Permanente Übertreibung

22. Februar 2011, 17:16
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Olivier Lendl ist mit seinem neuen Programm "Die Show der 1000 Wunder" im Theater am Alsergrund zu Gast

Olivier Lendl kann die Augen aufreißen und Grimassen schneiden wie Jerry Lewis in seiner besten Zeit. Und er ist unter Garantie der perfekte Partner für Activity: Der Comedian, 1968 in Wien geboren, vermag selbst komplizierteste Sachverhalte pantomimisch darzustellen. Leider neigt er aber zur permanenten Übertreibung. Und das ist manchmal nur schwer erträglich.

In seinem neuen Programm Die Show der 1000 Wunder will er von allem zu viel: Er erzählt in mehreren Kapiteln eher platt das Leben eines Geschäftsmannes nach. Er hält pseudowissenschaftliche Vorträge, die nicht wirklich witzig sind (abgesehen vom Kikeriki des Hahns in diversen Dialekten). Er unternimmt Zeitreisen in die Vergangenheit wie in die Zukunft, reiht aber zumeist nur Klischees aneinander.

Zumindest gelingen ihm ein paar treffende Bemerkungen ("Handyverträge halten heutzutage länger als Ehen" ). Und es gibt auch ein echtes Glanzlicht: Wenn O. Lendl der Frage nachgeht, was Kunst ist. Denn da illustriert er die Tonspur des Films, den man natürlich nicht sieht, äußerst erfrischend. (trenk, DER STANDARD - Printausgabe, 23. Februar 2011)

23. und 24. 2., Theater am Alsergrund, 9., Löblichg. 5-7, 01/310 46 33. 19.30

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