Studie: Ungeliebter Bachelor

21. Februar 2011, 12:33

Nur die Hälfte der Unternehmen erwarten Bedeutungsgewinn des Bachelor-Titels - 30 Prozent bewerten Qualifikationen als nicht ausreichend

Wien - Die Akzeptanz des akademischen Abschlusses "Bachelor" am Arbeitsmarkt kommt nur langsam auf Touren. Laut einer am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien präsentierten Umfrage im Auftrag der Plattform für berufsbezogene Erwachsenenbildung erwarten zwar 46 Prozent der Unternehmen einen Bedeutungsgewinn dieses Titels - 32 Prozent rechnen dagegen künftig mit einer unveränderten Stellung, elf Prozent erwarten sogar einen Imageverlust des Bachelors.

Skeptiker

Für die Studie wurden Mitte Jänner 500 Personalverantwortliche und Geschäftsführer von Unternehmen ab 20 Mitarbeitern befragt. Knapp die Hälfte der Firmen (49 Prozent) bewertete den mittlerweile nicht mehr ganz so neuen Titel positiv. Als Vorteil werden vor allem die kürzere Studiendauer bzw. der frühere Berufseinstieg gesehen. Jene 29 Prozent, die den Bachelor negativ bewerten, sehen darin keinen vollwertigen Abschluss mit ausreichenden Qualifikationen.

Die Diskrepanz bei den Einschätzungen erklärt sich Plattform-Sprecher Hannes Knett mit den unterschiedlichen Erfahrungen, die die Unternehmen mit den Absolventen gemacht haben. Es sei klar, dass die "Durchdringung des Marktes" mit dem Bachelor Zeit brauche und die Unternehmen mit den Absolventen erst Erfahrungen sammeln müssten.

Tag der Weiterbildung

Die Plattform veranstaltet am 1. März bereits zum dritten Mal den Tag der Weiterbildung mit Veranstaltungen in ganz Österreich: In Wien gibt es etwa ein Leadershiptraining mit Ex-Fechteuropameister Benny Wendt, der Fechttaktiken live präsentiert. Rapid-Manager Werner Kuhn erklärt, was den einzelnen bzw. sein Unternehmen zum Meister macht, und in Graz erläutert Ex-FPÖ-Generalsekretärin Magda Bleckmann "Die geheimen Regeln der Seilschaften".

Kleiner Tipp für Weiterbildungswillige: Laut Umfrage erwarten sich die Unternehmen den größten Konkurrenzvorsprung durch Weiterbildung im Bereich Technik und Produktion (28 Prozent), gefolgt von Persönlichkeitsentwicklung (25 Prozent) sowie Verkaufstraining und Marketing (19 Prozent). Abgeschlagen am Schluss liegt "Recht" (ein Prozent). (APA) 

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Posting 1 bis 25 von 93
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ukn5adh2
00
13.4.2012, 17:48
Schwachsinn

Kommt darauf an, an welcher UNI/FH man den Bachelor gemacht hat.

Ich vermute mal, dass ich mich bei vielen der befragten Firmen nichtmal bewerben würden, von dort arbeiten, ganz zu schweigen.

Ne Studie die mich kalt lässt.

Bildungshunger
20
Wäre ich heute in der Situation arbeiten oder studieren zu gehen

Würd ichs mir zwei Mal überlegen. Würd wahrscheinlich mal irgendwas arbeiten und dann einen MBA machen. Die Gebühren sind echt nicht mehr viel (www.mba-studium.at). Eine gute Freundin hats genauso gemacht: "ungelernte" Kellnerin, dann MBA, heute sitzt sie mit 30 im Personalmanagement eines großen Konzernes. Und hat seit sie 18 ist permanent Geld verdient...

Peter Heinz
02
13.6.2011, 19:31

Ziemlich durchsichtige Werbung für ihre windige MBA-Schmiede...die Kellnerin, das war etwas zu dick aufgetragen. Weniger ist manchmal mehr.

ABear
03
Naja

Ich verstehe die Wirtschaft da nicht ganz. Bin selbst WU Student und noch im Diplomstudium, habe aber auch Kontakt zu Bachelorstudenten und wenn man das Curriculum vergleicht, sieht man, dass beim Bachelor quasi das selbe gelehrt wird. Nur hat man nur 3 Jahre Mindeststudienzeit anstatt der früheren 4. Also eine qualitativ schlechtere Ausbildung als man beim Magisterstudium hätte, kann ich zumindest für die WU nicht attestieren. Und wer ein Bachelorstudium mit einer Matura, egal welchen Schultyps, vergleicht, hat mE noch keine Uni von innen gesehen. Da liegen vom Niveau doch Welten dazwischen.

