HTC: Mit Design in die Spitzenklasse

22. Februar 2011, 09:46
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Von einem namenlosen Hersteller hat sich die taiwanesische HTC zu einem Trendsetter bei Android-Handys entwickelt

Innerhalb weniger Jahre mutierte die taiwanesische HTC vom namenlosen Produzenten im Auftrag großer internationaler Konzerne zu einem führenden Android-Handyhersteller. Vor etwas mehr als zwei Jahren baute HTC, damals im Namen von T-Mobile, das erste Android-Handy G1, Anfang 2010 für Google das Nexus One.

Design

Design spielte eine tragende Rolle bei der Etablierung von HTC als Markenhersteller. "Vor vier Jahren war der Erfolg des HTC Touch Diamond ein Statement für gut aussehende Smartphones", beschreibt Claude Zellweger, Chefdesigner von One & Co, die das Gerät entwarfen. Das Statement war so lautstark, dass HTC die Designschmiede vor zwei Jahren kaufte. Trotzdem bleibt One & Co Spielraum für andere Kunden - unter anderem Amazons Kindle.

Haben Designer überhaupt noch Spielraum bei der Gestaltung von Hardware, die fast nur noch aus dem Display besteht? "Natürlich ist die Software wichtig, aber es bleiben viele Funktionen, die wir designen", erklärt Zellweger. "Wir haben etwa bei Handys einen kleinen Ständer auf der Rückseite integriert, um Filme besser anschauen zu können."

"Smartphones sind wie schwarze Löcher, die andere Industrien schlucken wie GPS, Digitalkameras oder MP3-Player", sagt Zellweger. Häufig sei es darum nötig, auch physisch etwas an den Geräten zu ändern. "Das Fotografieren am Handy ist zum Beispiel nicht so toll - die Herausforderung ist, was wir da tun können."

Display statt Tastatur

Beim Schreiben, eine zentrale Funktion von Smartphones, hat sich jedenfalls das Display durchgesetzt. "Geräte mit Tastatur haben keinen großen Marktanteil, die Wandlung zu Softkeys hat bereits stattgefunden. Das ist nicht ideal, aber ein Kompromiss, zu dem viele User bereit sind, weil sie etwas dafür gewinnen."

Design sei darum "beim Display angekommen, jetzt stellen sich Fragen wie: Lässt sich die Bildqualität bei Tageslicht verbessern? Können wir den Rand verschwinden lassen? Kann die Oberfläche in Zukunft aktiver werden? Und es wird mehr Sensoren geben, die uns umwelt- und körperbezogene Daten wie Temperatur oder Luftfeuchtigkeit übermitteln."

"Smartphones waren anfangs sehr businessorientiert, künftig werden sie weniger langweilig sein - mit neuen Formen, Materialien, physischen Funktionen", sieht Zellweger die Entwicklung. Metall "geht aber nicht weg, es altert so schön, und wir wollen eine ehrliche Haut haben mit langer Haltbarkeit". (Helmut Spudich/ DER STANDARD Printausgabe, 22. Februar 2011)

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HTC

  • Die äußere Gestalt von innen nach außen entwerfen: Skizze von Claude Zellweger, der die HTC- Linie vorgibt.
    foto: burda media

    Die äußere Gestalt von innen nach außen entwerfen: Skizze von Claude Zellweger, der die HTC- Linie vorgibt.

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