EU-Agrarminister beharren auf mehr Platz für Legehennen

21. Februar 2011, 15:17
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Polen wollte Aufschub des Verbots konventioneller Käfighaltung bis 2017 erwirken

Brüssel - Die EU-Agrarminister haben bei ihrer Ratstagung am Montag in Brüssel darauf beharrt, dass Legehennen ab 2012 mehr Platz haben müssen. Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich (ÖVP) erklärte gegenüber der APA, konventionelle Käfighaltung werde ab nächstem Jahr verboten, in Österreich gelte diese Regelung bereits seit 2009. Den Plänen von Polen, Rumänien und Bulgarien nach einer Ausdehnung der Käfighaltung bis 2017 erteilte Berlakovich eine Absage: "Ich bin strikt dagegen."

Es gehe nicht nur um Tierschutz, sondern auch um die Wettbewerbsfähigkeit. Daher müssten sich auch die anderen Länder an den Termin halten. Ab kommendem Jahr muss es mehr Platz für jede Legehenne geben. Waren es bisher 550 Quadratzentimeter (rund 23,4 mal 23,4 Zentimeter), sind es ab 1. Jänner 2012 dann 750 Quadratzentimeter (27,3 mal 27,3 Zentimeter) für eine sogenannte ausgestaltete Käfighaltung.

Neben der Ausweitung der Fläche für jedes Huhn soll es auch weitere Erleichterungen wie eine Einstreu oder Sitzstangen geben. Österreich wies vergangenes Jahr 5,5 Millionen Legehennen auf, insgesamt gab es 1,4 Milliarden Eier. Im Verkaufsregal müssen die Eier eindeutig gekennzeichnet sein. Aus dem Stempel geht u.a. hervor, aus welchem Haltungssystem die Hühner stammen. "0" bedeutet Ökologische Erzeugung, "1" Freilandhaltung, "2" Bodenhaltung und "3" Käfighaltung.

Fischfang-Initiative

Berlakovich erklärte, er habe mit Ressortkollegen aus Tschechien, der Slowakei und Luxemburg an EU-Fischereikommissarin Maria Damanaki eine Initiative für nachhaltigen Fischfang übergeben. Die Weltmeere würden zusehends leergefischt, die Artenvielfalt sei damit bedroht. Es gehe nun um Alternativen, denn der Fischkonsum steige, auch in Österreich. Ein Weg sei, auf nachhaltige Binnenfischerei zu setzen, beispielsweise mit Süßwasserkulturen oder Bioaquakulturen.

Eine konkrete Entscheidung gab es beim Landwirtschaftsrat in Sachen Lebensmittelkennzeichnung. So darf künftig auf Produkten mit Kunstkäse oder "Schummelschinken" nicht mehr das Wort Käse bzw. Schinken verwendet werden. Statt Pizzakäse werde beispielsweise künftig nur "Pizzamix" auf der Etikette zu sehen sein. (APA)

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    Legehennen im Käfig - Polen will die Käfighaltung bis 2017 behalten.

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