NEULAND

Poesie im Nahverkehr

21. Februar 2011, 17:14
  • Artikelbild
    foto: öbb

    Kurzgedichte statt Werbung in Salzburger Vorortzügen.

Plakattaugliche Kurzpoesie von Salzburger Schülerinnen und Schülern

Salzburg - Sie sind der Platz zum Lernen, Flirten, Streiten oder Schlafen: Tausende Schüler und Schülerinnen kommen täglich mit den Regionalzügen oder den S-Bahnen in die Schule und wieder nach Hause. Einige von ihnen haben die Gestaltung des Lebensraums Vorortzug nun selbst in die Hand genommen. Auf Einladung von Literaturhaus Salzburg und ÖBB verfassten Salzburger Schüler und Schülerinnen plakattaugliche Kurzpoesie.

Für die Verbreitung zwölf ausgewählter Texte stellt die Bahn gratis 240 Werbeflächen zur Verfügung. Statt immer gleiche Werbebotschaften wird bis Ende des Schuljahres 2011 literarisch kreatives Potenzial präsentiert: Vom schwarzfahrertauglichen Kurzdialog - "Ihre Fahrkarte bitte! Tut mir leid, das ist mein Lesezeichen!" - bis zur Tragödie: "Er riss ihr das Herz raus und wunderte sich, dass das Blut zu Eis gefror". (neu, DER STANDARD-Printausgabe, 22.2.2011)

Knochenmann
00
23.2.2011, 14:28

Wenn du das liest
dann ist wo du bist
der zug.
Nicht gut.

RebelAngel
 
415
22.2.2011, 10:34
bitte ich hätte da auch ein wenig Poesie für die OeBB!

Wo's öfter stinkt und meistens zieht,
man Junkies schon mal spritzen sieht,
wo Türen nicht geschlossen bleiben
und Durchsagen an Nerven reiben,
wo jeder in sein Handy röhrt,
ganz gleich, ob es den Nachbarn stört,
dort kommt man selten pünktlich an.
Wie denn auch? Man fährt ja Bahn!

Dorian Gray
00
Also Hansi Dichand ich dacht du bist tot !?!?!

RebelAngel
 
00

Tja ihr Pech...nun haben sie mich von den Toten geweckt und ich komme sie jede Nacht in ihren Träumen besuchen. Nackt. Und der Staberl wird auch mit von der Partie sein!

ei padauz
34
22.2.2011, 19:56
andersrum gehts aber auch

wos stinkt und keiner atmen kann,
wo stress und zorn am steuer san'
wo keiner mehr noch weiter fährt
sondern steht im stau
samt hupkonzert
dort hams die öffis abegschaft,
die aulandschaften betoniert,
damit's den autonarr nicht echauffiert,
daher nur er die schuld dran ist,
dass grau es ist und auch sehr trist,
zwischen zubringer und autobahn,
die doch für ihn gebaut wor'n san...

er wollte eines nicht verstehen:
warum sollt' er zum bahnsteig gehen,
und mit der bahn ganz ohne stau,
hineinfahrn nach stadlau.

das geld des staates wurde ja
nach seinem willen investiert,
in autobahn statt bahnverkehr,
jetzt sitzt er da sehr irritiert,
im smog, in grau, alleine da
und kommt nicht zu seine hawara,
die stehn auch im stau
seit tagen vor stadlau

Emil Sacklinger
 
00
22.2.2011, 14:53

.... dieses wunderschöne poem macht direkt lust auf eine vergnügungsreise mit der bahn.

(die vielen annehmlichkeiten der öbb in vollen zügen genießen)

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