Wider Reformresistenz

21. Februar 2011, 18:09
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Herwig Hösele: "Was ist faul im Staate Österreich?"

Prinzipielle Fragestellungen, das vakuumartige Dilemma, in dem Österreich sich politisch und gesellschaftlich befindet, thematisierend, versucht Herwig Hösele in Kooperation mit namhaften Koautoren zu beantworten. Laut aktuellen Umfragen sind nur 54 Prozent der Bevölkerung in Österreich mit der Demokratie zufrieden. Zwischen Desinteresse, Politikverdrossenheit und Lethargie oszillieren die an diversen Reformagenden Beteiligten und deren Wählerschaft. Angesichts der globalen Wirtschaftskrise wurden Strukturmängel und typisch austriakische Provisorien augenscheinlich. Ebenso deren Auswirkungen im realen Leben; im Wirtschafts-, Gesundheits-, Bildungs- und Sozialbereich wie auch in tabuisierten föderalistisch und zentralistisch determinierten Ebenen der Republik.

Herwig Hösele, zwischen 2003 und 2005 Mitglied des Österreich-Konvents, Autor, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Steirischen Landesregierung, skizziert, gemäß politischen Usancen gemeinsam mit parteipolitischen Mitstreitern wie Erhard Busek, Heinrich Neisser, Gerd Bacher und Waltraud Klasnic verschiedene Szenarien zur Veränderung des staatlichen Gefüges, ohne aber das demokratische System prinzipiell infrage zu stellen. Die Realverfassung solle modernisiert werden, ebenso Kammern, Parteien, Institutionen. Eine Reformagenda für 2020, im Sinne eines "europäischen Bundesstaates." (Gregor Auenhamme, DER STANDARD, Printausgabe, 22.2.2011)

Herwig Hösele: "Was ist faul im Staate Österreich?", € 19,90 /208 S., Molden V., Wien 2010.

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