Lenzing platzt wieder aus allen Nähten

21. Februar 2011, 17:54
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Faserhersteller steckt 1,5 Mrd. Euro in Kapazitätsausbau - Vor neuem Rekordergebnis

Wien - Die oberösterreichische Lenzing AG, spezialisiert auf Fasern aus Zellstoff, spürt trotz der zu Jahresbeginn um bis zu 15 Prozent angehobenen Preise keinen Rückgang der Nachfrage - im Gegenteil. "Wir könnten um zehn bis 15 Prozent mehr verkaufen, wenn wir die Kapazitäten hätten", sagte der für Fasern zuständige Vorstand Friedrich Weninger am Montag bei der Präsentation der vorläufigen Jahresergebnisse.

Dabei hat Lenzing erst in den vergangenen Jahren massiv in neue Kapazitäten, insbesondere in Asien, investiert. "Das ist auch der Grund, warum wir die bereits guten Ergebnisse aus dem ersten Halbjahr 2010 noch toppen konnten", sagte Lenzing Vorstandschef Peter Untersperger. Gleichzeitig kündigte er das größte Ausbauprogramm in der Geschichte des Konzerns an. Bis 2014 soll die Produktionskapazität von derzeit 710.000 Tonnen pro Jahr um fast die Hälfte auf gut eine Mio. Tonnen erhöht werden. Zudem hält man Ausschau nach einem dritten Zellulosewerk. Kostenpunkt alles zusammen: rund 1,5 Mrd. Euro.

Allein 200 Mio. Euro hat man für die Übernahme eines Zellulosewerks im Dollarraum reserviert. Damit soll der Eigenversorgungsgrad mit dem Faserrohstoff von derzeit 40 Prozent auf etwa 70 Prozent steigen. 2013, wenn das Zellulosewerk Paskov in Tschechien in Betrieb geht, sollen es 55 Prozent sein.

Der Lenzing-Konzern, der 2010 nach vorläufigen Zahlen ein Umsatzplus von 45 Prozent auf 1,8 Mrd. Euro erzielt und den Gewinn (Ebit) auf 232 Mio. Euro verdoppelt hat, verfügt derzeit über rund 500 Mio. Euro an liquiden Mitteln. Zudem liegt seit Dezember ein Vorratsbeschluss zu allfälligen Kapitalmaßnahmen vor.

Heuer geht Lenzing davon aus, den Rekord aus 2010 übertreffen zu können. Finanzvorstand Thomas Winkler stellte einen Umsatz zwischen zwei und 2,1 Mrd. Euro in Aussicht. Die Ebit- und Ebitda-Marge, die 2010 bei 13,1 bzw. 18,7 lag, soll sich um 50 bis 75 Basispunkte verbessern. An Dividende will Lenzing für das Vorjahr 1,55 Euro je Aktie ausschütten. (stro, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22.2.2011)

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