich kaum mehr etwas gelernt habe.

Und wenn das maßgebliche Kriterium ist, wo man seine Anführungszeichen macht und die Fußnote setzt, na dann Gute Nacht!

Weniger Arbeiten, mehr Prüfungen, Übungen und Seminare - das wäre wohl ein besserer Weg.

RS69
 
02
25.2.2011, 12:47

Die wissenschaftlichen Arbeiten sind nun mal das, wass SIe später brauchen.

Prüfungen und Übungen sind für die vermittlung von Basiswissen - eigenständige wissenschaftliche Tätigkeit können's weder an Übungsbeispielen in Übungen abhandeln, noch abprüfen - da hilft es nur, Sie machen zu lassen, und die Arbeit (= das Ergebnis) anzusehen.

Im RIchtigen Leben interessiert mich ja auch nicht, ob SIe wenn ich Sie prüfe alles richtig beantworten können, sondern was raus kommt, wenn ich Ihnen eine eigenständige Aufgabe gebe.

phaidros
00
25.2.2011, 12:30

eine dissertation ist mit einer seminararbeit nicht vergleichbar, weder vom umfang, noch vom anspruch, noch vom ziel.

eine seminararbeit/diplomarbeit soll zeigen, dass man sich selbstaendig in ein thema einarbeiten kann und ist nichts anderes als eine schreibuebung, eine dissertation soll zeigen, dass man ein selbstaendiger wissenschaftler ist, der aktiv erkenntnisse generieren kann und es in den kontext desssen stellen kann, was in der welt der wissenschaft gerade cutting edge ist.

zitierfehler zu machen passiert jedem mal, abschreiben ohne zu zitieren ist aber was voellig anderes, naemlich betrug.

Quark
11
23.2.2011, 17:35

na, ja, das richtige Zitieren gehört eben zum wissenschaftlichen arbeiten dazu.

s'jandle
15
23.2.2011, 13:24
Also die Arbeit schreiben war dann sicher einfach

aber die schreibt man ja auch erst NACHDEM man sich mit dem Thema intensiv beschäftigt hat.
Für die Diss (in den Naturwissenschaften) hat man dann schon Jahre an Versuchen, Vorträgen und Diskussionen hinter sich. Nicht umsonst braucht man für die Datensammlung Jahre und für das Schreiben der Arbeit ansich dann nur mehr Monate :)

Kurt Kunislav Kupfer
28
23.2.2011, 12:54

"dass die Abschlussarbeiten bei beiden meiner Studien der mit Abstand leichteste Part waren, bei denen ich kaum mehr etwas gelernt habe."

Bei Abschlussarbeiten herrscht normalerweise in einem gewissen Rahmen freie Themenwahl. Sie waren also nicht in der Lage, ein Thema zu finden das Sie herausfordert und an dessen Bearbeitung Sie etwas lernen können? Oder keine Lust gehabt und aufwandsminimal hingeschludert?

Irgendwann muss man als Uni-Student halt aus dem Denkmodus "Schule" rauskommen. Spätestens bei der Abschlussarbeit ist es Zeit dafür.

sheldon cooper
02
23.2.2011, 10:37

Also für einen Doktortitel kann man Open Access ja wohl wirklich verlangen! Jeder Post-Doc sollte sowieso seine Diss selbst online stellen.

warschau
02
23.2.2011, 16:31

meine war aufgrund von patentverwertung auf 5 jahre gesperrt.... chemie.... so einfach ist das thema mit dem online stellen nicht....

RS69
 
03
23.2.2011, 11:10

Warum sollte ich meine Diss online stellen?
Was bringt mir das? Wer will, kann sie an der Uni lesen. Oder die Inhalte in den Papers lesen.

Für mich selbst - Die ist jetzt gute 10 Jahre alt, ich hab sie seit ein paar Jahren nicht mehr in der Hand gehabt (Wissen entwickelt sich weiter) und ich mach inzwischen ganz andere Dinge.

phaidros
00
25.2.2011, 12:36

viele daten, die in dissertationen stehen und nicht direkt publikationswuerdig sind, gehen durch so ein denken verloren - uU heisst dass, dass 10 leute denselben irrweg gehen muessen, weil es ihnen nicht bekannt war, dass jemand anderer schon damit gescheitert ist. schad um die jahrelange arbeitszeit.

fuer mich ist das bonus einer diss gegenueber einer fachpublikation, dass man auch negative ergebnisse darstellen kann.

mal ganz abgesehen davon, dass ich nicht verstehe, warum im bereich der wissenschaft ueberhaupt noch immer grossteils NICHT open access publiziert wird. man erwartet sich foerderungen von oeffentlicher hand noch und noecher, aber das ergebnis dieser arbeit soll dann fuer den gemeinen buerger nicht frei zugaenglich sein?

RS69
 
00
25.2.2011, 12:54

Sie haben Recht - wäre wahrscheinlich gut.

Es ist auch immer wieder Schade, was an Daten verloren geht, wenn man das Institut verlässt.

Ergebnisse, die nicht in die Diss kamen, und aber gleichzeitig noch nicht für fertige Papers gereicht haben.

Kurt Kunislav Kupfer
01
23.2.2011, 12:58
Warum sollte ich meine Diss online stellen?

Eine Diss ist seit jeher keine "Hausübung" die nur Proband und Prüfer etwas angeht (was man bei Diplomarbeiten noch argumentieren könnte), sondern als erste große Veröffentlichung des Jungwissenschaftlers an die Fachwelt gedacht.

Und heutzutage ist Veröffentlichung halt typischerweise online, nicht nur im Druck, der dann in der Bibliothek verstaubt.

Die Papers haben Sie ja auch veröffentlicht, nicht in der Bibliothek versteckt ;-)

RS69
 
00
23.2.2011, 13:18

Eben - die Papers sind draussen, damit ist der Inhalt der Diss zugänglich.

Die Diss selbst interessiert vermutlich - so wie alle technischen Dissertationen kaum wen. Ohne einschlägiges Studium können's wenig damit anfangen.

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