Hypo-U-Ausschuss

Grasser und Berlin redeten viel und sagten wenig

23. Februar 2011, 16:35
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    Karl-Heinz Grasser (Bild): Es gilt die Unschuldsvermutung. Das Medieninteresse in Klagenfurt ist groß.

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    Grasser mit seinem Anwalt Manfred Ainedter.

Grasser kritisiert Pröll wegen Verstaatlichung und gibt Finanzkrise und Bayern Schuld am Scheitern der Hypo

Klagenfurt - Die Vorladungen von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser und dem ehemaligen Hypo-Chef und Investor Tilo Berlin haben am Mittwoch im Klagenfurter Landhaus für großen Medienrummel gesorgt. Beide betraten von Kameraleuten und Fotografen umringt den Plenarsaal. Dort redeten sie zwar viel und lang, sagten aber wenig. Grasser kritisierte die Notverstaatlichung der Hypo Alpe Adria Bank durch seinen Nach-Nachfolger, zu seinen Investments schwieg er. Berlin hingegen sagte aus, Grasser habe bei ihm nicht investiert.

Der Ex-Minister wollte hingegen die Frage, ob Berlin ihm einen Einstieg bei der Hypo schmackhaft habe machen wollen, ebenso wenig beantworten wie jene, ob er Geld seiner Schwiegermutter bei dem Deal eingesetzt habe. Zur Entwicklung der Kärntner Bank während seiner Amtszeit war er hingegen ausgesprochen auskunftsfreudig. Neue Erkenntnisse waren seinen Ausführungen aber nicht zu entnehmen.

Grasser konzedierte, dass die Eigenkapitalquote der Hypo immer am unteren Ende der Bandbreite gelegen war. Damit habe sie sich aber nicht substanziell von anderen Instituten unterschieden. 2006 - nach Auffliegen der Swap-Verluste - sei die Frage aufgetaucht, ob die Hypo fallen würde. Grasser: "Es haben die Alarmglocken geläutet, ja." Eine sofortige Prüfung durch die Finanzmarktaufsicht habe aber gezeigt, dass es "keine substanzielle Schieflage" gegeben habe, die nötige Eigenkapitalquote von 8 Prozent sei erfüllt gewesen.

"Falsche Frage"

Für Grasser ist - wie schon für Ex-Hypo-Chef Wolfgang Kulterer - die Finanzkrise ein Hauptauslöser für das Scheitern der Hypo. Ein Versagen der FMA bestreitet er aber: "Die Hypo hat nichts anderes gemacht als Raiffeisen oder die Erste." Sie sei allerdings eine Strategie gefahren, die "noch ein bisschen aggressiver" gewesen sei. Auf die - am Rande des Ausschusses von Journalisten gestellte - Frage, warum es in seiner Amtszeit so viele Malversationen wie bei Hypo oder AvW gegeben habe, meinte der Ex-Minister selbstbewusst: "Falsche Frage, Sie sollten lieber danach fragen, warum es damals in Österreich so einen Wirtschaftsaufschwung gegeben hat."

Auch bei der anschließenden Einvernahme Berlins war Grasser mehrfach Thema. So wurde er gefragt, was es mit einem Mail, das eine seiner Mitarbeiterinnen im Dezember 2006 an Walter Meischberger geschickt hatte, auf sich habe. Darin stand: "Sehr geehrter Herr Minister Grasser, im Auftrag von Herrn Dr. Berlin übermittle ich Ihnen den Zeichnungsschein samt Genussschein der ersten Tranche....", inklusive Angabe der Kontonummer. Mit Meischberger habe er nie etwas zu tun gehabt, meinte Berlin. Grasser hätte einmal Informationen über die Bank gewünscht, worauf er seiner Mitarbeiterin gesagt habe, sie solle "einen weiteren Satz Unterlagen" verschicken. Es gebe aber keinen Zeichnungsschein oder eine Überweisung Grassers.

Dass er - wie er in seinem Tagebuch erklärte - von Grasser vorab erfahren haben will, dass die BayernLB im Bieterverfahren um die Bawag im Dezember 2006 nicht zum Zug kommen würde, wollte Berlin nicht kommentieren. Hier berief er sich, wie bei allen Fragen, die direkt den Verkaufsprozess betrafen, auf sein Entschlagungsrecht.