Langschluss
01

Der Bachelor, so wie er in Österreich angeboten wird, ist schlichtweg eine Sauerei.
Vergleicht man den österreichischen Bachelor mit dem der USA oder Schwedens wird das besonders deutlich:
Österreich: lächerliche Lösung, man ist KEIN vollwertig ausgebildeter Akademiker. Zu viel allgemeines blabla, zu wenig Fachwissen
Schweden/USA: vollwertiger Akademiker, man bekommt teilweise gut bezahlte Jobs und man kann SOFORT, ohne Master, seine wissenschaftliche Karrier angehen, indem man sofort den PHD macht (zugegeben, der 2. Punkt trifft eher auf die USA zu als auf Schweden, die Kernaussage meines Postings bleibt die gleiche)

Unsere Politiker haben bei der Umsetzung wieder mal ihre unermessliche Blödheit bewiesen.
BTW: Ich bin BSc ;-)

kleiner Schelm
00

In den USA kommt vor dem Ph.D aber auch noch der Master.

Hauptunterschied aber:
- USA: Bachelor = 4 Jahre.
- AT/D: Bachelor = 3 Jahre.
Und die 3 Jahre können verkürzt werden durch Anerkennung von HTL-Zeiten ...

Langschluss
00

Eben nicht. In den USA kann man sofort nach dem Bachelor den PHD machen. Allerdings dauert der PHD dann ein Jahr länger und dieses Jahr ist die Hölle.
Hat mir mein ehemaliger Englischprofessor erzählt, der ist Amerikaner und hat das genau so gemacht.

Und die 3 Jahre könne nur marginal verkürzt werden. Das ist jetzt nicht wirklich der Rede wert. Die ersten 2 Semester sind halt gemütlicher. Soweit ich das von meinen Kollegen, die es so gemacht haben, mitbekommen habe.

kleiner Schelm
00

4+1=5 ...

Es mag kleinere Unis geben wo so etwas toleriert wird; in den USA sind Titel halt nicht gesetzlich geschützt.

So wie sie in AT mit FH-Diplom promovieren können -- wenn Sie noch etliche Vorlesungen an der Uni nachholfen, was fast schon einem Master entspricht.

Franz Bim
 
01
hat aber auch Vorteile

Ich finde es hingegen recht nett von den Universitäten (bzw. von den Studienplankommissionen), dass sie uns durch das Qualifikationsprofil attestieren, dass man mit einem Bachelor-Abschluss höchstens zur Assistenz befähigt ist. Dadurch kann nämlich die Bundesregierung nicht einfach den Zugang zu den Masterstudien beschränken.

krawutzi
00
!

also so a bachelor kann schon harte "arbeit" sein... diese ganzen prüfungen in der studieneingangsphase mit knock-out charakter, sind nicht gerade lustig!

wer einen bachelor als einen versager hinstellt, dem ist ohnehin nicht zu helfen!!!

wenn jemand nicht mehr will, ists ja eh ok und immerhin sind die wege zum msc (noch nicht) verwehrt!

und wieviel was wert ist kann nicht pauschaliert werden... wo soll was wieviel wert sein? in der wirtschaft? für einen selbst?

ps: hat da stronach überhaupt matura???

Franz Bim
 
01
23.2.2011, 09:46
Falsche Frage

Sicher, wenn man die Wirtschaft fragt, ob sie gerne DI-Posten mit Bachelorn besetzen möchte und ihnen dann trotzdem gleich viel zahlen will, wird sie nein sagen. Das will aber an der Universität ohnedies niemand. Natürlich gehört zu einem vollständigen Studium Bachelor + Master.

Wichtig ist der Bachelor vor allem für diejenigen, bei denen sich ein Ferialpraktikum zu einer Nebentätigkeit während des gesamten Semesters ausdehnt und schließlich die Prioritäten wechseln und auf einmal die Arbeit die Hauptbeschäftigung wird und das Studium die Nebenbeschäftigung bis für das Studium keine Zeit mehr bleibt. Dann ist es nämlich gut, wenn man einen Bachelor in der Tasche hat, weil dann hat man nämlich einen Sinnvollen Querschnitt eines Studiums.

warum nicht?
00
10.5.2011, 13:21

so geht es auch mir in gewisser hinsicht... ich bin froh den BSc zu haben und einen gutbezahlten Job neben meinem Masterstudium zu haben...

Daher beiße ich die 1 1/2 Jahre noch bis zum MSc-Abschluss durch und kann mich auch in einem anderen Unternehmen mit Berufserfahrung bewerben!

wiesa
00
27.2.2011, 00:20

stimmt, der einzige Sinn des Bachelors ist es eine gewisse Absicherung gegenüber eines Job Outs zu haben. Davor habens uns auf der TU besonders gewarnt

Gerald M.
010
22.2.2011, 23:33
.....................

Der BA ist eine Stufe in einem akademischen Ausbildungsprogramm. Der MA ist die 2. Stufe. Der PhD ist die 3. Stufe.

Punkt.

Der BA ist KEIN Eingeständnis eines Versagens. Wie kommt man auf so eine dumme Idee und Aussage?
Wo liegt denn bitte ein Versagen vor, wenn man einen BA macht? Verschwindet das Versagen sobald man den MA macht? Blieb man vom Versagen verschont, wenn man noch zu den "Glücklichen" zählen durfte, die einen Mag. gemacht haben?

