ÖBB stellen Quick-Zahlung ein

21. Februar 2011, 14:22
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2010 wurden 0,4 Prozent aller Transaktionen bei den ÖBB per Quick-Zahlung getätigt

Wien - Die ÖBB stellen mit dem Austausch der Module für den bargeldlosen Zahlungsverkehr die Möglichkeit der Quick-Zahlung ein. Nach zehn Jahren müssten die alten Module raus und ersetzt werden. Alle anderen Zahlungsformen, wie Bankomat, Kreditkarte, ÖBB-Vorteilscard mit Zahlungsfunktion, bleiben aber aufrecht, heißt es von den ÖBB.

Laut Angaben von Paylife, die für die Quick-Zahlung zuständig ist, wurde 2010 ein Zahlungsvolumen von über 120 Millionen Euro abgewickelt. Im Vergleich zu den 15,9 Milliarden Umsatz mit Maestro (also Bankomatzahlungen) ein eher geringer Betrag. Genau dafür wurde die "Elektronische Geldbörse" schließlich auch erfunden: Klein- und Kleinstzahlungen sollten so einfacher - ohne die Eingabe des PIN-Codes - und bargeldlos erfolgen können. Ganz durchgesetzt dürfte sich diese Form des Bezahlens aber nicht haben, sind sich Branchenkenner einig.

Wo die Quick-Zahlung aber durchaus zum Einsatz kommt, ist als Automatengeld, heißt es von Paylife. Parkschein-, Fahrscheinautomaten, Waschmünzzähler oder Kopiergeräte sind ein wachsender Markt. Und vor allem bei Zigarettenautomaten, wo seit einiger Zeit eine Bankomatkarte zwecks Altersfreigabe gefordert wird, lege Quick zu. "Die Alterskennung an Zigarettenautomaten ist unabhängig von Quick, die Bezahlung per Quick ist aber natürlich beliebt, weil praktisch am Automaten, da in einem Schritt abwickelbar", heißt es von paylife auf derStandard.at-Anfrage dazu.

Durchschnittlich werden auf den rund eine Million aktiven Zahlungskarten 53 Euro raufgeladen, der bezahlte Durchschnittsbetrag beläuft sich auf 4,7 Euro.

Warum genau die ÖBB auf die Möglichkeit Quick-Zahlung verzichten, wurde "wegen laufender Verhandlungen" nicht kommentiert. Die neuen Zahlungsmodule kommen von einem anderen Anbieter, der die Quick-Zahlung nicht anbietet. Es konnte bisher keine Einigung über die Fortführung erzielt werden, heißt es von den ÖBB auf derStandard.at-Anfrage. Im Jahr 2010 jedenfalls wurden lediglich 0,4 Prozent aller Transaktionen bei den ÖBB per Quick-Zahlung getätigt. (rom, derStandard.at, 21.2.2011)

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