Wundmanagement

Wundreinigung besser als Antibiotika

22. Februar 2011, 14:24
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    foto: stephanie hofschlaeger/www.pixelio.de

    Der richtige Umgang mit einer Wunde entscheidet über die Heilung.

    Foto: Stephanie Hofschlaeger/www.pixelio.de

Wundmanagement spielt zentrale Rolle in der Heilung von MRSA-Hautinfektionen

Baltimore/Wien - Richtige Wundbehandlung spielt eine zentrale Rolle in der Heilung von Hautinfektionen mit multiresistenten Staphylococcus-aureus-Stämmen (MRSA). In vielen Fällen dürfte sie sogar wirksamer sein als Antibiotika-Behandlungen, berichten Forscher des Hopkins Children's Center in der Fachzeitschrift "Pediatrics". "Es scheint, als ob die Behandlung und Reinhaltung der Wunde den Unterschied zwischen einer schnellen Abheilung und einer ständigen Infektion ausmacht", so Studienleiter Aaron Chen.

Art der Infektion entscheidet

In ihrer Studie verglichen die Forscher die Wirkung von zwei Antibiotika - das Staphylokokken-Mittel Cephalexin, das jedoch nicht gegen multiresistente Stämme wirkt, sowie das MRSA-Mittel Clindamycin - auf Hautinfektionen von Kindern. Bei knapp 200 untersuchten Kindern, von denen sich zwei Drittel MRSA eingehandelt hatten, wirkten beide Mittel gleich gut. Innerhalb einer Woche waren die Wunden bei 95 Prozent vollständig verheilt. Die Forscher vermuten, dass die richtige Wundbehandlung statt der Wahl des Antibiotikums entscheidend war.

"Nicht jede MRSA-Infektion ist gleich zu bewerten", relativiert Florian Thalhammer, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Infektionskrankheiten. Die in der Studie untersuchten MRSA-Stämme vom Typ CA treten in Amerika vor allem bei jungen Erwachsenen, Kindern oder Menschen mit Kontaktsportarten auf. In Europa seien sie jedoch selten. "In Österreich ist die MRSA-Rate dank guter Krankenhaushygiene und sinnvollem Umgang mit Antibiotika auf unter sechs Prozent gesunken", so Thalhammer.

Antibiotika und Resistenzen sparen

Anders als in den USA werden Staphylokokken-induzierte Hautinfektionen wie Eiterbeulen (Karbunkel) oder Haarbalg-Entzündungen (Furunkel) hierzulande ohnehin nicht automatisch mit Antibiotika behandelt, betont der Wiener Infektiologe. "Der Grundsatz lautet: Wo Eiter ist, dort entleere ihn. Bei bestimmten Komplikationen wie etwa Phlegmonen oder Endokarditis führt kein Weg an Antibiotika gegen Staphylokokken vorbei. In vielen Fällen kommt es jedoch zuerst tatsächlich auf die richtige Wundbehandlung an."

Modernes Wundmanagement basiert vor allem auf der feuchten Wundbehandlung, wobei man die Wunde sowohl vor Austrocknung als auch vor eindringenden Keimen schützt und dabei ihren ungehinderten Gasaustausch sicherstellt. "Das gibt die Möglichkeit, Antibiotika einzusparen, die Selektion resistenter Bakterien zu vermindern und trotzdem eine für den Patienten optimale Heilung zu erzielen", erklärt Thalhammer. Vor allem treffe dies für chronische Wunden wie etwa beim diabetischen Fuß-Syndrom zu, nicht jedoch bei Knochenmarks-Infekten. (pte)

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16 Postings
the academic cyber sense
01
23.2.2011, 15:08

1. "MRSA-Mittel Clindamycin"

clindamycin ist definitiv KEIN MRSA-mittel.

2. "MRSA-Stämme vom Typ CA"

CA bedeutet community acquired, daher heissen die einfach CA-MRSA bzw. C-MRSA
(ist jetzt ein bisschen i-tüpfelchen reiten von mir)

Reisebegleiterin
00
22.3.2011, 20:12

zitat aus der vorliegenden studie:
"RESULTS: Of 200 enrolled patients, 69% had MRSA cultured from wounds. Most MRSA were USA300 or subtypes, positive for Panton-Valentine leukocidin, and clindamycin susceptible, consistent with CA-MRSA."

the academic cyber sense
00
30.3.2011, 22:15

und?
ca-mrsa sind oft clinda sensibel, "normale" mrsa jedoch nicht.

onlooker
10
23.2.2011, 13:20
und eine zugsalbe ist bei furkeln icht zu empfehlen?

fertigprodukt
23
23.2.2011, 13:43

öffnen und reinigen ist besser, genau wie bei pickeln.
die menschen machen das zum glück auch so, egal, was der hautarzt für märchen erzählt.

Got Your Noes!
02
24.2.2011, 22:46

irgendwo muss ja diese befremdliche befriedigung beim ausdrücken von wimmerln herkommen;)

trollvottel
00
23.2.2011, 14:48

Das wussten schon die antiken Griechen: "Wo Eiter ist, da öffne." Hautantibiotikum danach kommt gut.

the academic cyber sense
00
23.2.2011, 19:53

hautantibiotikum danach ist unnötig.

Got Your Noes!
00
24.2.2011, 22:46

besser mit sauberen händen und desinfekt.

onlooker
00
23.2.2011, 14:45
und wie öffnen sie ein furunkel, und mit welchen mitteln reinigen sie es?

triturus trit
00
15.4.2011, 00:12
Ganz einfach:

a) Stanley-Messer
b) Schnaps
bzw. Schwedenbitter + 15% Vol% Weingeist
----> nie Infektionen.

Sand
01
23.2.2011, 09:59
"In Österreich ist die MRSA-Rate dank guter Krankenhaushygiene und sinnvollem Umgang mit Antibiotika auf unter sechs Prozent gesunken"

Unter 6 % wovon?
- von allen Chirurgie-Patienten in Österreich
- von allen Patienten in Österreich
- von allen Österreichern
- ???
Der/Die geht wohl zum Billa um ein Eineinhalb einzukaufen.

the academic cyber sense
00
23.2.2011, 14:58

6% aller staph. aureus isolate sind MRSA, 94% sind MSSA

Sand
00
23.2.2011, 19:09
Keine ESBL & Co. in Ö.?

the academic cyber sense
00
23.2.2011, 19:52

oh doch jede menge...nur hier gehts um staph. aureus. und der kann nicht ESBL bildend sein.

ESBL ist ausschliesslich ein "produkt" der gram-negativen keime.

René Monet
 
01
23.2.2011, 08:29
Ach geh.

Ein paar homöopathische kugerl und passt scho.

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