Unruhen lassen Ölpreis steigen

21. Februar 2011, 13:59

Nordsee-Öl ist so teuer wie seit September 2008 nicht mehr, Gold wieder über 1.400 Dollar, der Preis für Silber auf 31-Jahres-Hoch

Frankfurt - Die Unruhen in Libyen haben am Montag den Ölpreis auf ein 2-1/2-Jahres-Hoch getrieben. Ein Fass (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich um 2,5 Prozent auf 105,08 Dollar (77,11 Euro). Der Preis für US-Leichtöl der Sorte WTI stieg um 4 Prozent auf 89,78 Dollar.

"Libyen ist ein wichtiger Öl-Produzent und exportiert Rohöl von guter Qualität", erklärte Christophe Barret, Öl-Analyst bei der Credit Agricole. Vor allem die Drohung eines Stammes-Anführers im Osten des Landes, die Ölexporte zu behindern, sollte die Regierung weiter Demonstrationen gewaltsam verhindern, sei besorgniserregend. "Es herrscht Sorge, dass der Nachschub aus Libyen gestört werden könnte", sagte Tony Nunan, Risiko-Manager bei Mitsubishi Corp. "Die wichtigere Frage ist aber, greifen die Proteste auf Saudi-Arabien über?"

Libyen ist den Daten der US-Energiebehörde EIA zufolge der ölreichste afrikanische Staat und war 2009 der weltweit zwölftgrößte Exporteur. Das Land exportiert rund 1,1 Mio. Barrel Öl pro Tag, Öl-Exporte dominieren mit 95 Prozent der Einnahmen die libysche Wirtschaft. Die nachgewiesenen Erdölreserven wurden Ende 2009 mit 44,3 Milliarden Barrel (je 159 Liter) angegeben.

Aber es gibt schon jetzt Behinderungen: So kündigte BP an, alle Vorbereitungen auf Testbohrungen für Öl und Gas im Westen Libyens einzustellen und seine Mitarbeiter aus Libyen auszufliegen. Auch der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV holt seine österreichischen Mitarbeiter aus Libyen zurück und reagiert damit wie viele andere internationale Konzerne. Die OMV-Aktie rutschte heute um mehr als 4 Prozent ab und notierte gegen 11.45 Uhr bei 32,50 Euro. Die OMV erwirtschaftet ein Zehntel ihrer Öl- und Gasproduktion in Libyen.

Flucht ins Gold

Viele Anleger flüchten angesichts der Unruhen in mehreren arabischen Ländern ins Gold. Die Feinunze verteuerte sich am Montag um rund ein Prozent auf 1.402,48 Dollar oder 1.024,76 Euro und war damit so teuer wie seit Anfang Jänner nicht mehr. Auch Silber markierte mit 33,47 Dollar erneut ein 31-Jahres-Hoch. Platin hielt sich mit 1.848,75 Dollar in Reichweite seines Zweieinhalb-Jahres-Hochs von Anfang Februar und Palladium war mit 859 Dollar so teuer wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Auch bei den Industriemetallen gab es Preissteigerungen, die Händler allerdings auf technische Faktoren zurückführten. So suchten Nickel und Aluminium Anschluss an die Rekordjagd beim Kupfer und stiegen auf den höchsten Stand seit rund zweieinhalb Jahren. Das zur Stahl-Herstellung benötigte Nickel verteuerte sich um bis zu 0,9 Prozent auf 29.425 Dollar je Tonne. Das im Automobil- und Flugzeugbau verwendete Aluminium notierte in der Spitze 0,7 Prozent fester bei 2.585 Dollar. Zink markierte mit einem Plus von 1,4 Prozent auf 2.590 Dollar immerhin noch ein Dreieinhalb-Monats-Hoch.

