Wortgesicht der Zeit

22. Februar 2011, 10:50
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Im Literaturhaus wird Joseph Roths journalistisches Werk mit dem neuen Band "Ich zeichne das Gesicht der Zeit" (bei Wallstein) präsentiert

Eine Lesung mit Essays, Reportagen und Feuilletons.

Wien - Die essayistischen Arbeiten von Joseph Roth (geboren 1894 in Brody, gestorben 1939 in Paris) stehen im Schatten seiner großen Romane - erst recht seit deren Verfilmungen. Dabei verfasste der österreichische Autor Roth nicht nur wichtige Beiträge für das seinerzeitige Feuilleton - er erweiterte seine kulturellen, politischen und persönlichen, teilweise heftig diskutierten Betrachtungen bis zur Buchlänge.

Die mehrfachen Wiederveröffentlichungswellen haben die Erstdrucke - und damit wohl auch Joseph Roths Intentionen - manchmal doch erheblich verändert. Um dem abzuhelfen, generell sein Werk kritisch aufzuarbeiten und "die Lust an der Lektüre seiner Werke zu verstärken", hat sich vor knapp zwei Jahren die Joseph Roth Gesellschaft konstituiert. Und ein Ergebnis ihrer Bemühungen stellt sie heute vor.

Der deutsche Literaturwissenschafter Helmut Nürnberger hat Roths Essays, Reportagen und Feuilletons (unter dem Titel Ich zeichne das Gesicht der Zeit) neu und nach frühesten Quellen herausgegeben. Das Ganze basiert auf den 3000 Seiten mit journalistischen Arbeiten Roths.

Das im Wallstein Verlag erscheinende Buch soll die Richtung für zukünftige kritische Text-Editionen weisen. Bei dieser Buchpräsentation und Lesung wird man mit allen Beteiligten natürlich auch diskutieren können. (Michael Freund, DER STANDARD - Printausgabe, 23. Februar 2011)

Literaturhaus, 1070 Wien, Zieglergasse 26a, 01/ 526 2044-0, 19.00

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