Chef chinesischer Handelsplattform Alibaba geht nach Riesen-Betrug

21. Februar 2011, 16:56
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Auf Handelsplattform Alibaba wurden Kunden systematisch betrogen - Waren wurden nicht geliefert

Ein gewaltiger Betrugsfall erschüttert die chinesische Handelsplattform Alibaba.com, den weltgrößten Marktplatz für Unternehmen. Mehr als 2.300 bei Alibaba angemeldete Händler hätten in den vergangenen zwei Jahren systematisch ihre Kunden betrogen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Dabei hätten ihnen rund 100 der insgesamt 5.000 Vertriebsmitarbeiter von Alibaba geholfen. Firmenchef David Wei zog die Konsequenzen und trat zurück.

50 Millionen User

Bei Alibaba handeln Unternehmen untereinander. Die Bedeutung der chinesischen Wirtschaft als "Werkbank der Welt" hat die 1999 gegründete Plattform schnell zu einem belebten Marktplatz gemacht. Inzwischen hat Alibaba mehr als 50 Mio. registrierte Teilnehmer.

Die Masche der Betrüger war es, beliebte Verbraucherelektronik zu "sehr attraktiven Preisen" in relativ kleinen Stückzahlen anzubieten, wie Alibaba nach einer tiefgreifenden Untersuchung berichtete. Der durchschnittliche Order-Wert betrug demnach lediglich 1.200 Dollar. Die Geräte wurden dann nicht geliefert. Eine Sprecherin der Firma sagte der Londoner Zeitung "Guardian", betrogenen Käufern seien bisher 1,7 Mio. Dollar (ca. 1,2 Mio. Euro) erstattet worden.

Betrugsmeldungen seit 2009

Die Betrugsmeldungen häuften sich schon seit 2009, das Unternehmen versuchte schon unter der bisherigen Führung gegenzusteuern. Am Montag traten jedoch sowohl David Wei als auch der für das Tagesgeschäft zuständige Elvis Lee zurück. Das Unternehmen betonte ausdrücklich, dass die beiden Manager nicht an dem Betrug beteiligt gewesen seien. Die Führung bei Alibaba übernimmt jetzt Jonathan Lu, der bisher den ebenfalls zum Konzern gehörenden Verbraucher-Marktplatz Taobao leitete. (APA/dpa)

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