Noch vor Grasser war die frühere Hypo-Aufsichtskommissärin der FMA, Sabine Kanduth-Kristen, einvernommen worden. Ihr waren vor dem Widerruf des Testats für die Bilanz 2004 im März 2006 keine Unregelmäßigkeiten bei der Hypo Group Alpe Adria aufgefallen. Die Kapitalprobleme der Hypo seien erst durch den Widerruf wirklich transparent geworden, allerdings sei die Eigenkapitalquote nie "sehr komfortabel" gewesen, räumte sie ein.

Am 23. März tagt der Ausschuss wieder. Geladen sind die ehemaligen Hypo-Vorstände Siegfried Grigg und Günter Striedinger sowie Ex-Aufsichtsrat Veit Schalle. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 151
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Romeo und Julia
00
24.2.2011, 08:57
Österreichs Wirtschaftsaufschwung 2000

wird selbstbewust mit betrügerischen Machenschaften begründet. Wie stolz muss Ainedter nun sein, dass er das gemeinsam mit Karl Prasser vor den Medien präsentieren durfte.

Der Feger
00
23.2.2011, 19:22
gerüchteweise hat sich W.Sch.

einer verjüngungskur unterzogen und die seiten gewechselt!
http://www.welt.de/multimedi... 14265p.jpg

coherence
00
23.2.2011, 18:25
korrupte justitz

funktioniert aber auch nur weil die sogenannte Justitz mit dem Zählen von Schmiergeld beschäftigt ist und daher keine Zeit mehr für Ermittlungen hat.

Rudolpho der I
00
23.2.2011, 18:01
Dieser Herr Grasser ist schlatzig wie ein Aal.

Kalvarienberg
00
23.2.2011, 17:58
B.a.U. Heisst nicht Knast, sondern Business as usual...

Hans Soanders1
02
23.2.2011, 17:39
Nach bestem Wissen und Gewissen...

...nichts gesagt. War eh' klar!

also dann ...
02
23.2.2011, 17:17
jajaja ... k h g hier im ösiland - und der "lügner-baron" in D

sind so notwendig wie ein kropf...

beide sind die
größten intellektuellen fliegen-gewichter, die es seit 50 jahren in der politik gab.

Rudolpho der I
01
23.2.2011, 17:56
Aidneter hast vergessen!

edurkheim
21
23.2.2011, 17:14
Von Wirtschaft versteht Grasser tausend mal mehr als Pröll

Das rechtfertigt keine seiner Handlungen ist aber trotzdem die traurige Wahrheit.

Gilt übrigens ähnlich fürn Androsch.

Major Nelson
 
00
23.2.2011, 22:26
Grasser? Der hat bis heute keine Ahnung, wie's funktioniert.

Den haben hochrangige Ministerialbeamte im Finanzministerium erst beim Handerl nehmen und ihm monatelang erklären müssen, worum es geht und was eigentlich sein Job ist.

tramezzino
02
23.2.2011, 17:42

nein, grasser spielt mit den journalisten nur bullshit bingo, mehr nicht.

Makro 24/7
01
23.2.2011, 17:03
Viel reden, wenig sagen.

Ist ja bei den ganzen Grasser-Kopien im MQ nicht anders.

Hulllahullahup
03
23.2.2011, 16:57

Sehr geehrter Herr Minister Grasser, im Auftrag von Herrn Dr. Berlin übermittle ich Ihnen den Zeichnungsschein samt Genussschein der ersten Tranche....", inklusive Angabe der Kontonummer. "

Aber einen Zeichnungsschein hat es nie gegeben.

Und mit so einer Aussage soll alles paletti sein? Darf doch nicht wahr sein.

bellyharry
00
23.2.2011, 16:39
Falsche Frage - wie es wirklich war

der Skandal zur falschen Frage als Video
http://www.youtube.com/watch?v=1wPLLpXmKJc

marillensuppe
04
23.2.2011, 16:31
unpackbar. schlitzglatter lügenbolzen. jetzt mag ich ihn wirklich nimmer.

na,
herr grasser,
und wieviel genau hat der steuerzahler zahlen müssen, damals,
2006,
für die rettung der bawag?

weswegen sie sich nicht gar so um die hypo kümmern konnten? außer dass sie für die schwiegermutter ein nettes sümmchen heraus"investiert" haben?

na kommen sie schon,
nennen sie halt eine zahl - auf eine lüge mehr oder weniger kommts auch nimmer an.

Major Nelson
 
00
23.2.2011, 22:27
Antwort: null Euro.

