Mediaprint will mehr von Niederösterreich

22. Februar 2011, 18:26
6 Postings

30 Prozent Beteiligung an Verlagstochter des St. Pöltner Medienhauses geplant - Wettbewerbsbehörde prüft - Mit Grafik über Verflechtungen

Wien - Lange verhandelten das Niederösterreichische Pressehaus und die Mediaprint, ob sie ihre Gratiszeitungen nicht zusammenlegen. Im August 2010 überraschte der Wiener Zeitungsriese mit dem Aus für seine wöchentlichen "Bezirksjournale" für Wien und Niederösterreich. Nun will sich die Tochter von "Krone" und "Kurier" am Gratisblattverlag des Pressehauses beteiligen.

"Eine Beteiligung von 30 Prozent ist angedacht", bestätigt Harald Knabl, Geschäftsführer des Pressehauses und Chefredakteur der "Niederösterreichischen Nachrichten" entsprechende STANDARD-Infos. Der geplante Zusammenschluss sei der Bundeswettbewerbsbehörde gemeldet.

"Gemeinsame Kontrolle"

Die Behörde bestätigte das Dienstagnachmittag: Mit der Beteiligung von 30 Prozent sei laut Antrag auch "gemeinsame Kontrolle" über den Verlag der zweiwöchentlichen regionalen Gratiszeitung "kurz & bündig" verbunden. Außerdem erscheint in St. Pölten zehnmal jährlich kostenlos die "LHZ - Die Landeshauptstadt".

Die Wettbewerbsbehörde hat nun vier Wochen Zeit, den Antrag zu prüfen und zu entscheiden, ob sie dazu das Kartellgericht einschaltet. Die Mediaprint-Zeitungen "Krone" und "Kurier" dominieren den Zeitungsmarkt in Ostösterreich. Das Pressehaus mit den "Niederösterreichischen Nachrichten" im Markt der regionalen Wochenzeitungen. Bei der Prüfung der - schließlich zurückgezogenen - Fusion von Styria und Moser Holding berücksichtigte die Behörde Kauf- und Gratiszeitungen.

Der Wiener Zeitungsriese hat bei dem St. Pölten schon einen Fuß in der Türe: Kurier-Haupteigentümer Raiffeisen Niederösterreich-Wien beteiligte sich 2005 mit 20 Prozent am Pressehaus. (Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe, 23.2.2011)

  • Artikelbild
    grafik: standard
Share if you care.