Man kann zu dem Bologna-System stehen wie man will. Ich finde in Zeiten verstärkter Globalisierung, ist eine Vereinheitlichung von Ausbildungsprogrammen und Abschlüssen zwecks Vergleichbarkeit wichtig.

Dass die Umsetzung in Österreich eher mangelhaft war und ist, ist ein anderes Kapitel!

Elements
11
25.2.2011, 13:39

Richtig. Schließlich muss man ja nicht 5 Jahre lang das gleiche durchstudieren. Man kann - um sein Berufsprofil zu erweitern - zB nach dem Bachelor in eine andere Studienrichtung wechseln und dort dann den Master anhängen.

evolution hunter
30
24.2.2011, 16:46

Die internationale Vergleichbarkeit ist keineswegs gegeben. Es wurde nur die Etikettierung standardisiert. Der Bachelor Grad in Österreich substituiert den HTL-Ingenieur. Das ist okay. Wer eine wirklich akademische Ausbildung will, muss allerdings einen Master absolvieren, da fährt die Eisenbahn drüber.

Elements
00
25.2.2011, 13:44

Ein HTL-Ingenieur liegt nach ein paar Berufsjahren schon unter dem Bachelor. Schließlich kann jeder nach ein paar Jahren den Ingenieurs-"titel" beantragen, wer zusätzlich noch den Bachelor als akademischen Titel hat, der ist besser dran.

Der "Ing." ist nämlich KEIN akademischer Titel, sondern lediglich eine Berufsbezeichnung. Im titelgeilen Österreich ist es aber auch kein Wunder, wenn die Leute stolz auf ihren "Ing." sind, auch wenns wie gesagt kein Titel ist.

Franz Bim
 
00
23.2.2011, 09:39
Und selbst die Umsetzung...

...ist nicht überall missglückt. Hier an der TU Graz zum Beispiel ist die Umstellung auf Bachelor + Master sehr gut gelungen.

Gerald M.
01
23.2.2011, 09:58
.....

das finde ich gut.. aber österreichweit ist es dennoch viel zu wenig...

Pingu
01
23.2.2011, 09:33

Allerdings ist das mit der Vereinheitlichung der Ausbildungsprogramme ja auch nicht so wirklich der Fall. Nicht einmal in Österreich selber hat man es geschafft, dass man nach einem Bachelor problemlos die Uni wechseln kann. In den USA und GB ist das System soviel ich weiß dann ja noch einmal grundlegend anders.

Gerald M.
02
23.2.2011, 09:57
....

vollkommen richtig... das spiegelt aber nur wider, dass die umsetzung hierzulande eher mangelhaft ist. Die einzelnen Institutionen sperren sich gegenseitig.. die WU hängt ein gar ein lapidares "WU" an "Ihren" erreichten akademischen Grad, um hier herauszustreichen, wie viel besser es dort nicht ist.

Keine Frage - Level auf der WU ist hoch. das ist selbiger auf der Uni Wien aber auch ..

Das - und viele andere Dinge - zeigen, dass diesbezüglich noch viel getan werden muss,....

Pingu
00
23.2.2011, 10:16

Wissen Sie zufällig, ob die Umsetzung in anderen Ländern besser gelungen ist?
Kann man dort problemlos landesintern wechseln?

In Österreich sind ja die Studienpläne gleich geblieben und was ich so gehört habe muss man beim Wechseln der Uni nach dem Bachelor dieselben Fächer nachmachen wie früher beim Wechsel während des Diplomstudiums.

Welche Titel manche Unis jetzt wieder auspacken ist sowieso lächerlich.

Gerald M.
00
23.2.2011, 10:48
................

Wir in Österreich haben diesbezüglich leider einen "ungewollten" Sonderstatus. Nicht umsonst sind wir als "Titelhascherland" bekannt.
Teilweise herrscht zwar auch zB in D die Meinung vor, dass der BA eine Art "Schmalspurstudium" sei, doch wird dieser bei weitem nicht so schlecht geredet wie in unserem Land.

Die Vereinheitlichung wurde besser umgesetzt als bei uns. Die Akzeptanz steigt jährlich, was natürlich nicht zuletzt an der steigenden Zahl an BA und MA Absolventen liegt.

Es ist auf jeden Fall schwachsinnig den BA zu verteufeln oder als Versagerabschluß zu titulieren. Das ist nunmal unser neues 3-stufiges Studiensystem. Bis dato waren es eben nur 2 Stufe

flatus incarceratus
130
22.2.2011, 21:15
den bachelor könnt ihr vergessen

ist so wie früher die matura. diese ist nicht mehr viel wert, weil sie (fast) jeder bekommt, der nur lange genug in einem BORG sitzt.

ukn5adh2
00
13.4.2012, 17:51
Haha

made my day, darf ich fragen was Sie studiert haben.

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