Gefährlicher Pillenhandel auf dem Uni-Server

22. Februar 2011, 17:31
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Im Netz verkaufen Private an Private Verhütungsmittel - was medizinisch gesehen nicht ungefährlich ist

Wien - Verhütungsmittel sind offenbar ein beliebtes Handelsgut: "Hallo, ich hätte zwei Blister der Yasminelle zu vergeben. Würde sie um 18 Euro verkaufen", findet sich ein Angebot im Internetforum der Studienrichtungsvertretung Ernährungswissenschaften der Uni Wien. Doch nicht nur dort gibt es die Möglichkeit, sich günstig mit den Medikamenten einzudecken: Im Netz verkaufen Private an Private auf diversen Seiten verschiedene Verhütungsmittel.

Was medizinisch gesehen nicht ungefährlich ist. "Die Pille ist ja ein Medikament mit einer relativ hohen Hormonbelastung, die auch zu Thrombosen und Zyklusverschiebungen führen kann", sagt Johannes Huber vom AKH Wien. "Daher sollte auf jeden Fall ein Arzt beraten. Und bei einem Wechsel des Pillenpräparates leidet auch die Sicherheit der Schwangerschaftsverhütung."

Dazu kommt ein rechtlicher Aspekt: Nach Einschätzung der Ärztekammer ist es illegal, rezeptpflichtige Medikamente einfach weiterzuverkaufen, auch beim Hauptverband der Sozialversicherungsträger geht man davon aus.

Bei der Studienrichtungsvertretung Ernährungswissenschaft ist man vom Thema völlig überrascht. "Die Foren sind ja öffentlich und werden von uns nicht kontrolliert. Ich leite das aber an einen Juristen weiter, der prüft, ob wir einschreiten müssen", sagt ein Studentenvertreter. (Michael Möseneder/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23.2.2011)

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    Illegal und medizinisch bedenklich: Der Verkauf von Hormonkontrazeptiva unter Privaten.

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