Chrome: Google überlegt Entfernung der Adresszeile

21. Februar 2011, 10:17
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Neue Design-Entwürfe wollen Browser-Interface minimieren - Support für mehrere Browser-Profile

Vor wenigen Tagen hat Google neue Testversionen seines Browsers Chrome zum Download bereitgestellt, die zentrale Verbesserungen - wie etwa eine erheblich schnellere Javascript-Engine - mit sich bringen. Parallel dazu wälzt man bei dem Softwarehersteller aber auch langfristige Überlegungen für den Browser - und denkt dabei durchaus auch über weitere Umbauten am Browser-Interface nach, dies berichtet nun ConceivablyTech.

Interface

Wie anhand von Entwürfen der Chrome-EntwicklerInnen zu erkennen ist, steht dabei einmal die Reduktion der Oberfläche zu Diskussion. So zeigt einer der Mockups die vollständige Entfernung der Adresszeile, URLs würden dann nur mehr direkt bei den einzelnen Tabs angezeigt werden. Die Navigation würde demnach in die Tab-Zeile rutschen, ebenfalls der Einstellungsknopf und etwaige Buttons von Erweiterungen.

Umschalten

Mit diesem "kompakten" Modus erhofft man sich - neben dem gewonnenen Platz - vor allem eine bessere User-Experience für Web-Apps, treten diese doch noch stärker in den Vordergrund. Für größere Displays könnte man automatisch auf den "Klassischen" Modus, wie er bisher zum Einsatz kommt, wechseln. Dies auch, da man sich durchaus auch der Nachteile der kompakten Ansicht bewusst ist, etwa dass die aktuelle Adresse nicht mehr sofort erkenntlich ist, aber auch der Umstand, dass die Navigation logisch nicht mehr unter dem jeweiligen Tab platziert ist.

Alternative

In der aktuellen Entwicklung will man sich zunächst mal sowohl auf die "klassische" Navigation als auch auf den neuen "kompakten" Modus konzentrieren. Weitere Ideen wie die Sidetab-Navigation, mit der man schon länger experimentiert und bei der Tabs an der Seite des Browser-Interfaces platziert sind, will man hingegen vorerst nicht forcieren, da diese nur auf Displays mit hohen Auflösungen und bei vielen verwendeten Tabs wirklich nützlich seien, wie Google betont. Unklar bleibt bei solchen Vorschlägen auch, wann und ob sie tatsächlich Einzug in offizielle Releases des Browsers erhalten, so sind etwa die Mockups bereits einige Monate alt und im Zusammenhang mit dem Google-Betriebssystem ChromeOS entstanden.

Omnibox

Andere Mockups zeigen zudem aber auch noch weitere Ideen an denen das Unternehmen derzeit intern arbeitet: Dazu gehört offenbar die Möglichkeit schnell zwischen mehreren Profilen bzw. Logins zu wechseln, dies über einen neuen Eintrag in der Titelzeile des Browser. Weitere Verbesserungen visiert man zudem für die "Omnibox", die Adresszeile von Chrome, an. Dabei soll vor allem der lokalen History eine stärkere Bedeutung zukommen, dies nicht zuletzt da künftig nicht nur die URL sondern auch der Titel einer Seite in Betracht gezogen werden sollen. Durch eine weiter Beschleunigung der Instant-Funktionen sollen die NutzerInnen ein erstes Ergebnis innerhalb von 20ms bekommen - so das Ziel. (red, derStandard.at, 21.02.11)

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    grafik: google
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