Dietrich .von. Fürstenberg
72
23.2.2011, 16:27

Zu erfolgreich, der Bursche - sowas tut man in Österreich einfach nicht.

Ich wart ja nur mehr drauf, bis ihn die l1nksgrüne Jagdgesellschaft auch noch für das schlechte Wetter verantwortlich macht. Zutrauen würd ich das denen.

Aber wie wäre es zur Abwechslung einmal, wenn die Jagdgesellschaft etwa komplett Neues tut - und zwar Beweise vorlegen ? Der Mann der da wie eine Wildsau durchs östereichische Finanzunterholz gebraust ist - der muss doch hunderte, wenn nicht tausende ebendieser hinterlassen haben.

Warum also legt man zur Abwechslung nicht einmal einen vor ?? Einen kleinen zumindest, ein sogenanntes 'Beweiserl'?

Tut man es nicht, weil es diesen Beweis für sein etwaiges Fehlverhalten... vielleicht gar nicht gibt?

Major Nelson
 
00
23.2.2011, 22:28
Nicht nur das.

Auch zu intelligent. Aus zu gutem Hause. Und zu schön.

Und zu allem Überfluss mit einer reichen (stimmt), schönen (prust!) Frau (oder so) verheiratet.

Jimmy Neutron
02
23.2.2011, 17:26

Bei einer Selbstinszenierung Grassers (er sagt den Journalisten, was die richtigen Fragen sind, die anderen Fragen beantwortet er einfach nicht) wird man kaum damit rechnen können, dass jemand Seriöser adhoc ein "Beweiserl" vorlegt. Das muss auch nicht sein. Zunächst müssen seine diversen Konten geöffnet werden, was noch Zeit braucht, da u.a. Liechtenstein noch nicht voll kooperieren will (die werden schon wissen, warum). Nach einiger Zeit bricht dann eh das ganze Lügengebäude wie ein Kartenhaus zusammen. Man muss sich ja nicht gleich auf Kleinigkeiten (z.B. hinterzogene 19.000) versteifen - der große Coup kommt sicher noch.

Ender Wiggin
02
23.2.2011, 16:50
Beweise (2)

...immer nur eine Behörde, die KHG selbst unterstellt war.
5) Wenn Sie die Abhörprotokolle gelesen haben, wüssten Sie, dass Meischberger & Co jedenfalls von der PORR Geld im Zusammenhang mit zwei BIG-Projekten kassierten haben (bis zu einer Verurteilung gilt die ehschonwissen-Vermutung, aber die wird kommen). Dafür, dass KHG an dieser Straftat beteiligt war, gibt es derzeit keinen Beweis, wenn er zulässt, dass ihn seine engsten Freunde derartig hintergehen, war er aber jedenfalls als Finanzminister unfähig.
Also wer war hier ZU ERFOLGREICH?

.macphisto.
01
23.2.2011, 16:50
Troll

Ender Wiggin
07
23.2.2011, 16:48
Beweise

1) Dass KHG als Finanzminister (!) Steuern hinterzogen hat, ist mittlerweile zugegeben
2) Dass KHG als Finanzminister selbst ein Gesetz vorgeschlagen hat (das dann beschlossen wurde), dass dafür sorgt, dass ein Teil seiner - von ihm zugegebenen Finanzvergehen - heute verjährt ist, ist Tatsache
3) Dass KHG die komplette FMA umgekrempelt und mit seinen Vertrauensleuten besetzt hat und dass unter dieser neuen FMA die größten Pleiten in der österr. Geschichte mit Verlusten für Anleger (AMIS; AvW, Meindl etc) passiert sind, ist Tatsache - keine Straftat, aber das Gegenteil von politischem Erfolg 4) Dass die Homepage-Finanzierung nicht gesetzeskonform war, hat der RH festgestellt, komischerweise war nie ein Gericht zuständig, sondern immer nur

user 13
00
23.2.2011, 16:11
Sie (Sabine Kanduth-Kristen) habe die gesetzlich vorgeschriebene Berichtspflicht einer Kommissärin gegenüber der FMA jedenfalls stets erfüllt

"I sog's glei, i woars nit"

Zu welcher Seilschaft gehört die Dame eigentlich?

Winter20
01
23.2.2011, 16:37
Aus welcher Seilschaft?

KHG holte Kanduth-Kristen 2000 in sein Büro.

tramezzino
01
23.2.2011, 16:28

du brauchst nur schaun, woher sie kommt, dann kennst du den grund, warum sie dort war...

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