Nahost-Turbulenzen ziehen Märkte ins Minus

22. Februar 2011, 11:06
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Die Unruhen in der arabischen Welt haben die chinesischen Börsen auf Talfahrt geschickt, euch Europas Marktplätze leiden

Shanghai - Die Unruhen in der arabischen Welt haben die chinesischen Börsen auf Talfahrt geschickt. Investoren befürchteten weiter steigende Ölpreise und einen Anstieg der Inflationsrate auf Grund der politischen Umbrüche im Nahen Osten. Vor allem Kursrückgänge bei Ölkonzernen bescherten dem Shanghaier Leitindex am Dienstag ein Minus von 2,6 Prozent. Er schloss unter der psychologisch wichtigen Marke von 2900 Zählern. Auch Hongkong beendete den Tag mit Abschlägen von mehr als zwei Prozent.

Airlines auf Sinkflug

Die Papiere von asiatischen Fluggesellschaften gingen auf Sinkflug, weil mit dem Ölpreis ihre Treibstoff-Kosten zulegen werden. Die höchsten Kursverluste verbuchte mit minus zehn Prozent die koreanische Fluggesellschaft Korean Air Lines, die weltweit größte Frachtgesellschaft. Schwächelnde Banken- und Technologiewerte zogen auch die Börse in Taiwan um fast zwei Prozent nach unten. "Die Gewalt in Libyen wirft einen weiteren Schatten auf die Perspektiven der Schwellenländer", sagte der Vizepräsident von KGI Securities, Chu Yen-min.

Europas Börsen leiden

Die steigende Unsicherheit im Nahen Osten versetze aber auch Europas Börsen in einen Korrekturmodus. Sowohl Frankfurt als auch Wien leiden unter dem schwachen Umfeld. An den Rohstoffmärkten sind laut Analysten über die anspringenden Öl- und Goldpreise erste Zeichen von Panik abzulesen. Die Vorgabe fiel angesichts der Schwäche in Asien negativ aus. Die US-Börsen waren am Montag wegen eines Feiertags geschlossen geblieben und steigen erst am Nachmittag in die neue Handelswoche ein. Am Nachmittag könnten zudem einige US-Daten Impulse geben.

Anleger kaufen wieder Staats-Anleihen

Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung in Nordafrika und im Nahen Osten hat die Anleger am Dienstag wieder in die als sicher geltenden Staatsanleihen getrieben. Allerdings waren die Anleger wählerisch: so ließen sie die spanischen Staatsanleihen links liegen. Die Titel verloren 20 Ticks auf 91,74 Punkte, was die Renditen auf 5,27 Prozent von 5,24 Prozent am Vorabend in die Höhe trieb. Die Regierung in Madrid will am Dienstag Schulden im Volumen von 2,5 bis 3,5 Mrd. Euro über drei- und sechsmonatige Papiere aufnehmen.

Auf die Investoren in den USA kommt in dieser Woche noch eine Anleihe-Lawine zu: Insgesamt will die US-Regierung über zwei-, fünf- und siebenjährige Papiere 99 Mrd. Dollar (72,4 Mrd. Euro) an Schulden aufnehmen. Zuletzt hatten sich ausländische Interessenten beim Verkauf dreijähriger Anleihen zurückgehalten. Doch da derzeit an den Märkten wieder Sicherheit Trumpf sei, könnten sich die Anleger auf die Papiere stürzen, hieß es in Singapur. (red)

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    Die Börsen im Korrekturmodus - die Unruhen versetzen auch die Märkte in Unruhe.

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