Software macht Portraits für Blinde sichtbar

21. Februar 2011, 12:03
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Umwandlung von Fotos auf tastbare Drucke durch Software und Drucker

Blinde können Portraitfotos zwar nicht sehen, jedoch Umrisse und spezielle Charakteristika ertasten, falls sie von einem Stanzapparat vorgegeben werden. Eine Software, die Gesichtsfotos automatisch in ein Spezialdruck-fähiges Bild umwandelt, haben nun Forscher der Arizona State University  auf einer Entwicklerkonferenz in Palo Alto präsentiert. Damit könnten Profilbilder in Social Networks auch für Blinde relevant werden.

Details: Nicht zu viel, nicht zu wenig

"Portraitbilder haben besonders hohe Bedeutung für das Sozial- und Gefühlsleben", sagt Forschungsleiter Baoxin Li. Bisherige Ansätze, um solche Fotos für Blinde zu visualisieren, haben noch keine befriedigende Lösung geliefert. Der jetzige vielversprechende Vorschlag konvertiert Fotos und bereitet sie für Drucker vor. "Wichtig ist eine Balance in der Darstellung, dass nämlich die wichtigsten Gesichtsmerkmale gut wiedergegeben werden, ohne zu detailreich zu sein und den Tastenden zu verwirren", erklärt Li.

Dieses Herunterbrechen auf das Wesentliche erledigt nun ein Algorithmus. Mit einem Foto gefüttert, wandert er dieses innerhalb einer Minute in eine Vorlage um, das von einem Spezialdrucker mit Tiefenwirkung ausgedruckt wird. Für die Zukunft hoffen die Forscher auf die Entwicklung taktiler Displays, für die kein Papier mehr nötig ist - auch hier könne die Software eine gute Übersetzungsarbeit leisten.

Taktile Displays in Vorbereitung

Ein Konzept für ein derartiges Display haben Forscher der North Carolina State University erst im Vorjahr präsentiert. Punkte von elektroaktiven Polymeren sind dabei in ihrer Höhe hydraulisch steuerbar und können somit nicht nur fühlbaren Text, sondern auch Bilder wiedergeben. Ein Novum, das herkömmliche Braille-Zeilen und Screen-Reader-Programme nicht schaffen.

"Reliefs von Bildern helfen Späterblindeten, die sich durch das taktile Erfahren Bilder vor dem inneren Auge machen können", erklärt Gerd Schwesig, Leiter der Hilfsmittelabteilung beim deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. http://www.dbsv.org, im pressetext-Interview. Umgesetzt wird dies bisher durch Erhitz-Techniken, bei der sich gemalte schwarze Linien erheben, durch Tiefziehtechniken oder mit Hilfe von Folien, die bei Beschriftung Linien auf einer Gummiunterlage hinterlassen. (pte)

  • Artikelbild
    foto: arizone state university
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