Geld und Schmuck in Milliardenhöhe gefunden

21. Februar 2011, 16:22
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"Schatztruhe Ali Baba" hinter falscher Bücherwand

Tunis/Paris - Auf der Jagd nach dem Vermögen des geflüchteten Machthabers Zine el-Abidine Ben Ali sind Ermittler in Tunesien auf einen wahren Schatz gestoßen. Sie fanden in einem Palast Schmuck in unschätzbarem Wert und Banknoten in Höhe von mehreren Milliarden Euro und US-Dollar. Eine Kommission sucht nach dem illegalen Vermögen des Ex-Machthabers und seines Clans und entdeckte die "Schatztruhe Ali Baba" in einem Palast nordöstlich von Tunis. Die reihenweise in Stapel geordneten Banknoten in 500-Euro- und 500-Dollarscheine, sowie bündelweise tunesische Dinar und ägyptische Pfund waren in Safes hinter einer falschen Bücherwand aufbewahrt, berichteten französische Medien am Montag.

Schwerste Korruptionsvorwürfe werden gegen die Familie von Ben Alis Ehefrau und deren Bruder Mourad Trabelsi erhoben, die hinter den Kulissen die Fäden gezogen und sich auch am Drogenhandel enorm bereichert haben sollen. Zahlreiche Kritiker des Trabelsi-Clans landeten im Gefängnis. Die tunesische Exilpresse in Frankreich berichtete über Vettern- und Günstlingswirtschaft, Filz und Korruption im Umfeld des mächtigen Clans der Schwiegerfamilie des Staatschefs. Der Clan beanspruche Bankkredite in Milliardenhöhe, die nie zurückbezahlt würden, und bekomme riesige Provisionen bei Staatsaufträgen und bei Investitionen ausländischer Firmen. Bei allen staatlichen Bewilligungsverfahren habe er Schmiergelder bezogen, hieß es.

Tunesien hat am Sonntag offiziell von Saudi-Arabien die Auslieferung des geflüchteten Präsidenten verlangt. Ben Ali wird mit internationalem Haftbefehl gesucht, weil er sich illegal bereichert und Geld ins Ausland geschafft haben soll. Die EU fror Anfang des Monats das gesamte Vermögen von Ben Ali, seiner Frau und 46 weiteren Familienangehörigen in allen Ländern der Europäischen Union ein. (APA)

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