PlayStation 3-Sammeklage wegen Linux-Sperrung abgewiesen

Gericht gab Sonys Argumentation zum Ausschluss von "Other OS" Recht

Im April reichte Anthony Ventura eine Sammelklage beim Bundesgericht in Nord-Kalifornien gegen Sony ein, nachdem der Konzern eine Funktion zum Bespielen der Spielkonsole PlayStation 3 mit dem Betriebssystem Linux nachträglich per Update entfernt hatte. Medienberichten zufolge dürfte die Klage nun weitgehend abgewiesen worden sein. 

Keine Garantie auf Softwarefunktionen

Demnach habe das Gericht Sonys Argumentation Recht gegeben, wonach Software-Funktionen wie das besagte "Install Other OS"-Feature nicht unter die einjährige Garantieleistung des Herstellers fallen, die nur auf die Hardware beschränkt ist. Auch nehme sich das Unternehmen das Recht heraus, die Software und Dienstleistungen wie das PlayStation Network nachträglich abzuändern. Die Klage basierend auf dem Consumer Legal Remedies Act und den Civil Code §1770 wurde somit abgewiesen.

Noch nicht ganz zu Ende

Der Fall ist allerdings noch nicht ganz vom Tisch. Offen ist, ob Sony mit der Entfernung der Linux-Installationsfunktion gegen den Computer Fraud and Abuse Act (CFAA) verstoßen hat, der ein Eingreifen in Computersysteme untersagt. Nachdem das Feature über ein freiwilliges Software-Update entfernt wurde, betont der Konzern allerdings, dass niemand dazu gezwungen wurde. Die Klägerseite widerspricht dem, da Sony PS3-Konsolen ohne Update den Zugang zum Online-Netzwerk untersagt, was einem Update-Zwang gleichkomme. (red)

Der WebStandard auf Facebook

Share if you care
12 Postings

Die Entscheidung war ja zu erwarten, aber die Begründung...

Das nächste Update könnte also theoretisch die PS3 komplett lahm legen und es wäre trotzdem kein Garantiefall?

vergleich:

Ich kauf mir ein Auto, aber alle 6 Monate wird dieses Auto verändert. Gratis. Logischerweise kann man sich nicht aussuchen wie das Auto geändert wird, man muss es eben einfach akzeptieren. Man hat natürlich das Recht diese Änderungen nicht zu akzepieren doch dann gehen plötzlich nicht mehr die Fenster auf, die Sitze lassen sich nicht mehr umklappen, das Schiebedach geht nicht mehr auf, aus Automatik wird manuell und die Klima kann nur noch 16°C. Also nichts Schlimmes, denn fahren kann man ja noch damit uneingeschränkt. Der Komfort ist eingeschränkt aber das hat ja eigentlich gar nichts mit dem Fahren zu tun.Wer nun die Änderungen akzeptiert bekommt einen Duftbaum und die Klima wird rausgenommen. Also ich verstehe die ganze Aufregung nicht.

wieder ein grund mehr,

sony weiterhin zu boykottieren.

Das tue ich schon seit 2002...

damals war ich noch dumm und glaubte alles was auf der Verpackung von Sony (MiniDisk pseudo MP3-Player Net MD NZ90) stand.

NIE WIEDER KRIEG! NIE WIEDER SONY! NIE WIEDER NOKIA!

MfG

das heisst also sony und co verkaufen nicht mehr ein produkt sondern nur noch lizenzen. diese gelten dann bis zu einem unbekannten datum.

man weiss also nicht wie lange dieses teil was man sich kauft auch so funktioniert.

ausserdem bekommt man auch kein geld zurück wenn eine lizenz verfällt.

ach ja, die sperre kann man mit hilfe eines proxy programm umgehen. (charles)

Nein, noch simpler.

Sie sagen einfach das Teile eines Produktes (in diesem Falle die Software) nicht Teil der Garantie sind und was nicht Teil der Garantie ist, kann jederzeit geändert werden.

ein hoch auf die...

unabhängige justiz!

ich wünsche den richtern einen mechaniker...

der ihnen bei 6 zylinder von den 8 die zündkerzen rausschraubt und das gewinde zerstört...

viel spass beim cruisen...

also ein gericht KANN nur bestochen worden sein wenn es zugunsten eines großen konzerns entscheidet, stimmts?
und dein motorvergleich haut ziemlich daneben, auch wenn ich die vorgehensweise von sony wie so oft nicht ok finde.

Mal ganz abstrakt: Wenn ich ein Produkt XYZ kaufe und es erfüllt die Funktionen a, b, c, d, e, f. Und ich kauf es mir hauptsächlich wegen Funktion f - wenn dann der Hersteller hergeht und die bei Kauf kalkulierten Funktionen ändert (möglicherweise so, dass die Funktion wegen der ich das Produkt überhaupt gekauft habe nicht mehr funktioniert), dann würde ich das Betrug nennen.

Wenn Sie sich ein Auto kaufen, aus dem Grund, dass bei diesem Modell die Standheizung Sie im Winter warmhalten kann und dann bauen die Mechaniker beim Service die Standheizung aus - ist das dann im Sinne des Unternehmens oder in ihrem Sinne?

wenn der hersteller eine software mitgibt und in den lizenzbedingungen der software ist angegeben dass die entsprechenden änderungen im nachhinein möglich sind - und wir sind nicht in den USA - dann halte ich es zumindest für theoretisch möglich dass die änderung bzw. streichung legal (!) waren. ich halte die vorgehensweise nicht für OK aber ich halte es auch für falsch von vornherein zu sagen, das gericht kann ja nur bestochen worden sein.

wo habe ich etwas von bestechen geschrieben?

ich habe angezweifelt, nein ich bin überzeugt davon, dass die justiz nicht mehr unabhängig urteilt...

nicht in europa und auch nicht in usa.

sie meinen also es wäre ok...

wenn sie bei einem "update" bei ihrer kfz-software um einen zylinder weniger angesteuert bekommen?

fährt eh so auch noch...

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.