Rektoren wollen Master-Abschluss aller Sekundarlehrer

22. Februar 2011, 13:20
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Lehrer sollen dann an allen Schulen für Zehn- bis 19-Jährige unterrichten können

Wien- Die Universitätenkonferenz (uniko) verlangt in der Diskussion um eine neue Lehrerausbildung einen universitären Masterabschluss für alle künftigen Lehrer der Sekundarstufe. Damit sollen die Pädagogen künftig an allen Schulen für Zehn- bis 19-Jährige unterrichten können, hieß es in einer Aussendung am Dienstag. Das gilt etwa für Hauptschulen, AHS-Unterstufen und -Oberstufen bzw. die berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS). Derzeit ist etwa ein Wechsel zwischen Hauptschule (Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule, Anm.) und BMHS nicht möglich. Das Sekundarstufenlehrer-Modell wäre auch mit einer gemeinsamen Schule kompatibel.

Zehn Semester Ausbildung

Die Ausbildung zum Sekundarstufenlehrer würde nach den Vorstellungen der uniko dann zehn Semester dauern (derzeit: neun Semester an den Unis bis zum Magister, sechs Semester an den PH zum Bachelor). In einem Positionspapier fordert das uniko-Präsidium außerdem eine tertiäre Ausbildung für alle Vorschulpädagogen.

Angesichts der wachsenden beruflichen Herausforderungen von Lehrern sei ein verpflichtender Masterabschluss "unverzichtbar", betont die uniko. Unter anderem wird darauf hingewiesen, dass im Rahmen der neuen Reifeprüfung vorwissenschaftliche Arbeiten betreut werden müssen - dies sei nur mit dem entsprechenden fachlichen Hintergrund möglich.

Induktionsphase nicht durchführbar

Unter der Annahme, dass im Regelfall wie bisher zwei Unterrichtsfächer kombiniert werden müssen, empfehlen die Rektoren ein Bachelorstudium mit 180 ECTS-Punkten (entspricht sechs Semestern) und ein Masterstudium mit 120 ECTS (entspricht vier Semestern). Überlegt werden könnten aber auch Optionen in Richtung von "Flächenfächern" (also eine Zusammenfassung artverwandter Gegenstände wie etwa Physik, Chemie und Biologie zu "Naturwissenschaften", Anm.).

Nach Ansicht der uniko soll der Masterabschluss "der Regelabschluss sein, der zur selbstständigen schulischen Lehrtätigkeit berechtigt". Das zuletzt von der Expertenkommission zur "Lehrer/innenbildung neu" vorgeschlagene Konzept, das eine Verknüpfung einer "Induktionsphase" zum Berufseinstieg mit einem berufsbegleitenden Masterstudium vorgesehen hat, sehen die Rektoren als "nicht durchführbar" an.

Unabhängig von möglichen Kooperationsmodellen sehen die Unis ihre Kernaufgabe in der "Curricularentwicklung und Qualitätssicherung in den Bereichen Fachwissenschaft, Fachdidaktik, Pädagogik und Schulpraxis (sowie ggf. künstlerische Kompetenz)". Die Universitäten seien auch in der Lage, lehrerbildende und reine fachwissenschaftliche Studien so zu gestalten, dass an bestimmten Schnittstellen ein möglichst reibungsloser Umstieg in die andere Richtung möglich ist.

Dem derzeitigen Lehrermangel wollen die Unis unter anderem mit Qualifizierungsmodellen für Absolventen von Fachstudien begegnen, die über noch keine Lehramtsausbildung verfügen. (APA)

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