Kupfer verteuerte sich in den vergangenen drei Monaten um knapp 20 Prozent und war in der Vorwoche mit 10.190 Dollar je Tonne so teuer wie noch nie. Am Montag notierte der Preis kaum verändert. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 37
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Anonym Anonymus
00
22.2.2011, 13:51
Rauf mit den Preisen

wieder ein Grund, um die Diesel-/Heizöl-/Strompreise zu erhöhen. Dass der $-Preis mit 1,35+ günstig ist, hat sich in den Preisen bisher nie niedergeschlagen.

aleph null
00
22.2.2011, 13:31
weg vom Öl

Ich würde das begrüßen, nur sehe ich ehrlichgesagt schwarz. Die Mineralölsteuer ist derart hoch und eine so wichtige Einnahmequelle für den Staat, dass dieser nicht leichtfertig darauf verzichten wird. Insofern ist dafür kein politischer Wille vorhanden, abgesehen von Randgruppen. Wenn man Erdöl wirklich ersetzen wolte, müßte man die Steuern anderswo kräftig erhöhen, was ziemlich unpopulär ist.

Diejenigen, die ständig nach Erhöhung der Mineralölsteuer rufen, die ja de facto eine flat tax ist, haben nicht verstanden, dass sie damit diese unglückseelige System zementieren, weil sie letztendlich die Abhängigkeit des Staates von dieser Steuer steigern. Da nützt es dann auch nichts, wenn man damit andere Energieformen querfinanziert.

luke skywalker
00
23.2.2011, 11:32
Es ist auch nicht mehr einsichtig

warum die Steuer auf Heizöl so niedrig ist.
Weil genau zu Heizöl gäbe es genug ausgereifte technische Alternativen - im Gegensatz zu Alternativen zu Treibstoff.

Und warum Kerosin faktisch steuerfrei ist, ist ohnehin unergründlich.

Simplicius Simplicissimus
00
22.2.2011, 08:25
Wie konnte ...

... US-Öl nur unter libyschen und saudischen Sand geraten?

Reich sein muss sich lohnen!
00
21.2.2011, 22:07
"Es herrscht Sorge , dass der Nachschub aus Libyen gestört werden *könnte*"

Und vor lauter Sorge wird nun das Öl teurer.

Stellt euch mal vor wie teuer das erst werden muss wenn der Nachschub aus Libyen tatsächlich gestört wird.

presumption of innocence
14
21.2.2011, 19:59
ALLES läßt den Ölpreis steigen

denn die Reserven neigen sich dem Ende zu!
Knappe Resourcen = steigende Preise, wie Wohnungen in Bestlagen.

Der Österreicher
32
21.2.2011, 19:55

Was juckt mich der Ölpreis. Als Schüler/Student bin ich mit den Öffis und dem Fahrrad gefahren. Seit 7 Jahren Firmenwagen. Das ist der einzige Grund warum ich ein Auto fahre.

Anonym Anonymus
01
22.2.2011, 13:47
Firmenwagen

ein wenig kurz gedacht - wer zahlt das? Normalerweise irgendwann der, für den du den Wagen brauchst. Nur weil es nicht die eigene Tasche trifft, ist das Problem nicht behoben. Teurere Transportkosten rundherum werden auch die Lebenskosten hinauftreiben.

Michael ....
01
22.2.2011, 09:17

Gott sei Dank fahren öffentliche Busse mit Luft & Liebe :)

Siegmund Heindl
 
34
21.2.2011, 18:51
Weg vom Öl

Weg vom Öl.
Das ist die einzige Alternative

Anonym Anonymus
00
22.2.2011, 13:48
toll

endlich keine Urlauberstaus, endlich ruhe auf der Autobahn zum Wochenende und Wandern im Wienerwald.

Michael ....
00
22.2.2011, 09:19

Dann bitte gehen sie mit gutem Beispiel voran, und entfernen alles aus Ihrer Wohnung, dass Kunststoff enthält, oder von einem LKW/Schiff angeliefert wurde ...

slartibartfaß der Umwandler
00
22.2.2011, 19:11

aha. tolle einstellung...

das ist genau die einstellung von leuten, die gar nix ändern wollen.

im umkehrschluss heißt das dann, sie ändern erst was, wenn alle anderen auch was ändern.....
und wenn das jeder denkt, das gute nacht welt. gute nacht menschheit....

