"Herrschaft des Terrors" über sexuelle Gewalt

22. Februar 2011, 16:46
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"Unrecht dauert an": Amnesty berichtet von Vergewaltigungen und willkürlichen Morden

Nairobi/Abidjan - In dem seit bald drei Monaten andauernden Machtkonflikt im westafrikanischen Staat Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste) gehören schwere Menschenrechtsverletzungen und sexuelle Gewalt weiterhin zur Tagesordnung. Sowohl die Anhänger des abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo als auch die Parteigänger des von der internationalen Gemeinschaft unterstützten Alassane Ouattara seien für eine "Herrschaft des Terrors" verantwortlich, sagte eine Sprecherin der Menschenrechtsorganisation Amnesty International am Dienstag.

Frauen seien vor den Augen ihrer Kinder oder auf dem Weg zum Markt von Soldaten der gegnerischen Gruppen vergewaltigt worden. Andere AugenzeugInnen hätten GesprächspartnerInnen von Amnesty von willkürlichen Morden berichtet.

Zehntausende auf der Flucht

"Die Aufmerksamkeit der Welt hat sich von dem Machtkonflikt weg bewegt, aber das Unrecht dauert an", warnte Gaetan Mootoo, der vier Wochen lang in dem westafrikanischen Staat Berichten über Menschenrechtsverletzungen nachgegangen war. So seien in Duekoué, etwa 500 Kilometer westlich der Hafenstadt Abidjan, hunderte Häuser niedergebrannt worden. Tausende Menschen flohen in andere Landesteile oder ins benachbarte Liberia, wo nach UNO-Angaben bereits rund 70.000 Menschen Zuflucht suchten.

Die unabhängige Wahlkommission hatte Ende November Ouattara zum Sieger der Präsidentenwahlen erklärt. Der Leiter des Verfassungsgerichts, ein Parteifreund von Amtsinhaber Gbagbo, ließ jedoch einen Teil der Stimmen annullieren und sprach Gbagbo den Wahlsieg zu. Vermittlungsversuche der Afrikanischen Union (AU) und der westafrikanischen Staatengemeinschaft Ecowas blieben bisher vergeblich. Auch Sanktionen der EU und der USA konnten Gbagbo nicht dazu bewegen, die Macht zu übergeben. In dem Konflikt sind bereits mindestens 250 Menschen ums Leben gekommen. (APA/Ag.)

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