Michael ....
00
23.2.2011, 08:16

Einfach mit gutem Beispiel voran gehen :)

PS: Ihr PC/Notebook/Smartphone kommt aus Asien, viele Bauteile aus den USA, haben also schon eine Weltreise hinter sich. Die wurden sicher nicht mit Luft & Liebe bewegt ... :)

luke skywalker
00
22.2.2011, 12:40
naja, mann kann aber immerhin dort anfangen, wo es wirlich um Größenordnungen geht

in Zeiten des Null/Niedrigstenergiehauses und der Biomasseheizungen ist es nicth mehr einsichtig, wenn schlechtgedämmte Altbauten 2000-3000Liter Öl pro Wohneinheit verheizen.

Damit könnten 2-3 PKW ein Jahr lang betreiben oder Sie könnten Ihren Kunststoffverbrauch 20 Jahre lang decken, .....

Michael ....
00
23.2.2011, 08:17

Keine Frage, dass das eine sinnvolle Investition ist!

Knicknack
41
21.2.2011, 17:36
Unruhen in Libyen lassen den Preis für Nordsee-Öl steigen.

Wer fühlt sich dabei nicht verar***t?

Balkanjero
11
21.2.2011, 19:27
OMG

Kann man sich wirklich so sehr nicht auskennen, dass man so einen bullshlt schreibt???

Naja Leberkäse ist ja auch Leber+Käse

Knicknack
01
21.2.2011, 19:58
Libyen hat einen Anteil von gerade einmal 2 Prozent der Weltförderung.

Gleichzeitig haben die meisten OPEC-Staaten in den letzten Jahren die Förderung so weit gedrosselt, dass der Preis hoch bleibt, aber ohne die Konjunktur zu gefährden oder Alternativen wirtschaftlich zu machen.

Die 2% könnten leicht kompensiert werden. Aber die Lage in Libyen ist für einige Konzerne und Regierungen (Steuern) eine gute Gelegenheit, mehr zu verdienen ohne mehr leisten zu müssen.

Wer glaubt, dass Weltmarktpreise Naturgesetzen gehorchen und nicht gesteuert werden, ist sehr naiv.

Gerry Mander
01
21.2.2011, 20:53
libyen liefert vor allem schwefelarmes öl

dass sie nicht einfach mit saudischem ersetzen können, die dinge sind nicht alle so einfach wie sie ausschauen.

Knicknack
00
21.2.2011, 21:06
Stimmt schon und auch die geografische Nähe ist ein Aspekt.

Aber mir ist es darum gegangen, dass hier sehr viel Manipulation im Spiel ist.

Kommando Paulchen Panther
00
21.2.2011, 20:16
Fördermenge.

Könnte es aber auch sein, dass die wunderbare Ölvermehrung der 80er gar nicht wahr war und die Fördermengen deswegen langsam runter gehen?

Einfach nur darüber nachdenken und wenn etwas unklar ist, sich darüber informieren. ;-)

Balkanjero
00
21.2.2011, 20:13
Sind's nicht lustig Genädigster.

Schreibens nicht zuerst "Nordsee-Öl" um zu suggerieren, dass die Nordsee mit Libyen nix zu tun hat und begründen dann mit fadenscheinigem Blabla über Förderquoten und die Opec ihren Schwachsinn.

Im übrigen ist Benzin und Diesel in der Türkei teurer als in Österreich also regen Sie sich nicht künstlich auf sondern fahren Sie mehr mit dem Rad :-) Bussi

Knicknack
00
21.2.2011, 23:17

Eine 'Argumentation', die sich darauf beschränkt, anderen Schwachsinn zu unterstellen, ist armselig.

Übrigens rege ich mich nicht über die Treibstoffpreise auf. Da haben Sie was falsch verstanden. Dass Treibstoff immer noch viel zu billig ist, zeigt ein Blick auf unsere Straßen.

Mich stört, dass lokale Ereignisse heutzutage immer gleich weltweite Auswirkungen haben, weil jede Chance genützt wird, den Profit zu maximieren. Das Geschäft mit der Angst (in diesem Fall mit der Knappheit einer Ressource) ist leider immer ein gutes Geschäft.

Kommando Paulchen Panther
22
21.2.2011, 16:09
So ein Pech aber auch mit dem Ölpreis!

Hätte man bei Zeiten (also während der 1. Ölkrise in den 70ern) darauf geschaut, was für Alternativen es gibt. Es wäre keine Zukunftsmusik gewesen, sondern einfaches Vorausschauen.

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